Archiv 2009 von Robert Storch
 
 

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Marathonstorch RSS-Feed


31.12.2009
Vergesst J. B. Kerner! Der Marathonstorch-Jahresrückblick

Das waren die Marathonstorch-Highlights 2009:

* 03. Mai: Weltkulturerbelauf in Bamberg: Bildergalerie, Bericht
* 24. Mai: 10-Km-Bestzeit in Weißenburg: Bildergalerie, Bericht

* 18. Juni: Der Kampf beim Metropolmarathon: Bildergalerie, Bericht
* 18. Oktober: Das i-Tüpfelchen - Saisonbestleistung auf Mallorca: Bildergalerie, Bericht

Es ist normal, dass man bei einem Rückblick vor allem in den schönen Erinnerungen schwelgt. In diesem Jahr fällt das nicht schwer, denn es gab nur wenige kleine Rückschläge. Am ärgerlichsten war der Knöchelschmerz kurz vor dem Metropolmarathon, dafür lief die Vorbereitung auf Mallorca perfekt: 12 Wochen konnte ich durchtrainieren, eingeschlossen das Trainingslager in Ramsau mit massenweise Berglauf-Highlights, allen voran die 14 Haarnadelkurven hinauf auf die Ursprungsalm: Mit 90 Minuten Anlauf schaffe ich die 400 Höhenmeter in 25 Minuten. Auch das ist ein Highlight des Jahres, auch wenn es in keiner Ergebnisliste verewigt ist.

Vor ein paar Wochen schrieb ich von der Abwechslung im Lauftraining. Jetzt fällt mir auf, dass ich diesen Grundsatz auch in meiner Urlaubs- bzw. Trainingslagerplanung beherzige, wie das Jahr 2009 zeigt:

* 07. bis 21. Februar: Skilanglauf in und um Bodenmais: Bericht mit Bildern
* 12. bis 18. Juli: Radtour auf der Römerroute: Bericht mit Bildern
* 15. August bis 05. September: Berglauftrainingslager Ramsau: Bericht
* 21. bis 29. Oktober: Städtetrip Rom nach der Saisonbestleistung auf Mallorca: Bericht mit Bildern

Bestand also 2009 nur aus geilen Läufen, Trainingslagern und Urlaubsreisen?

Nein. Grundlage für diese Highlights waren die vielen Tage, an denen ich nach getaner Arbeit abends noch eine Trainingseinheit absolviert habe: Egal ob in eisig-winterlicher Dunkelheit oder bei sommerlicher Hitze. Den größten Teil meiner ? Jahreslaufkilometer habe ich in derartigen Einheiten absolviert. All die oben aufgeführten Highlights sind also hart erarbeitet. Aber: Es hat sich gelohnt!

 

 
31.12.2009

Silvesterlauf 2009: 38:23 Minuten

Meine Form ist doch nicht ganz so schlecht wie befürchtet: Mit 38:23 Minuten über flache 10 Kilometer rund um den Wöhrder See gelang mir ein akzeptabler Ausklang unter ein insgesamt schönes und erfolgreiches Laufjahr. Bilder von diesem Lauf folgen.

 

 
28.12.2009 Wintertraining V

Montag: Krank.

Dienstag: Beinkrafttraining; abends eine Stunde lockerer Dauerlauf in 4:54 Min/Km: Es läuft wieder.

Mittwoch: Oberkörperkrafttraining.

Heiligabend: Einstündiges Fahrtspiel mit Lauf-ABC; abschließend dieses Mal nur zwei Sprints bergauf. Beim Tempolaufen fehlt noch die Spritzigkeit.

1. Feiertag: Beinkrafttraining.

2. Feiertag: 8 Km-Test in 31:48 Minuten. Es war ungefähr das Marathontempo vom 18. Oktober. Viel weiter als 8 Kilometer hätte ich das Tempo heute nicht durchgehalten.

Sonntag: Lauf-ABC.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 41,2

Fazit: Durchwachsen. Nach der Erkältung bin ich wieder ins Training eingestiegen, mit dem Testlauf am 2. Feiertag kann ich halbwegs zufrieden sein. Jetzt hoffe ich auf eine 39er-Zeit beim Silvesterlauf. Bis dahin ist hoffentlich auch der Marathonstorch-Jahresrückblick fertig.

 

 
24.12.2009

Bescherung für Schreibstorch-Fans

Endlich gibt's mal wieder was zum Lesen: Die Erzählung "Caesars Würfelspiel" begleitet Caesar zu den Wendepunkten seines Kriegs gegen Rom und den Rest der Welt, hier geht's zur Erzählung im PDF-Format: Caesars Würfelspiel

Nur drei Seiten: Kurz, aber knackig.

 

 
21.12.2009 Wintertraining IV - Erkältung

Montag: Oberkörperkrafttraining

Dienstag: 18 Kilometer, locker in 5:08 Min/Km. Wieder ein Kilometer weiter als letzte Woche, aber dafür langsamer. Das liegt zum Großteil an der Tageszeit: Um fünf Uhr morgens bin ich langsamer.

Mittwoch: Beinkrafttraining

Donnerstag: Einstündiges Fahrtspiel, mit Lauf-ABC und abschließend fünf Sprints bergauf.

Freitag: Oberkörperkrafttraining

Samstag: Der geplante 8-Kilometer-Testlauf wird durch eine Erkältung verhindert.

Sonntag: Erkältung.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 30,4

Fazit: Krankheiten nerven immer, aber es gibt dafür bestimmt ungünstigere Zeitpunkte im Saisonverlauf. Ich hoffe, dass ich am Dienstag oder Mittwoch wieder laufen kann, dann ist an Silvester immer noch eine gute Zeit möglich.

 

 
18.12.2009

Trainingsphilosophisches

Ich habe ein paar Worte zum Begriff "Abwechslung" geschrieben - wohl das am meisten unterschätzte Wort der Trainingslehre: Trainingsphilosophisches - Abwechslung.

 
14.12.2009 Wintertraining III

Montag: Oberkörperkrafttraining

Dienstag: 17 Kilometer, locker in 4:49 Min/Km. Wieder ein Kilometer weiter als letzte Woche.

Mittwoch: Beinkrafttraining

Donnerstag: Oberkörperkrafttraining + einstündiges Fahrtspiel, mit Lauf-ABC und abschließend fünf Sprints bergauf.

Freitag: Nix

Samstag: 3 * 3 Km; die ersten beiden Intervalle in 11:11 und 11:10 Minuten, im letzten Intervall war wie immer ein fieser Anstieg versteckt: 11:32 Minuten.

Sonntag: Beinkrafttraining, Lauf-ABC.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 47,4

Fazit: Läuft.

 

 
09.12.2009

Ben Hur - nein, nicht der Film

"Ben Hur" war ein Kinoknüller, davor war er jedoch ein Bestseller auf dem Buchmarkt. Ich habe den Roman gelesen, meine Meinung dazu steht hier: Rezension von "Ben Hur" - von Lewis Wallace

 
07.12.2009

Wintertraining II

Montag: Oberkörperkrafttraining.

Dienstag: 16 Kilometer, locker in 4:56 Min/Km. Ein Kilometer weiter als letzte Woche. Ich habe mir für Dezember eine Höchstgrenze von 18 Kilometern gesetzt. Also laufe ich jede Woche einen Kilometer weiter, so habe ich jede Woche ein Erfolgserlebnis: Ich bin so weit gelaufen wie seit dem 18. Oktober auf Mallorca nicht mehr.

Mittwoch: Beinkrafttraining

Donnerstag: Oberkörperkrafttraining + einstündiges Fahrtspiel, mit Lauf-ABC und abschließend fünf Sprints bergauf.

Freitag: Nix

Samstag: 12 Kilometer in 4:07 Min/Km. Vor zwei Wochen lief ich 10 Kilometer in 4:18 Min/Km. Eine deutliche Steigerung also; obendrein hatte ich nach zwölf Kilometern das Gefühl, in diesem Tempo auch noch drei Kilometer weiterlaufen zu können.

Sonntag: Beinkrafttraining, Lauf-ABC.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 46,6

Fazit: Wie angekündigt, gab es beim Lauftraining keine großen Änderungen. Ansonsten gilt: Es läuft.

 

 
05.12.2009

Der Mallorca-Marathon im Storch-Test

Asche auf mein Haupt! Vor lauter Rom-Berichten habe ich den Test zum Mallorca-Marathon vergessen. Hier ist er nun: Der Mallorca-Marathon im Storch-Test

 
30.11.2009
Wintertraining

Montag: Oberkörperkrafttraining.

Dienstag: 15 Km, behutsam in 5:18 Min/Km.

Mittwoch: Beinkrafttraining.

Donnerstag: Oberkörperkrafttraining + einstündiges Fahrtspiel, mit Lauf-ABC und abschließend vier Sprints bergauf.

Freitag: Nix.

Samstag: Die positive Überraschung der Woche: 6 * 1 Km Intervalltraining. Mit jeweils 3:45 Minuten pro Intervall wäre ich zufrieden gewesen, aber dann blieb ich sogar bei Gegenwind unter 3:40 Minuten, das letzte Intervall raste ich mit Rückenwind und Schlussspurt in 3:28 Minuten zu Ende. Der Marathonstorch hat wieder Fahrt aufgenommen!

Sonntag: Beinkrafttraining, Lauf-ABC.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 43,6

Fazit: Das Intervalltraining vom Samstag deutet darauf hin, dass ich den Nürnberger Silvesterlauf in einer respektablen Zeit, also unter 40 Minuten, absolvieren werde. Im Lauftraining werde ich im Dezember nur den langen Lauf von 15 auf 18 Kilometer steigern, ansonsten steht weiterhin das Krafttraining im Vordergrund. Ich hoffe, ich kann hier weiterhin eine gute Grundlage schaffen für ein verletzungsfreies Laufjahr 2010.

 
21.11.2009

Laufen: Das Formloch nach dem Marathon

Fünf Wochen ist es nun schon her: Am 18. Oktober lief ich auf Mallorca Jahresbestleistung. Wegen meiner Verletzung aus dem Marathon-Sturz wagte ich erst vor zwei Wochen wieder die ersten Laufschritte. Die Form hat entsprechend gelitten: Heute lief ich 10 Kilometer in 42:55 Minuten. Ich bin zwar nicht ganz ans Limit gegangen, aber fast. Bis zum Nürnberger Silvesterlauf gehen noch fünfeinhalb Wochen ins Land. Mein Ziel ist, die 10 Kilometer an Silvester unter 40 Minuten zu laufen. Mal sehen, ob dafür eine Wochenleistung von 50 Kilometern ausreicht.

Jetzt ist die ideale Zeit, um ein wenig Kraft zu tanken für die nächste Laufsaison. Die Logik ist denkbar einfach: So lange ich wenig laufe, steigere ich beim Krafttraining Wiederholungen, Sätze und Gewichte. Wenn ich dann wieder den Laufumfang Richtung 80 bis 100 Kilometer erhöhe, führe ich nur noch ein Mal in der Woche die Kraftübungen durch - immer mit den gleichen Wiederholungen, Sätzen und Gewichten. So erhalte ich über das Jahr die Kraft, die ich im Winter aufgebaut habe.

 

 
14.11.2009

Die ultimativen Führer durch Rom

Rom – ein archäologischer Führer, von Filippo Coarelli: Mit diesem Buch wagte ich einen riskanten Versuch. Der Autor zählt trocken alle wichtigen antiken Überreste auf, die Rom zu bieten hat – also eine ganze Menge, das Buch hat insgesamt 383 eng beschriebene Seiten, die von Fotos und Übersichtsskizzen aufgelockert werden. Das Buch gliedert sich in Kapitel, die sich jeweils mit einem Stadtteil beschäftigen. In jedem Kapitel beschreibt der Autor zunächst die Geschichte des Stadtteils und dessen städtebauliche Entwicklung, z. B. des Straßennetzes. Anschließend widmet sich der Autor den einzelnen Monumenten. Viele dieser Überreste sind in keinem herkömmlichen Reiseführer verzeichnet, und so kommt man mit Hilfe dieses Buches zu einigen Einblicken, die dem gewöhnlichen Rom-Besucher verwehrt bleiben, z. B. Reste der Stadtmauer, die von einer Hauswand aus auf den Gehsteig ragen: Die Servianische Stadtmauer. Oder die Spuren einer antiken Insula: Insula-Spuren

Nachteil: Das Buch ist in erster Linie kein Reiseführer, sondern eine Auflistung von Grabungs- und Forschungsergebnissen. Einige der beschriebenen Überreste sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich – man muss also mit Enttäuschungen rechnen. Außerdem ist ein wenig Vorbereitung notwendig: Zwar sind in dem Buch zu jedem Stadtteil Karten eingezeichnet, aber ich habe sie immer noch ein wenig ergänzt mit den aktuellen Straßennamen und den Plätzen, die ich aufsuchen wollte. Die Erfahrungen waren unterschiedlich: Auf dem Forum fiel die Orientierung dank einer guten Übersichtsskizze leicht, auf dem Palatin fehlten dagegen die Nummern in der Übersichtsskizze, die die jeweiligen Kaiserpaläste bezeichnen sollten. Insgesamt hat sich der Versuch auf jeden Fall gelohnt: So habe ich selbst auf meinem vierten Rom-Aufenthalt noch viel Neues entdeckt. "Rom - ein archäologischer Führer" bei Amazon

Rom - Wege in die Stadt, von Mauro Lucentini: Uneingeschränkt kann ich diesen 600-Seiten-Schmöker empfehlen. Auf acht Spaziergängen wird man hier durch Rom geführt, jeweils zwei Spaziergänge zu den Themen Roma Romantica, das antike Rom, das Rom der Päpste, das Rom der Renaissance. Natürlich werden die Sehenswürdigkeiten detailliert beschrieben; nebenbei liefert Lucentini noch viele interessante Geschichten und Anekdoten zu den Menschen und Familien, die jahrhundertelang in Rom gelebt, geliebt, intrigiert und gemordet haben: Diese Geschichten über die Menschen hinter den Bauwerken und Kunstwerken sind es, die den Lucentini über andere Reiseführer erheben. Auf dem Cover wird ein ehemaliger italienischer Staatspräsident zitiert, der gesagt haben soll, dieses Buch führe in das geistige Herz der Stadt. Das mag etwas übertrieben und melodramatisch klingen – aber es ist etwas dran.

Eines ersetzt dieser Führer jedoch nicht: Den gewöhnlichen Stadtplan. Den sollte man dabei haben, falls einen die Lucentini-Wegbeschreibung im Stich lässt.

"Rom - Wege in die Stadt" bei Amazon

Mit diesem Beitrag habe ich meine Reise nach Mallorca und Rom abgearbeitet. Ich werde demnächst wieder zur Lauferei schreiben.

 

 
12.11.2009

Rom: Drei Museen

Die Vatikanischen Museen muss man natürlich gesehen haben, wenn man nach Rom kommt. Aber auch zur Antike gibt es zahlreiche Ausstellungen – drei davon habe ich auf dieser Reise besucht:

Mercato di Traiano: In der Kaiserzeit wurde das Forum Romanum zu klein für all die Versammlungen und Geschäfte in der Hauptstadt des Imperiums. Also begannen die Kaiser, weitere Foren zu bauen. Nebenbei setzten sie sich damit ihre eigenen Denkmäler. Das bekannteste heute noch existierende dieser Denkmäler ist die Trajanssäule: Knapp dreißig Meter hoch (ohne Sockel), illustriert sie in einer Art Bildband, der sich um die Säule schlängelt, die Eroberung Dakiens durch Trajan. Dieser Feldzug spülte Trajan so viel Geld in die Kasse, dass er das prächtigste aller Kaiserforen erbauen konnte, sogar der Sattel zwischen Kapitol und Quirinal wurde abgetragen, um Platz zu schaffen für das neue Forum. An dieses Forum mit seinen Tempeln und Basiliken schlossen sich die Trajansmärkte (ital.: Mercato di Traiano) an. In den ehemaligen Räumen dieser Märkte befindet sich das Museum: Es werden Überreste sämtlicher Kaiserforen (Caesar-, Augustus-, Nerva-, Friedens- und Trajansforum) ausgestellt, jedes Forum hat seine eigenen Räume. Die Trajansmärkte selbst sind ein typisches Beispiel für Roms Bebauung im Zeitraum von 2600 Jahren: Ausgrabungen haben archaische, republikanische und natürlich vor allem kaiserzeitliche Bauten zu Tage gefördert (Bild der Via Biberatica in den Trajansmärkten). Auch im Mittelalter wurden die Trajansmärkte benutzt: Ein Kastell wurde gebaut, zu diesem Zweck errichtete man Wachtürme, später fand ein Kloster in den Märkten Platz. Und heute findet in einem Teil des Gebäudes Schulunterricht statt. Link zur offiziellen Seite des Museums "Mercato di Traiano"

Ara Pacis: Nachdem die lange Zeit der Bürgerkriege beendet war, gelobte Augustus am 4. Juli 13 v. Chr. diesen Altar. Leider (oder zum Glück?) stand er nah am Tiber und wurde bald überschwemmt. So überdauerte er bis in unsere Zeit, Stück für Stück des Altars förderten die Archäologen wieder zu Tage und restaurierten den Altar, eine raffinierte Konstruktion: Die Umgebung des Altars fiel zur Seite hin ab, damit das Opferblut durch kleine Öffnungen in der Wand abfließen konnte. Aber auch die Wände des Altars sind raffiniert gestaltet, alles im Sinn der augusteischen Propaganda: Die Akanthusranken im unteren Teil der Wände veranschaulichen Prosperität. Über diesen Akanthusranken ist eine Prozession zu sehen, in der die Familie des Kaisers die Hauptrolle spielt. Die Botschaft ist eindeutig: Augustus hat Rom Frieden und Wohlstand gebracht. Und seine Nachkommen werden sein Erbe antreten und Rom zu noch größerem Wohlstand führen. Link zum Museum zur Ara Pacis

Museum für römische Zivilisation: In diesem Museum befinden sich keine Originale, dafür haufenweise Kopien und Rekonstruktionen. So viele, dass ich beinahe die vollen fünf Stunden benötigte, die das Museum geöffnet hat (9 bis 14 Uhr) Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil veranschaulicht in jedem Raum eine Epoche des Alten Roms, von der archaischen Zeit der Gründung über die Blütezeit unter Augustus und Trajan bis zum Untergang Westroms. Der zweite Teil stellt in jedem Raum bestimmte Alltagsbereiche dar, z. B. Musik, Dichtung, Handwerker, Medizin, Handel. Highlight der Ausstellung ist das raumfüllende Stadtmodell, das Rom zur Zeit Kaiser Konstantins zeigt, zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung in der Antike. Außerdem eindrucksvoll sind die Bilder der Trajanssäule (s. o.), die in einem langen Raum nebeneinander aufgereiht sind, so dass man sie viel besser studieren kann als auf dem Original. Besonders intensiv habe ich natürlich die Ausstellungsstücke im Raum zu Caesar begutachtet. Hier fand ich Rekonstruktionen von Kriegsgeräten wie Onager und Belagerungstürmen, die Caesars Legionen im Gallischen Krieg einsetzten, ebenso werden Belagerungsbauten nachgestellt, die Caesars Soldaten vor Avaricum und Alesia errichteten. Achtung: Nach dem ersten Teil kommt man wieder in die Eingangshalle. Hier ist die Ausstellung jedoch noch nicht zu Ende, auf der anderen Seite der Eingangshalle geht es weiter mit dem zweiten Teil. Das Museum liegt außerhalb des Zentrums, man muss mit der U-Bahn bis zur Station EUR Fermi fahren und von da aus noch an einigen italienischen Ministerien vorbeispazieren. Link zum Museum für römische Zivilisation

 

 
06.11.2009

Rom 4.0

Was macht Rom aus? Die Antwort auf diese Frage erhält man mit ein paar Blicken auf der Piazza Venezia. Wenn man sich dort auf eine von Autos umbrauste Verkehrsinsel stellt und Richtung Kapitol blickt, sieht man links das 1927 fertig gestellte Denkmal für Vittorio Emanuele II und die Vereinigung Italiens: Foto 1: Denkmal für Vittorio Emanuele II

Unterhalb dieses Denkmals haben Archäologen ein antikes Mietshaus ausgegraben. Mitten in dieses Mietshaus wurde im Mittelalter eine Kirche gebaut, Apsis und Glockenturm habe ich rot umrandet.: Foto 2: Das antike Mietshaus

Gleich neben diesen Ruinen führt eine Treppen hinauf zur mittelalterlichen Kirche Santa Maria in Aracoeli : Foto 3: Santa Maria in Aracoeli

Und wieder gleich daneben: Der von Michelangelo im Stil der Renaissance gestaltete Platz Piazza del Campidoglio mit einer Kopie der Reiterstatue des römischen Kaisers Mark Aurel: Foto 4: Piazza del Campidoglio

In Rom wird seit 2700 Jahren gebaut. Und so trifft man ständig auf Gebäude oder Gebäudereste aus den verschiedensten Epochen: Antike – Mittelalter – Renaissance. Die oben gezeigten Bauten an der Piazza Venezia sind nur ein Beispiel von vielen.

 

Mich interessierten natürlich besonders die Spuren der Antike. Auf antike Überreste stößt man auch in Hinterhöfen, hier sehen wir zum Beispiel die Mauern eines antiken Lagerhauses am Hafen: Lagerhaus im Hafen von Rom

In einer deutschen Stadt würde man mindestens drei Museen um dieses alte Gemäuer herumbauen, mit Rekonstruktionen und 3D-Animationen, außerdem müssen pädagogisch wertvolle Führungen für Schulklassen angeboten werden.

Meine ersten beiden Rom-Tage waren verregnet, also besuchte ich die drei Museen, die ich mir im Vorhinein ausgesucht hatte: Die Mercato di Traiano (Trajansmärkte), die Ara Pacis (Friedensaltar des Augustus) und das Museum für römische Zivilisation.

Nach den beiden Regentagen war T-Shirt-Wetter angesagt: Endlich Zeit, die Schätze der Antike zu erkunden, vor allem mit Hilfe des archäologischen Führers von Filippo Coarelli und der öffentlichen Verkehrsmittel Roms.

 

Ein weiteres Highlight war der sonntägliche Besuch der Heiligen Messe – in Rom natürlich Pflicht. Besonders feierliche Atmosphäre kommt in Santa Maria Maggiore auf (Foto von Santa Maria Maggiore). Diese Kirche ist auch für Antikefans interessant, denn sie wurde im fünften Jahrhundert erbaut nach dem Vorbild der antiken Basiliken – es handelt sich somit um eines der wenigen Bauwerke, in dem man die Atmosphäre dieser Basiliken nachfühlen kann. Auch einige Bestandteile der Kirche sind antik: Die Säulen wurden aus heidnischen Tempeln herbeigeschafft und bei Sanierungsarbeiten am Dach fand man sogar Ziegel aus dem ersten Jahrhundert. Die Kirche wurde erbaut, nachdem Maria von einigen Ketzern beleidigt worden war: Sie hatten behauptet, sie sei nicht die Mutter Gottes. Um diesen Frevel wiedergutzumachen, gelobte man ihr eine Kirche – sie ist bis heute die größte Kirche, die Maria geweiht ist. Als ich in der Kirche die herrlichen Mosaike sah, konnte ich nicht glauben, dass sie im fünften Jahrhundert erschaffen wurden – einer Zeit, in der das Römische Reich und mit ihm die gesamte antike Welt im Niedergang begriffen war. Nur wenn es um den Glauben ging, waren die Römer offensichtlich noch zu großen Leistungen fähig.

 

Fazit: Mein vierter Aufenthalt in Rom. Wieder kenne ich die Stadt ein Stück besser, ich habe Seitenweise neue Eindrücke aufgeschrieben. Ich bin nun damit beschäftigt, diese Eindrücke in meinen Roman einzuarbeiten, vor allem die Schauplatzbeschreibungen will ich verbessern. Bei diesen Beschreibungen muss ich noch mehr auf die Details achten.

 

Ich werde in den nächsten Tagen noch zwei Beiträge zu Rom schreiben: Der Erste befasst sich mit den von mir besuchten Museen, in meinem zweiten Beitrag werde ich die zwei besten Reiseführer durch Rom vorstellen.

 

 
01.11.2009

Bilder von der Jahresbestleistung

Ich habe Bilder aus Mallorca zusammengestellt: Bildergalerie Mallorca-Marathon 2009

Weitere Bilder zu diesem Lauf gibt es unter folgendem Link, einfach meine Startnummer 803 eingeben: Fotoshop zum Mallorca-Marathon

Demnächst werde ich von meiner Rom-Reise berichten, die sich an den Marathon anschloss.

 
31.10.2009 Mallorca-Marathon 2009: Das Feld von hinten aufgerollt

Und: Der doppelte Drews

Bevor ich über meinen Saisonhöhepunkt berichte, hier ein kurzer Abriss der Tage vor dem großen Lauf:

Montag: 10 Kilometer in 39:40 Minuten, also im angepeilten Marathontempo. Fiel mir etwas schwerer als erhofft, außerdem meldeten sich zaghaft die Ballen meines linken Fußes, sie sind wohl etwas gereizt.
Dienstag: 60 Minuten Ergometer.
Mittwoch: 5 * 1 Kilometer im Marathontempo, dazwischen jeweils ein Kilometer Trabpause. Lief locker.
Donnerstag: Abflug auf die Insel, stressfreie Reise.
Freitag: 6 Kilometer in 4:54 Min/Km. Anschließend per Bus die Strecke bis Arenal erkundet, dann in Palma die Startunerlagen geholt und die Kathedrale besichtigt.
Samstag: 2 lockere Kilometer nach dem Frühstück. Ich fühle mich unfit. Ist es das Tapering? Oder die Wetterumstellung? Abends, nach dem Clubsieg, hellt sich meine Stimmung auf, abends lese ich wie immer vor einem Marathon meine Erzählung „Caesars Marathon“. Die Erzählung gefällt mir immer wieder, ich kann gar nicht glauben, dass sie von mir ist. Aber das Wichtigste: Sie sorgt für die nötige Spannung am Vorabend des großen Laufs.

Der Renntag:
Beim Mallorca-Marathon geht’s locker zu, das sieht man schon an der Prominenz, die sich im Startbereich tummelt: Achim Achilles, der mit seinen Kolumnen vor allem bei den älteren Herren unter den Läufern beliebt ist, und Dr. Hirschhausen ("Lachen ist die beste Medizin“).
Aber einige nehmen diesen Lauf trotz all der Witzbolde ernst, zum Beispiel der Marathonstorch. Umso ärgerlicher für mich, dass sich Jürgen Drews vor mir in die erste Startreihe drängt und mich auf den ersten Metern ausbremst. Zum Glück tut sich bald eine Lücke auf zwischen Absperrgitter und Schlagersänger. Das war es vorerst zum Thema Prominenz. Ab jetzt wird gelaufen!
Ich laufe zunächst Richtung Hafen, bei Km 5 geht’s um den Wendepunkt und wieder zurück in das Zentrum von Palma. Das Feld sortiert sich, ich finde eine gute Gruppe. Das ist wichtig, denn eine steife Brise zerrt am Lauftrikot. Zwischenzeitlich wird mir die Gruppe ein wenig zu schnell, Kilometerzeiten von 3:48 bis 3:53 Minuten sind in meiner Marschtabelle nicht vorgesehen. Ich blicke mich um, aber hunderte Meter hinter mir läuft niemand. Also muss ich wohl oder übel dranbleiben, wenn ich nicht allein im Wind stehen will.
Ab Km 15 wird es fies: Es tröpfelt, und das macht den glatten Belag in den engen Gassen der mallorquinischen Hauptstadt noch schmieriger. Gerade in den Kurven laufe ich besonders vorsichtig, während meine Mitläufer einfach weiterbrettern. Aber bei Km 18,5 erwischt es mich doch: In einer Kurve, die ich nicht als gefährlich einstufe, zieht es mir die Beine weg. Ich schürfe mir das Knie auf, aber vor allem spüre ich ein Ziehen im rechten Oberschenkel. Ich überlege mir kurz, ob ich zusammen mit den Halbmarathonläufern Richtung Ziel abbiegen soll, aber die Schmerzen sind nicht wirklich stark, außerdem frage ich mich: Was würde Pheidippides tun? Ganz klar: Er würde laufen.
Nachdem sich die Halbmarathonläufer von uns verabschiedet haben, biegen wir ab Richtung Arenal. Jetzt ist das Gruppenlaufen besonders wichtig, denn der Wind kommt beinahe direkt von vorne. Meine Halbmarathonzeit: 1:22:35 Stunden. Etwas zu schnell, aber noch im Rahmen.
Bis Km 30 schrumpft die Gruppe auf zwei Läufer. Dort, am Wendepunkt beim Ballermann, herrscht ordentlich Stimmung. Vielleicht ist dies der psychologisch wichtigste Moment in diesem Lauf. Ich sehe das 31-Km-Schild: Elf Kilometer – das sind nur noch 44 Minuten, und ich fühle mich immer noch gut. Also lasse ich meinen letzten Begleiter stehen und schlage mich von jetzt an allein durch. Ich werde eigentlich nicht einmal schneller – im Gegenteil: Auf zwei windigen und welligen Kilometern laufe ich nur 4:10 Min/Km. Trotzdem überhole ich immer wieder Läufer, bei Km 40 habe ich mich auf Platz 17 vorgekämpft – nach Platz 29 bei Km 22.
Die Kathedrale konnte ich schon bei Km 30 erahnen, ab Km 35 wird sie zur Verheißung: Es ist nicht mehr weit! Trotzdem: Auf den letzten Kilometern heißt es beißen, kratzen, kämpfen – und es lohnt sich: Dieses Mal werde ich nicht langsamer, die vielen langen Läufe in der Vorbereitung zahlen sich aus.
Bei Km 41,8 warten nach ihren Halbmarathonläufen Ironhannes und DJ mit der Glubbflagge auf mich. Dank ihrer Anfeuerung mobilisiere ich die letzten Kräfte für einen Schlussspurt. Ich schüttle einen Verfolger ab und sprinte auf der Zielgerade an einem weiteren Läufer vorbei: 16. Platz. 2:47:43 Stunden.

Kaum bin ich im Ziel, melden sich die Schmerzen im Oberschenkel. Schade: Eigentlich sollte ich in diesem Moment glücklich sein über meinen schnellsten Marathon seit 2006. Aber als ich mein Bein kaum mehr anheben kann, denke ich nur noch daran, dass ich jetzt vielleicht meinen Trip nach Rom stornieren muss. Aber nach der Massage geht es schon besser und am nächsten Tag fühlt es sich nur noch an wie ein starker Muskelkater.

Eine Begebenheit der besonderen Art will ich noch nachtragen:
Km 41,5: An dieser Stelle werden die Läufer noch einmal durch den Startbereich geschickt. Ich kann nicht glauben, wen ich dort sehe. Ist meine Wahrnehmung schon etwas getrübt? Nein, er ist es wirklich: Jürgen Drews. Am Start, wo er vor 2:45 Stunden vor mir loslief, flitzt er jetzt vor mir über die Straße.
Beim abendlichen Auslaufen stand nach der Currywurst plötzlich ein 10-Liter-Bottich Wodkalemon auf dem Tisch. Ich habe gut gekämpft und viel erreicht an diesem Tag, aber vor dieser Herausforderung kapitulierte ich. Den Auftritt von Jürgen Drews habe ich nicht abgewartet – ich hatte ihn schon oft genug gesehen an diesem Tag.

Mein Dank geht an: Meinen Edelfan Andy, der mich bei Km 36 mit der lebenswichtigen Cola versorgte. Und an Ironhannes und DJ für den Push auf den letzten Metern.

Statistik:
Ich konnte ab dem 3. August richtig gut durchtrainieren. In den 11 Wochen bis zum Marathon bin ich:
- 943 Kilometer gelaufen = im Schnitt 85,7 Kilometer pro Woche
- 520 Kilometer Rad / Ergometer gefahren = im Schnitt 47,3 Kilometer pro Woche

Insgesamt teile ich die Vorbereitung in zwei Hälften ein: Die erste Hälfte bestand aus dem dreiwöchigen Trainingslager in Ramsau, in dem ich mich an meinem letztjährigen JK-running-Training orientierte. Danach lief ich die 30 Kilometer in 1:59:48 Stunden, also gerade so im 4:00er-Schnitt. Anschließend nahm ich den sub 2:50-Plan von www.laufszene.de als Vorgabe. Dieser beinhaltete vor allem einen 11-Tage-Block ohne Ruhetag, wobei ich in dieser Phase die im Plan vorgesehenen Regenerationsläufe durch Ergometereinheiten ersetzte. Dadurch schonte ich meine Beine, so dass ich drei Wochen vor dem Marathon noch einen 35-Km-Lauf mit Endbeschleunigung dranhängen konnte. Die vielen und teilweise langen Einheiten zahlten sich aus: Beim Marathon erreichte ich nach 1:58:21 Stunden die 30-Km-Marke. Ich war schneller als bei dem Testlauf fünf Wochen vor dem Marathon, konnte das Tempo aber noch weitere 12 Kilometer halten, obwohl ich jetzt nicht mehr in einer Gruppe lief, sondern allein im Wind.

Es sind jedoch nicht die Statistiken, die am Ende hängen bleiben, es sind die Erinnerungen: An die Bergläufe in Ramsau und die Tempoläufe am Ufer der Enns: Nach den Läufen hielt ich die Beine in die Enns und schnaufte noch 400 Höhenmeter mit dem Fahrrad bergauf. Der 30-Km-Testlauf fünf Wochen vor dem Marathon, die morgendlichen 20-Kilometer-Läufe, der 35-Kilometer-Lauf mit Endbeschleunigung und nicht zuletzt die kurzen, aber fiesen Intervalltrainings. Jede Marathonvorbereitung hat ihre Highlights, die Trainingseinheiten, an denen man ablesen kann, wie die Form ist. Aber wichtig ist jede Einheit, auch die Regeneration auf dem Ergometer, das Krafttraining oder das Dehnen nach den Läufen.

Wie geht's weiter?

Meine Ziele für die letzten zwei Monate dieses Jahres:

- Weniger als zwei Kilo zunehmen,

- Krafttraining und Lauf-Abc ausbauen,

- an Silvester die 10 Kilometer unter 40 Minuten laufen,

- herausfinden, welche Läufe ich nächstes Jahr machen will,

- am Christkindlesmarkt zwei, drei Tassen Glühwein trinken,

- einen Christbaum aufstellen und mit Lametta und Christbaumkugeln behängen.

Bilder: Folgen noch!

 

 
15.10.2009

Abflug und Areva-News

Ich fliege heute nach Mallorca ab. An meinen Marathon werde ich noch eine Woche Rom-Urlaub dranhängen, Motto: Sieben Tage, sieben Hügel. Nach meiner Rückkehr am 29. Oktober werde ich in gewohnter Weise ausführlich über den Marathon berichten. Wer schon vorher mein Ergebnis wissen will, kann sich auf der Seite des Mallorca-Marathons schlau machen: Offizielle Seite des Mallorca-Marathons

Gute Nachrichten gibt es vom FCN-Trikotsponsor Areva. Endlich haben sie ein Endlager gefunden: Einen Parkplatz in Sibirien. Ein Areva-Sprecher erklärt dazu: Wir handeln lediglich im Auftrag von EDF.

Die Verschickung von Nuklearmaterial nach Sibirien wird jetzt in Frankreich "untersucht": SPIEGEL: Pariser Regierung untersucht Atom-Transporte nach Sibirien.

In Finnland baut der Trikotsponsor ein neues Atomkraftwerk. Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte man sich über die Stümperei auf der Baustelle beinahe amüsieren: Die Atom-Schlamperei

Hier ein paar Auszüge aus dem SPIEGEL-Artikel:

Außerdem wird der Bau mindestens 2,3 Milliarden Euro teurer als geplant. Die Rückstellungen für den erwarteten Verlust fressen fast den gesamten Konzerngewinn von Areva auf.
Solange noch ein paar Euro für den Club übrig bleiben...

Mehr als 3000 Fehler gab es bislang beim Bau.

Im vergangenen Dezember schickte der Generaldirektor der Aufsichtsbehörde einen Protestbrief an Areva-Chefin Lauvergeon. Er vermisse "wirklichen Fortschritt" beim "Design der Kontrollsysteme". Er bemängelte, dass "Designfehler nicht korrigiert werden". Die "Einstellung oder das fehlende Fachwissen" von Areva-Vertretern behindere Fortschritte. Leider warte man immer noch auf "ein anständiges Design, welches den Grundprinzipien der nuklearen Sicherheit entspricht". Areva erklärte dazu, der geharnischte Brief sei bloß Teil eines normalen Dialogs über Sicherheitsfragen.

In der Baustelle hängen sogar Zettel mit der viersprachigen Aufforderung: "Bitte machen Sie Ihre Notdurft nicht ins Objekt."

Im vergangenen Jahr ging erstmals seit Beginn des nuklearen Zeitalters weltweit kein neuer Reaktor ans Netz. Wie sich aus dem "Welt-Statusreport Atomindustrie" ergibt, sind zwar 52 Meiler "im Bau" - 13 davon allerdings schon seit mehr als 20 Jahren. Und bei 24 ist noch nicht einmal theoretisch klar, wann sie hochgefahren werden könnten.

Billig wird Atomstrom nur dann, wenn alte Reaktoren lange und komplikationsfrei am Netz sind - und der Staat sich um die ungelöste Endlagerfrage kümmert.

 
11.10.2009 Viele Kilometer, aber langsam

Montag: Lockere 10 Kilometer in 4:54 Min/Km.

Dienstag: Beinkrafttraining.

Mittwoch: 25 Kilometer in 4:58 Min/Km.

Donnerstag: 3*5 Km in 21:08/20:58/21:05. Angestrebt hatte ich einen 4:15er-Schnitt. Ein ungewohntes Tempo, ich habe es nie richtig getroffen. Entweder ich lief 4:00 oder ich bin bei 4:30 halb eingeschlafen.

Freitag: 30 Kilometer in 4:58 Min/Km. Es lief unerwartet locker, erst auf den letzten Kilometern wurden die Beine schwer. Bei Kilometer 18, nach 90 Minuten, fand ich die Antwort auf die weltbewegende Frage: Was zeichnet einen Marathonläufer aus? Antwort: Wenn es noch 12 Kilometer sind, denkt er: Nur noch eine Stunde, ich bin fast im Ziel!

Samstag: Oberkörperkrafttraining.

Sonntag: 18 Kilometer in 4:42 Min/Km.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 103,1

 

Fazit: Von Mittwoch bis Freitag standen noch einmal ordentlich Kilometer auf dem Plan, allerdings in geruhsamem Tempo.

Noch eine Woche bis zum Marathon. Jetzt wird das Ganze zum Nervenspiel. Ich habe jetzt zehn Wochen richtig gut trainiert, zweifellos bin ich so gut in Form wie seit 2006 nicht mehr. Trotzdem kann ein falscher Schritt noch alles kaputt machen…

Die Reisevorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Donnerstag geht's auf die Insel!

 
09.10.2009

Currywurst und Jürgen Drews

Nach jedem Marathon dachte ich mir bisher: Mensch, jetzt ne Currywurst, das wärs! Und dazu noch ein paar Schlager von Jürgen Drews, dann wäre mein Glück vollkommen. Bisher war das nur ein Traum, doch in neun Tagen, auf Mallorca, wird er endlich wahr (Ankündigung auf der Seite des Mallorca-Marathons):
Alle Läufer, die im Finisher Shirt kommen, ihre Startnummer dabei haben und auch alle Helfer, die ihre Akkreditierung vorweisen können, erhalten bei der TUI Marathon After Race Party ab 20 Uhr eine Frei-Curry-Wurst (solange der Vorrat reicht) sowie ein Freigetränk.
Musikalisch erwartet die Läufer und Helfer ein ausgewogener Mix aus spanischen, deutschen und englischen Klassikern.
Darüber hinaus wird Ex-TUI Marathon Läufer Jürgen Drews seine Schlager zum Besten geben.

 
04.10.2009

Marathon minus zwei Wochen: Die Beine werden schwer

Montag: 60 Minuten Ergometer.

Dienstag: Dienstag-Morgen-20-Km-Lauf in 4:32 Min/Km.

Mittwoch: Beinkrafttraining.

Donnerstag: 3*5 Km in 19:44/19:23/19:38 Minuten. Es lief so locker, dass ich mir im dritten Intervall überlegte, ob ich noch ein viertes dranhängen soll. Aber dann dachte ich an die morgigen 25 Kilometer und schloss das dritte Intervall mit einem giftigen Bergsprint ab.

Freitag: 25 Kilometer in langsamen 5:13 Min/Km, zwischendurch Lauf-ABC. Trotz des langsamen Tempos wurden die Beine gegen Ende schwer. Das gestrige Intervalltraining war eben doch nicht so ohne.

Samstag: 15 Kilometer in 4:47 Min/Km. Meine Beine fühlten sich an, als müssten sie Bleigewichte schleppen. Ein paar ruhige Tage sind jetzt nötig.

Sonntag: Oberkörperkrafttraining.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 81,1

Fazit: Ein ruhiger Wochenbeginn. Nach den 35 Kilometern am Sonntag der Vorwoche war das vermutlich auch besser so. Ab Donnerstag ging’s dann wieder zur Sache. Am Freitag und Samstag habe ich gespürt, dass ich bis jetzt nach schnellen Einheiten meistens Ergometereinheiten trainiert oder Ruhetage eingelegt habe. Aber ich denke, zwei Wochen vor dem Marathon können die Beine ruhig ein wenig schwerer sein.

Es sind jetzt noch zwei Wochen bis zum Marathon. Ich habe seit Anfang August richtig schön durchtrainiert, kein einziges Zipperlein hat den Trainingsfluss gestört. Entsprechend bombig ist die Form. Nächste Woche gibt es keine ernsthafte Tempoeinheit mehr, allerdings noch einmal ordentlich Kilometer.

 
02.10.2009

Juvenal: Satiren
Vor allem las ich dieses Reclam-Heftchen, um aus erster Hand einen Einblick in das Alltagsleben des Rom vor 1900 Jahren zu bekommen. Und tatsächlich: Juvenal liefert in den sechzehn Satiren einige detailreiche und ungeschminkte Szenen, die vor dem inneren Auge das Rom der damaligen Zeit aufleben lassen. Aber Vorsicht: Wer Juvenals Satiren ernst nimmt, kommt zu dem Schluss, in Rom habe es nur Erbschleicher, Perverslinge und männerfressende Frauen gegeben. Juvenal beschreibt vor allem die Auswüchse der Megacity Rom und stellt dem oft die gute, alte Zeit gegenüber, ganz nach dem zu allen Zeiten beliebten Motto: Früher war alles besser. Aber auch zu Juvenals Zeiten musste die Mehrheit der römischen Bevölkerung hart arbeiten, außerdem wird den meisten Menschen die eigene Familie am Herzen gelegen haben. Dieser Stoff ist jedoch für Satiren nicht geeignet.

Hier geht es zum Wikipedia-Artikel zu Juvenal.

Kauf bei Amazon: Juvenal - Satiren

 
27.09.2009

Beängstigend

In dieser Woche habe ich meine Ziele nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Es ist beängstigend.

 

Montag: Tempolauf: 15 Kilometer in 58:36 Minuten. Das Tempo war immer schön am Limit, aber nie darüber.

Dienstag: 75 Minuten Ergometer.

Mittwoch: Wieder mal ein Mittwoch-Morgen-20-Km-Lauf in 4:32 Min/Km.

Donnerstag: 4 * 2 Km, die 2-Km-Abschnitte jeweils in 7:10 Minuten. Vor dieser Einheit hatte ich Bammel, weil ich in den letzten Wochen nicht in diesem Tempobereich lief. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob ich das hohe Tempo durchhalten kann. Aber es lief beängstigend gut, im letzten Intervall hatte ich sogar noch den Punch für 7:02 Minuten.

Freitag: Eine Stunde Ergometer.

Samstag: 15 Km in 4:40 Min/Km.

Sonntag: 35 Kilometer. Die ersten 25 Kilometer locker in 4:41 Min/Km, dann die letzten zehn Kilometer in 39:44 Minuten. Damit habe ich auf den letzten zehn Kilometern mein angepeiltes Marathon-Wettkampftempo getroffen. Beim Marathon im Juni hatte ich auf den letzten Kilometern Probleme. Ich hoffe, dank der heutigen Einheit bin ich am 18. Oktober auf den letzten Kilometern etwas schneller.

 

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 107

 

Fazit:

Ruhetag? Was ist das?

 
22.09.2009

Auftrainiert

Ab dieser Woche orientiere ich mich an meinem Trainingsplan vor dem Rom-Marathon 2006. Hat ja gut geklappt damals.

 

Montag: Beinkrafttraining, 15 lockere Kilometer in 4:57 Min/Km.

Dienstag: Drei Stunden Ergometer, anschließend noch zwölf langsame Kilometer in 5:28 Min/Km. Das war heute mal wieder ein Training im unteren Pulsbereich.

Mittwoch: Ab 5:26 Uhr werden zwanzig Kilometer durch den Nebel gelaufen in 4:28 Min/Km. Bei Kilometer 4 mal wieder den Rücken ein wenig verrissen, ging aber weiter. Abends: Knacks – Krach – Knack – schon hat der Physiotherapeut drei blockierte Brustwirbel wieder eingerenkt. Hoffentlich hilft das dem Rücken.

Donnerstag: Den Tag über fühlte ich mich müde und schlapp, aber nach dem Warmlaufen habe ich dann doch noch ein anständiges Intervalltraining hinbekommen: 3*3 Kilometer in 11:13, 11:12 und 11:32. Im letzten Intervall war wie immer ein fieser Anstieg versteckt. Das wichtigste: Der Rücken hält.

Freitag: Ruhe.

Samstag: Oberkörperkraftraining. 20 Km in 4:32 Min/Km

Sonntag: Beinkrafttraining. 15 Km in 4:53 Min/Km, zwischendurch Lauf-ABC

 

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 98,3

 

Fazit: Eine anspruchsvolle Woche, aber am Wochenende fühlte ich mich gut. Deshalb blicke ich optimistisch auf die nächsten zwei Belastungswochen.

 
15.09.2009 Atommüll-Endlager in Nürnberg?


"Gorleben als Endlager ist tot!" – Das verkündete Umweltminister Gabriel nach den jüngsten Enthüllungen um das vermeintlich sichere Atommüll-Endlager. Nun beginnt also die Suche von neuem: In ganz Deutschland soll nach einem passenden Lager für den noch Millionen Jahre strahlenden Müll gesucht werden.
In der Vergangenheit gab es nicht wenige, oft sogar gewalttätige Auseinandersetzungen, wenn es um die Endlagerung des Atommülls ging. Doch diese Zeiten müssen nun vorbei sein. Gemeinsinn ist gefragt: Es wird in ganz Deutschland gesucht, abschließend wird der am besten geeignete Standort nach objektiven Kriterien ausgewählt. Hier ist vor allem der Süden Deutschlands in der Pflicht, wird hier doch weit mehr Atomstrom verbraucht als im Norden. Solidarität und Gemeinsinn sind jetzt oberste Bürgerpflicht. Nürnberger Bürger leben dieses Motto in vorbildlicher Weise vor: Sie wiesen das Bundesamt für Strahlenschutz darauf hin, dass im Mittelalter vor den Toren der Stadt Keller in das Erdreich gegraben wurden, das berichten alte Protokolle aus dem Rat der Stadt Nürnberg. In diesen Kellern wurde das aus dem Orient angelieferte Salz gelagert, bevor es am Hauptmarkt verkauft wurde. Der Leiter des Nürnberger Stadtarchivs, Dr. hist. Müller-Hugendorf, vermutet diese Keller unterhalb des heutigen Plärrer. "Diese Keller wurden damals sehr professionell angelegt", berichtet Dr. hist. Müller-Hugendorf. "Wenn in ihnen Salz gelagert werden konnte, warum nicht auch Atommüll? Salzstöcke sollen ja gut geeignet sein. "
Am Donnerstag wird das Bundesamt für Strahlenschutz eine erste Probebohrung vornehmen: Probebohrung in Nürnberg
Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, meint dazu: "Wir werden alles tun, um die Experten bei ihren Bohrungen zu unterstützen. Unsere Stadt stellt sich gerne als Endlager für Atommüll zur Verfügung. Ich habe bereits das Stadtplanungsamt beauftragt, die Planungen für einen Umbau des Plärrers zu beginnen."

 
14.09.2009 Die Regenerationswoche mit dem dicken Ende

Montag: Oberkörperkrafttraining.

Dienstag: 17-Km-Fahrtspiel. Alle Tempobereiche wurden angetestet: Insgesamt drei Kilometer im 4er-Schnitt, drei Sprints bergauf. Zehn Minuten barfuß ausgelaufen.

Mittwoch: Ruhe.

Donnerstag: 15 lockere Kilometer, zwischendurch Lauf-ABC.

Freitag: Ruhe.

Samstag: 30-Km-Testlauf in 1:59:48 Stunden. Damit wurde der 4er-Schnitt um 12 Sekunden geschlagen. Ich habe das Tempo gleichmäßig durchgezogen, die drei 10-Km-Abschnitte bin ich jeweils knapp unter 40 Minuten gelaufen. Die letzten Kilometer musste ich alles zusammenbeißen was ging, um das Tempo zu halten.

Sonntag: Oberkörperkrafttraining, 45 Minuten Ergometer.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 65,6

Fazit: Nach dem erfreulichen 30-Km-Testlauf stürze ich mich frohen Mutes in die letzten Wochen der Vorbereitung für den Mallorca-Marathon am 18. Oktober. Ich hatte angedacht, am nächsten Wochenende den Halbmarathon in Neumarkt zu laufen. Der fällt jetzt allerdings flach, weil ich schon dieses Wochenende die 30 Km gelaufen bin. Schade, denn da wäre sicher eine gute Halbmarathonzeit drin gewesen. Auf der anderen Seite hat mir dieser 30-Km-Test für den Marathon mehr gebracht als ein Halbmarathon.

 
06.09.2009

Trainiert wie die Russen - mein Trainingslager in Ramsau am Dachstein

Ich weilte auch schon 2008 drei Wochen in Ramsau. Damals bekam ich von JKrunning die Vorgaben für mein Trainingslager. Da mich das Trainingslager damals voranbrachte, machte ich dieses Jahr einfach noch einmal das Gleiche. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich es schaffen würde, aber: Ich habe es durchgezogen, teilweise sogar besser als letztes Jahr.

Hier meine taggenauen Aufzeichnungen:

Samstag, 15.08.:
Stressfreie Bahnfahrt nach Schladming. Ich laufe eine kleine Willkommensrunde durch die Ramsau (15 Km). Auf diesem welligen Geläuf kostet eine Durchschnittspace von 4:56 Min/Km schon mächtig viel Kraft.

Sonntag, 16.08.:
Stressfreie Runde um den Rittisberg, nachdem die Willkommensrunde von gestern noch fies in den Beinen hängt.

Montag, 17.08.:
In Ramsau ist es heiß, also nichts wie hoch auf die Türlwandhütte. Die 600 Höhenmeter auf den neun Kilometern lege ich in 53:34 Minuten zurück.
Abends wird sauniert: Der Saunawirt gesteht mir, dass er den Marathon nur in 2:57 Stunden gelaufen ist. Zur Entschuldigung fügt er an, dass er damals drei Schachteln Zigaretten am Tag rauchte. Sogar zum Marathon steckte er sich eine Zigarette in den Schuh, um bei Km 25 eine zu rauchen.

Dienstag, 18.08.:
Auf einer lauschigen Runde geht es elf Kilometer um den Kulmberg, auf einem Waldstück kommt mir zuerst eine Gruppe schneller Läuferinnen entgegen, dann drei Männer, die durch den Wald jagen, als wäre Bekele hinter ihnen her. Ich laufe meine Runde zu Ende, anschließend noch zehnminütiges Barfußlaufen.
Nach den stressfreien Läufen der letzten Tage fühlen sich meine Beine gut an: Jetzt bin ich bereit für große Taten!

Mittwoch, 19.08.:
Das erste Highlight: Rauf auf die Planai!
Auf einem Wanderweg nach Untertal laufe ich einen kleinen Umweg, so komme ich erst nach 58 Minuten an der Planaistraße auf 1100 Metern Seehöhe an. Ich brauche weitere 58 Minuten auf einer staubigen Schotterpiste, um auf der Bergstation der Planai-Seilbahn auf 1825 Metern anzukommen.
Heute keine Mountainbiker überholt, der Grund ist klar: Die Biker lassen sich samt Gefährt mit der Seilbahn hochfahren und donnern dann nach unten.

Am Abend erzählt mir der Masseur, dass die Läufer, die mich gestern im Wald fast über den Haufen rannten, Russen waren. Das russische Langlaufteam trainiert schon in der Ramsau, im Oktober treten sich dann insgesamt neunzehn Nationen in Ramsau auf die Füße, weil sie sich auf dem Dachsteingletscher für die Olympia-Saison einfahren wollen.

Donnerstag, 20.08.:
Lockere Zwei-Stunden-Radtour, anschließend leckeres Kaiserschmarrn-Essen.

Freitag, 21.08.:
Für das Intervalltraining fahre ich hinunter ins Tal. Am Ufer der Enns laufe ich 6 * 1 Km. Ganz flach ist es hier auch nicht: Es geht abwechselnd 20 Höhenmeter bergauf, im nächsten Intervall dann auf dem Rückweg 20 Höhenmeter bergab. Als Zielzeit hatte ich mir 3:35 Minuten vorgenommen. Bergauf muss ich alles für diese Zeit einsetzen, im fünften Intervall schaffe ich es mit allerletztem Einsatz in 3:35 Minuten, bergab geht’s dafür etwas lockerer zu. Ich kann also zufrieden sein, trotzdem komme ich mir langsam vor. Das kommt davon, wenn man zu viel Usain Bolt glotzt.
Es ist immer noch heiß, da tut es gut, nach dem Training die Beine in die Enns zu halten. Anschließend schnaufe ich mit dem Fahrrad noch 400 Höhenmeter hoch nach Ramsau.

Samstag, 22.08.:
15,9 Kilometer stetiges Auf und Ab über das Ramsauer Hochplateau, nach zwei Kilometern Lauf-ABC im WM-Stadion. Nach neun Kilometern eine Rarität: Im Abstand von zwanzig, dreißig Sekunden kommen mir Menschen mit Stöcken entgegen. Allerdings keine Schwergewichte, die man sonst an diesen Stöcken sieht, sondern durchtrainierte Wintersportler, die so schon mal den Ernstfall üben – schließlich steht Olympia vor der Tür.

Sonntag, 23.08.:
Ich muss mich beeilen, um rechtzeitig zum WM-Marathon der Frauen wieder zurück zu sein: Gleich nach dem Frühstück fahre ich nach Rohrmoos, der Gipfel des Hochwurzen versteckt sich hinter Wolken. In Rohrmoos laufe ich erstmal flache zehn Kilometer, bevor es zum Hochwurzen hinaufgeht: Auf sieben Kilometern zieht sich die Schotterstraße siebenhundert Höhenmeter hinauf. GoKart-Fahrer kommen mir entgegen, sie filmen sich gegenseitig während der Abfahrt.
Zehn Minuten nach dem Marathonstart komme ich wieder in meiner Pension an.

Montag, 24.08.:
Heute bekomme ich eine Frühstücksgesprächspartnerin. Sie ist ungefähr so groß wie breit und will in Ramsau die Wandernadeln in Silber, Gold und Gold mit Lorbeer erkämpfen. Das schafft sonst niemand, meint sie. Außerdem meint sie, dass vieles einfacher wäre, wenn sie ein Auto hätte.
Mittags gehe ich eine halbe Stunde plantschen in Ramsau Beach. Danach fühle ich mich etwas platt, den abendlichen Saunagang lasse ich ausfallen.

Dienstag, 25.08.:
Meine Frühstücksgenossin fragt mich, ob ich bei Siemens arbeite. Ja, lüge ich, Abteilung Kraftwerksbau. Sie fragt mich nach der Uhrzeit, weil sie den Bus nicht verpassen will. Sie meint, mit einem Auto hätte sie weniger Probleme. Außerdem will sie wissen, wo es bei mir heute hingeht. Zur Ursprungsalm, sage ich.
Endlich wieder ein richtiger Berglauf: Von Schladming (749 Höhenmeter) auf die Ursprungsalm (1605 Höhenmeter). Besonders knackig sind die letzten 400 Höhenmeter, die nach der Moarhofalm in 14 Haarnadelkurven und 25 Minuten bewältigt werden. An der Ursprungsalm sorgt meine Ankunft für Verzückung bei Autofahrern, die mich unten überholt haben: "Alles gelaufen? In der Zeit?" - Es erstaunt mich immer wieder, wie man mit so einer banalen Sache wie dem Laufen für Begeisterung sorgen kann.
Die Nachrichten melden, dass drei russische Skilangläufer des Dopings überführt wurden.

Mittwoch, 26.08.:
Meine Frühstücksgenossin fragt mich, wo ich gestern war. Auf der Ursprungsalm, antworte ich. Anschließend beklagt sie sich, es sei stressig, auf den Bus angewiesen zu sein. Aber ein Auto könne sie sich nicht leisten.
Es geht ins Tal zum Tempolauf: Auf dem Ennstalradweg laufe ich 7,5 Kilometer Richtung Radstadt, dann wieder 7,5 Kilometer zurück, insgesamt 15 Kilometer in 59:54 Minuten, eine fast genaue Punktlandung. Am Anfang lief es ein wenig zäh, die Ursprungsalm steckte mir noch in den Beinen, doch nach sechs Kilometern kam ich ins Rollen und am Ende hatte ich das Gefühl, auch noch ein paar Kilometer weiterlaufen zu können. Anschließend keuche ich mit dem Rad 400 Höhenmeter nach Ramsau hoch, ich bemerke den von Lukoil gesponsorten Mannschaftsbus des russischen Skilanglaufteams. Ob die drei erwischten Läufer schon abgereist sind?

Donnerstag, 27.08.:
Heute keine Frühstücksweisheiten. Schade.
Ich steige aufs Rad, den Großteil meiner Tour fahre ich auf dem Ennstalradweg bis Öblarn, insgesamt bin ich drei Stunden unterwegs.

Freitag, 28.08.:
Frühstück. Ich schalte in den Ignorier-Modus.
Heute wieder ein Berglauf von Schladming (750 Höhenmeter) zur Türlwandhütte (1692 Höhenmeter). In Ramsau nehme ich nicht den direkten Weg, sondern laufe auf der ausgeschilderten Ramsau-Marathonstrecke einen kleinen Zusatzhaken. So kommen in 1:57 Stunden 20,3 Kilometer zusammen. Oben angekommen, habe ich noch zehn Minuten bis zur Busabfahrt. Zeit genug, jeweils einen halben Liter Apfelschorle und Skiwasser reinzukippen.
Zurück in der Pension, begrüßt mich der Gastgeber: "Sie sehen überhaupt nicht erschöpft aus."
Sofort erkenne ich die Gelegenheit, ein wenig anzugeben: "Ich bin auch nur zwei Stunden gelaufen, da ist man nicht erschöpft."

Samstag, 29.08.:
Frühstück. Trotz Ignorier-Modus plappert meine Bergkameradin munter drauflos: Sie behauptet, sie gehe arbeiten. Dann schwadroniert sie über Hartz IV-Empfänger, die sich einen Urlaub leisten können.
Nach zwei Wochen ist es zum ersten Mal soweit: Dicke Regenwolken hängen fest zwischen Dachstein und Planai. Es wird eine nasse und reizlose zweistündige Radtour.

Sonntag, 30.08.:
Meine Frühstücksgenossin ist mit sämtlichen Wandernadeln im Gepäck abgereist. Himmlische Ruhe im Frühstücksraum.
Auf dem Laufprogramm steht ein Dauerlauf, der durch ein Lauf-ABC unterbrochen und ein paar Höhenmeter abgeschlossen wird. Ich fühle mich etwas schlapp und lasse es ruhig angehen. Vom Rittisberg (1496 Höhenmeter) aus habe ich die volle Auswahl an Verkehrsmitteln: Roller, Sommerrodelbahn, Lift. Ich entscheide mich für Letzteres.

Montag, 31.08.:
Von Schlappheit keine Spur mehr. Ich laufe von Schladming (749 Höhenmeter) auf die Ursprungsalm (1605 Höhenmeter), vorher laufe ich mich in Schladming eine halbe Stunde warm. Vor allem am Anstieg nach Rohrmoos habe ich das Gefühl, dass er mir weniger Mühe macht als am Dienstag, insgesamt bin ich zwei Minuten schneller.
Auf der Busabfahrt werde ich etwas wehmütig: Auf die Ursprungsalm werde ich in diesem Trainingslager nicht mehr laufen, es neigt sich langsam dem Ende zu.

Dienstag, 01.09.:
Ruhetag. Ungefähr zwanzig Stunden geschlafen, zwischendurch Oberkörper gekräftigt und mit Kaiserschmarrn gestärkt.

Mittwoch, 02.09.:
Beinahe drei Wochen hartes Training fordern ihren Tribut. Ein Tempolauf über zwanzig Kilometer steht auf dem Plan, ich peile den 4er-Schnitt an. Ich merke schnell, dass ich das Tempo nicht halten kann. Auf den letzten Kilometern fühle ich mich wie auf dem Schlussstück eines Marathons, ich falle auf 4:10 bis 4:15 Min/Km ab. Nach zwanzig Kilometern bin ich sternhagelblau, Schnitt: 4:04 Min/Km.

Donnerstag, 03.09.:
Das mit dem Tempolauf muss noch einmal geübt werden. Nach dem gestrigen Lauf schraube ich meine Erwartungen für den 15-Km-Lauf auf 4:10 Min/Km herunter, mit einer Mischung aus grimmigem Trotz und wilder Entschlossenheit gehe ich die Aufgabe an. Bei der Hälfte der Strecke halte ich genau den angestrebten Schnitt von 4:10 Min/Km. Dann drehe ich um, von jetzt an geht es an der Enns stromabwärts entlang. Ich werde schneller. Warum habe ich davon gestern nichts gespürt? Auf den letzten beiden Kilometern beweise ich mit 3:56 und 4:01 Min/Km Steherqualitäten, am Ende steht ein Gesamtschnitt von 4:07 Min/Km.
Ich weiß, was jetzt viele denken: Wenn der Marathonstorch am Vortag wirklich so sternhagelblau war wie behauptet, dann kann er am nächsten Tag unmöglich schon wieder so schnell unterwegs sein. Nun, ich kann es nicht ändern, es war so. Vermutlich gehört es zu meinen Stärken, dass ich mich schnell erholen kann.
Auf dem Weg mit dem Mountainbike hinauf nach Ramsau holt mich mein Masseur ein. Die Unterhaltung mit ihm macht mir den Anstieg leichter. Er fährt am Wochenende ein Radrennen über 155 Kilometer mit 2000 Höhenmetern.

Freitag, 04.09.:
Der insgesamt zweite Regentag verhagelt mir das Finale: Eigentlich wollte ich noch einmal auf die Planai laufen, aber um mir die Radtour nach Schladming zu ersparen, bleibe ich in Ramsau. Ich bekomme meine Beine kaum mehr vom Boden. Im Schleichschritt quäle ich mich um den Rittisberg, zwei nasse Stunden brauche ich für 21 Kilometer. Insgesamt aber trotzdem genau die richtige Einheit für diesen letzten Tag: Jetzt bin ich froh, dass das Trainingslager vorbei ist.

Samstag, 05.09.:

Sechs Kilometer lockeres Austraben. Auf den Bergen rund um Ramsau liegt Schnee. Höchste Zeit für die stressfreie Heimreise mit der Bahn.

Sonntag, 06.09.:

Ich sehe auf meiner Hausrunde nach dem Rechten. Es ist tatsächlich immer noch alles beim Alten, nur ein paar Wahlplakate schieben sich hie und da in den Gesichtskreis. Ich absolviere 10,8 Kilometer im Wohlfühltempo von 4:40 Min/Km. JK hat mich letztes Jahr am Tag nach meiner Rückkehr auf einen 12-Km-Lauf in 3:48 Min/Km geschickt. Ich weiß nicht, wie das meine Beine damals noch ausgehalten haben.

Fazit:
Das Wichtigste: Das Laufen hat meistens Spaß gemacht und ich bin ohne Verletzung durchgekommen. Jetzt, auf der Heimreise, packt mich ein wenig die Wehmut, wenn ich aus dem Zugfenster auf den Ennstalradweg blicke, den ich vor ein paar Tagen entlanggerast bin und den Platz am Ufer der Enns erspähe, wo ich nach den Läufen meine Beine ins Wasser hielt.

Meine Kilometerleistung der letzten drei Wochen: 296,5. Liest sich auf den ersten Blick etwas wenig, aber es waren viele Höhenmeter dabei, da zählen die Laufkilometer doppelt. Außerdem bin ich noch ca. 230 Km radgefahren.

Die Laufeinheiten lassen sich unterteilen in: Schöne Bergläufe, harte Tempoläufe.
Wegen meiner Verletzung im letzten Jahr schwor ich mir, nie mehr zwei Tempoläufe an zwei Tagen hintereinander zu laufen. Diesen Schwur habe ich am Mittwoch und Donnerstag der letzten Trainingslagerwoche gebrochen. Gründe dafür waren:
1.Die zwei Tempoläufe habe ich auch im letzten Jahr noch überstanden.
2.Im Gegensatz zum letzten Jahr werde ich in der Woche nach dem Trainingslager eine Regenerationswoche einschieben.

Schlusswort
Der geneigte Leser wird sich fragen: Gut, der Marathonstorch ist ein paar Berge hochgelaufen, aber was hat er sonst getrieben? Go-Kart? Sommerrodelbahn? Schnitzel essen? Das Ramsauer Nachtleben? Mit den Russen Wodka gesoffen?
Nichts von alldem. Der Rest des Ramsau-Aufenthalts war Knochenarbeit. Ich verrichtete sie während dieser drei Wochen Tag für Tag an meinem Notebook: Kapitel für Kapitel meines Romans habe ich überarbeitet, die Trainingseinheiten waren dagegen die reinste Erholung. Ich bin mit der Überarbeitung gut vorangekommen, der Roman ist wie meine Laufleistung um zwei Klassen besser geworden. Trotzdem: Die Überarbeitung wird mich noch bis in das nächste Jahr hinein beschäftigen.

 
10.08.2009 Es läuft

Montag: Beinkrafttraining, 15 Km in 4:27 Min/Km

Dienstag: Ruhe

Mittwoch: 10 Km Tempolauf: Es war ein harter Kampf gegen den 4:00er-Schnitt, am Ende habe ich ihn mit einer Zeit von 39:50 Minuten knapp gewonnen. Kaum zu glauben, dass ich beim Marathon am 28. Juni dieses Tempo noch 30 Kilometer lang durchhalten konnte.

Donnerstag: 24 Km in 2 Stunden.

Freitag: Rumpf- und Oberkörperkrafttraining.

Samstag: 3 * 3 Kilometer in 11:11, 11:15 und 11:39 Minuten. Der Fluch des zu späten Trainingsbeginns, oder: Wer erst um 10:30 Uhr losläuft, den bestraft die Hitze. Bereits in den ersten beiden Intervallen lässt die Hitze den Puls auf über 170 Schläge in der Minute schnellen. Im letzten Intervall war wie immer ein knackiger Anstieg versteckt. Angesichts Trainingsrückstand und Hitze bin ich mit den Zeiten zufrieden.

Sonntag: 100 Km Rad fahren, danach 15 Km laufen in 4:49 Minuten/Km. Ich hatte keine Lust auf eine richtig lange 6-Stunden-Radtour, aber nach den 24 Kilometern vom Donnerstag wollte ich meinen Beinen nicht schon wieder einen langen Lauf zumuten. So kam diese Zwitter-Lösung heraus. Es hat aber insgesamt Spaß gemacht, ich werde es mir für die Zukunft merken.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 84

Fazit: Die Einheiten am Mittwoch / Donnerstag und Samstag / Sonntag haben mich vorangebracht: Am ersten Tag kurz und schnell, am zweiten Tag lang und langsam. Diese zwei Doppelschläge führten zu einer deutlichen Steigerung im Laufumfang, außerdem bin ich am Mittwoch und am Samstag zum ersten Mal seit dem 28. Juni wieder richtig schnell gelaufen.

Wie geht’s weiter?

Ich habe mein Trainingslager gebucht: Ab Samstag, 15. August, werde ich für drei Wochen die Berge und Täler rund um Ramsau am Dachstein unsicher machen. Bis zu meiner Abreise am Samstag werde ich etwas kürzer treten, ebenso werde ich nach dem Trainingslager eine Regenerationswoche einschieben. Anschließend bleibt im September und Oktober noch Zeit für drei Belastungswochen und zwei Taperingwochen, bevor am 18. Oktober in Mallorca der Startschuss fällt. Die Übersicht sieht also so aus:

KW 33: Ruhe vor dem Sturm.

KW 34-36: Trainingslager Ramsau am Dachstein.

KW 37: Regeneration.

KW 38-40: Belastungswochen.

KW 41-42: Tapering.

18. Oktober: Mallorca-Marathon.

Soweit zur Theorie. Die Praxis wird wie immer einige Überraschungen bereithalten.

 
08.08.2009

Die Teerose

Ich habe mal wieder einen Historischen Roman gelesen - Die Teerose von Jennifer Donnelly. Ein Buch, das keine Wünsche offen lässt! Mehr hier: Rezension von "Die Teerose"

 
03.08.2009

Der Motor springt wieder an

Montag: 15 Km im lockeren Dauerlauftempo, trotzdem spüre ich danach die Waden stärker als nach einem Marathon.

Dienstag: Beinkrafttraining.

Mittwoch: Die Erleuchtung: Mir fällt auf, dass ich seit dem Marathon aus Versehen mit meinen alten Einlagen und Schuhen gelaufen bin. So kann das nichts werden. Mit neuen Einlagen und Schuhen geht’s auf lockere zwölf Kilometer.

Donnerstag: 15 Kilometer laufe ich im 4:45er-Schnitt dahin, auf den letzten zwei Kilometer beschleunige ich auf 4:11 und 4:04 Minuten, die Waden geben Ruhe. So macht laufen wieder Spaß!

Freitag: Oberkörperkrafttraining

Samstag: Sechs-Stunden-Radtour; das Dach der Tour ist die höchste Erhebung Mittelfrankens: Der Hesselberg, ein knackiger Anstieg führt über drei Kilometer auf 689 Meter über Null. Danach noch Lauf-ABC auf dem Fußballplatz des SV Unterwurmbach.

Sonntag: 21 Km in 4:53 Min/Km.

 

Fazit: Insgesamt 66 Laufkilometer, dazu noch die lange Radtour am Samstag – das war mal wieder eine einigermaßen ernsthafte Trainingswoche. Was noch fehlt, ist das Tempo. Das will ich nächste Woche wieder aufnehmen. Ich hoffe, der Motor kommt dadurch nicht wieder ins Stottern.

 
27.07.2009

Ein alter Mann versucht zu laufen

Montag: 15 lockere Kilometer in 4:45 Min/Km

Dienstag: 10 Minuten Barfußlauf

Mittwoch: Beinahe 10 Km sind gelaufen, Schnitt 4:26 Min/Km, als mich ein Ziehen in der linken Wade zum Stehenbleiben zwingt. Ich habe am nächsten Tag Glück und ergattere einen Termin beim Physiotherapeuten. Sein Befund: Mein Fuß war blockiert, dadurch hatte ich Probleme beim Abrollen, was zu den Wadenschmerzen geführt haben kann. Am Freitag starte ich wieder einen Laufversuch über 6 Km: Auf den ersten beiden Kilometern spüre ich die Wade noch ziemlich stark, dann lassen die Schmerzen nach. Am nächsten Tag läuft es besser. Nur am Anfang motzt die Wade noch ein wenig, ab Km 5 gibt sie Ruhe. Ich laufe insgesamt 10 lockere Kilometer.

Sonntag: 5-Stunden-Radtour durch die fränkische Pampa.

 

Fazit: Es sollte eigentlich eine Eingewöhnungswoche mit 60-70 Km werden, aber die Wadenprobleme haben das verhindert. Ich hoffe, der Heilungsprozess schreitet weiter gut voran.

 
24.07.2009
Die Radtour auf der Römerroute: Varus, Ruhrpott, Rhabarberkuchen

Die Römerroute von Xanten nach Detmold folgt zum größten Teil dem Lauf der Lippe, jenem Fluss, an dessen Ufer römische Soldaten einst Lager um Lager anlegten, um die Provinz Germanien zu kontrollieren. Der Besatzungsversuch endete vor 2000 Jahren: In der Varusschlacht vernichteten die Germanen unter der Führung des Arminius drei römische Legionen. Aus diesem Anlass wurde eine Ausstellung auf die Beine gestellt mit dem Namen „Imperium Konflikt Mythos“. Jedes dieser drei Worte steht für jeweils eine Ausstellung. Die Ausstellung „Imperium“ wird in Haltern am See gezeigt, „Konflikt“ in Kalkriese und „Mythos“ in Detmold. Ich habe diese drei Ausstellungen besucht und werde im Lauf des Berichts näher auf sie eingehen.

Xanten:

Die Geschichte Xantens – dem Startpunkt unserer Radtour – ist eng mit dem Römischen Reich verknüpft. Vom dortigen Legionslager wurde die Eroberung Germaniens in Angriff genommen, nach dem Scheitern dieser Eroberung entwickelte sich aus dem Legionslager eine Colonia, in deren Mauern bis zu 10.000 Menschen lebten. Das mittelalterliche Xanten entstand durch den römischen Legionär Victor: Der Sage nach wurde er geköpft, weil er sich als Christ weigerte, die römischen Götter anzubeten. Um das Grab des Märtyrers entstand der Dom, um den sich wiederum das mittelalterliche Xanten ausbreitete. Die Baumaterialien für diese Stadt kamen natürlich zum Großteil aus der alten Römerstadt. In unserer Zeit baut man sie nun wieder auf: Tempel, Thermen, Amphitheater, Stadtmauer und weitere Häuser sind im Archäologischen Park Xanten teilweise rekonstruiert (siehe Bilder). Es muss eine imposante Stadt gewesen sein, gerade wenn man bedenkt, dass nur wenige Meilen weiter östlich die Menschen in Weilern lebten, in großen Häusern zusammen mit dem Vieh schliefen und die Schrift unbekannt war.

Auf dem Gebiet der Colonia findet sich auch das Römermuseum. Im Untergeschoss wird die Geschichte des Marcus Caelius erzählt, dem ersten Centurio einer Legion, die in der Varusschlacht vernichtet wurde (s. Wiki-Artikel zu Marcus Caelius). Sein Grabstein ist der einzige eindeutige archäologische Hinweis auf die Schlacht, denn in ihm steht, dass der Centurio in der Varusschlacht fiel (siehe Bild).

Hier ein paar Bilder aus Xanten - bitte auf die Links klicken:

Die Teilrekonstruktion des Hafentempels in Xanten

Die Thermen in Xanten - unten wird ausgegraben, oben wird das Dach in den ursprünglichen Maßen nachgebaut

Marathonstorch neben dem Grabstein des Marcus Caelius

Xanten – Haltern (82 km):

Endlich geht’s los: Andy und ich schwingen sich auf die Räder. Die massige Auswahl an Radwegen stiftet Verwirrung (siehe Bild), aber schließlich finden wir den Richtigen. Die nächste Pause lässt jedoch nicht lange auf sich warten: Auf einer Weide stakst ein Storch, da ist ein Foto natürlich Pflicht (s. Bild).

Hier zwei Bilder von der Radtour- bitte auf die Links klicken:

Radwege - man hat die Wahl

Zwei Störche

Über flache Landstraßen, Wald- und Schotterwege rollt es zügig voran, auch wenn Andy nach seinem Drüsenfieber noch nicht wieder zu alter Form gefunden hat. So ist zwischendurch auch mal eine Pause mit einem Pott Kakao und Rhabarberkuchen angebracht. Ab Dorsten mehren sich die königsblauen Fahnen, die in Vorgärten und auf Balkonen wehen. Glück auf!

Haltern – Werne (80 Km):

Am Morgen machen wir zunächst die Museen in Haltern unsicher: In Haltern war vor der Varusschlacht ein römisches Verwaltungszentrum entstanden. Von hier aus sollte die neue Provinz Germanien regiert werden, Varus hielt sich dort bestimmt einige Zeit auf. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund findet hier die Ausstellung „Imperium“ statt. Sie zeigt Roms Aufstieg zur Weltmacht und das Aufblühen von Kunst, Literatur und Architektur unter der Herrschaft des Augustus. Hochkarätige Ausstellungsstücke reihen sich aneinander: Sie kommen u. a. aus Pompeji und den Kapitolinischen Museen in Rom und zeigen beispielsweise Teile von Augustus' Friedensaltar oder einen Caesar-Porträtkopf aus dem Jahr 45 oder 44 v. Chr. Eines der seltenen Porträts, das noch zu Lebzeiten des Dictators gefertigt wurde. Diese Ausstellung ist für mich das Highlight der im Vorspann angesprochenen Ausstellungsreihe „Imperium Konflikt Mythos“.

Hier ein Bild aus dem Römermuseum - bitte auf den Link klicken:

Im Römermuseum: Marathonstorch mit Legionärsgepäck

Kurz vor 13 Uhr startet – endlich – unsere Etappe. Zunächst verfransen wir uns ein paar Mal: Meistens ist die Strecke zwar gut ausgeschildert, aber eben nicht immer. Dann kommt es vor, dass man dort herauskommt, wo man bereits vor einer halben Stunde stand.

Doch dank modernster Navigationsinstrumente nähern wir uns unaufhaltsam unserer Unterkunft zwischen Werne und Hamm.

In Xanten fühlte man sich schon fast in Holland, jetzt siehen wir das Ruhrgebiet an jeder Ecke: Schornsteine und Kanäle, auf denen früher die Kohle aus dem Ruhrpott verschifft wurde.

Irgendwo haben wir eine unsichtbare Grenze passiert: Heute sind fast nur BVB-Fahnen zu sehen.

 

Hamm – Paderborn (115 Km):

Heute steht kein Museumsbesuch auf dem Programm, also können ordentlich Kilometer geschruppt werden. In Hamm geht es durch Viertel, die das Flair der Fürther Südstadt versprühen. Immerhin finde ich einen Rasenplatz, auf dem ich mein Lauf-ABC absolvieren kann (siehe Foto). Nach Hamm verlassen wir das Ruhrgebiet und tauchen in Heidelandschaft ein. Die Besiedlung des Landes hat sich seit den Zeiten des Arminius nicht viel verändert: Hie und da ein Gehöft, außen grasen die Rinder. Das ist der Unterschied zur fränkischen Pampa: Hier gibt es wenig einzelstehende Gehöfte, sondern es siedeln mehrere kleine Bauernhöfe zusammen in einem Dorf mit Kirche und Wädschaffd.

Herzfeld wird ein unerwartetes Highlight der Etappe: Hier besuchen wir die Wallfahrtskirche der Heiligen Ida, ein beeindruckender gothischer Bau, in der Krypta mit dem Reliquienschrein sind Reste der romanischen Kirche aus dem 10. Jahrhundert zu sehen. Danach gebe ich dem Gequengel von Andy nach und lasse mich zu einem Pott Kakao mit Waffel im nahen Cafe überreden.

In Anreppen stoßen wir auf die letzten Römerspuren der Radtour: Hier stand vor der Varusschlacht das östlichste Römerlager an den Ufern der Lippe. Viel ist davon nicht übrig, denn die Römer brannten es nieder, bevor sie es aufgaben. Jedoch wurden inzwischen die beiden Hauptstraßen des Römerlagers mit Kies markiert und die Gräben, die das Lager schützten, wurden rekonstruiert (siehe Bilder).

Hier drei Bilder von der Radtour- bitte auf die Links klicken:

Marathonstorch beim Lauf-ABC

Die Lagerstraße im Römerlager Anreppen

Der rekonstruierte Graben im Römerlager Anreppen

In Paderborn drängt sich unweigerlich die Frage auf: Was haben Nürnberg und Paderborn gemeinsam? Die Fußballvereine beider Städte wurden in ihrer jeweiligen Liga Dritter und stiegen in der Relegation auf.

Nach dem Check-In im Hotel machen wir noch einen Abstecher in die Stadt. In Paderborn ließ Karl der Große eine Kaiserpfalz bauen; der Dom erstrahlt im Gegensatz zur Kaiserpfalz immer noch in imposanter Größe (siehe Foto). Warum das Hasenfenster (siehe Foto) so berühmt ist, kann ich nicht nachvollziehen.

Hier drei Bilder von der Radtour und aus Paderborn - bitte auf die Links klicken:

Jetzt wird's gefährlich

Der Paderborner Dom

Das Hasenfenster im Paderborner Dom

 

Paderborn – Detmold (45 Km):

Kurz nach Paderborn beginnt der stetige Anstieg in den Teutoburger Wald. Einem Seilzug meines Fahrrads reicht die Kletterei: Er reißt, ich kann nur noch auf dem vorderen Zahnkranz schalten und bin somit nur noch mit drei Gängen unterwegs. Zum Glück liegt die Kette auf dem hinteren Zahnkranz oben, also auf dem leichtesten Gang, denn dieser Gang ist nötig bei einigen Anstiegen im Teutoburger Wald. Bei einem dieser Anstiege steigt Andy vom Rad und fordert mich auf, endlich mein Lauf-ABC zu machen, damit er wieder Atem schöpfen kann: „Gibts da kei Wiese, auf der du aweng rumhoppeln kannst?“ – Nein, weit und breit keine Wiese, nur Bäume, also weiter hinauf bis zum Hermannsdenkmal (siehe Bild), anschließend Abfahrt nach Detmold zur Ausstellung „Mythos“. Diese Ausstellung ist zweigeteilt: Im Erdgeschoss werden Ausstellungsstücke präsentiert, die zum einen auf das Leben der Germanen schließen lassen (Grabbeigaben, Landwirtschaft, Eisenherstellung), zum anderen wird die Sicht der Römer auf die Germanen erklärt. Dies geschieht mit Statuen von Germanen (oft Gefangene) und durch Textstellen aus Tacitus' „Germania“. Der zweite Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Mythos um Arminius, der seit der Wiederentdeckung von Tacitus' Schriften über die Varusschlacht im 15. Jahrhundert von verschiedensten Seiten für deren Zwecke instrumentalisiert wurde. Da der erste Teil klein gehalten ist und der zweite Teil uns nicht interessiert, sind wir zügig wieder vor den Türen des Museums und erreichen den Zug um 14:02. Es geht zurück nach Xanten.

Hier ein Bilder vom Hermannsdenkmal - bitte auf den Link klicken:

Hermann der Cherusker

Kalkriese:

Der Fahrräder werden auseinandergebaut und im Kofferraum verstaut, mit dem Auto brausen wir nach Kalkriese, dem derzeit heißesten Kandidaten für den Ort der Varusschlacht.

Die Ausstellung dort gliedert sich in drei Teile:

  1. Park: An einer Engstelle zwischen einem Hügel und dem Moor überfielen die Germanen den römischen Heereszug. Platten und Schilder erklären das Schlachtgeschehen, der Germanenwall wurde für ein paar Meter rekonstruiert (siehe Foto). Man bekommt einen Eindruck, wie die Schlacht an diesem Ort geschlagen wurde.
  2. Die Dauerausstellung zur Varusschlacht im Turm: Es werden Grabungsfunde präsentiert, u. a. der berühmte Reiterhelm. Besonderer Wert wird natürlich auf die Funde gelegt, die dafür sprechen, dass in Kalkriese tatsächlich die Varusschlacht stattfand: Alle gefundenen Münzen wurden vor dem Jahr 9 geprägt. Außerdem entdeckten die Archäologen Gruben, in denen Knochen lagen, die vor ihrem Begräbnis ein paar Jahre an der Oberfläche bleichten. Dies deckt sich mit dem Bericht über den Besuch des römischen Feldherrn Germanicus einige Jahre später auf dem Schlachtfeld: Er ließ die verbliebenen Knochen bestatten. Ergänzt wird die Ausstellung durch Angaben über die beteiligten Seiten (z. B. Bewaffnung) und durch ein paar nette Animationen, z. B. einer Landkarte, auf der die Kriege Rom vs. Germanen vor der Varusschlacht gezeigt werden. Was fehlt, ist eine komplette Rekonstruktion des Schlachtverlaufs. So weiß man z. B. nicht, ob bei den Ausgrabungen im Park Kalkriese am Anfang oder gegen Ende der Schlacht gekämpft wurde. Fest steht nur, dass sich Germanen und Römer in einem weiten Umkreis mehrere Tage lang beharkten.
  3. Sonderausstellung „Konflikt“ im Besucherzentrum: Sie beschäftigt sich mit römisch-germanischen Konflikten in den Jahrhunderten nach der Varusschlacht; gezeigt werden Waffenfunde und Grabbeigaben.

Hier drei Bilder aus Kalkriese - bitte auf die Links klicken:

Die Platten zeichnen den Marschweg der Roemer nach - die Stangen den Germanenwall

Der rekonstruierte Germanenwall

Der Hinterhalt: Links der Hügel, rechts das Moor, und mittendrin: Die Römer.

Fazit:

Eine lohnenswerte Reise in die Vergangenheit, zu einem Konflikt, der die Geschichte Deutschlands und Europas geprägt hat. Auf der Radtour lernten wir Deutschlands Vielfalt kennen: Wir fuhren durch Kleinstädte mit Häusern aus Backstein, streiften das Ruhrgebiet mit seinen Fabriken und Schornsteinen, ließen uns durch Heidelandschaft rollen und ächzten schließlich durch den Teutoburger Wald hinauf zum Hermannsdenkmal.

 

 
11.07.2009

Römerroute

Ich werde mich morgen auf die Spuren von Varus und Arminius begeben: Aus Anlass des 2000-jährigen Varus-Schlacht-Jubiläums geht's per Rad auf der Römerroute von Xanten nach Detmold (www.roemerroute.de). Insgesamt 315 Kilometer, wir wollen sie gemütlich in vier Tagen bewältigen.
Diese Woche bin ich lockere 30 km gelaufen, daneben standen jeden Tag Krafttraining und Stabi-Übungen auf dem Trainingsplan.

 
07.07.2009

Die Bildergalerie zum Metropolmarathon

Endlich fertig: Die Bildergalerie zum Metropolmarathon 2009

In der Bildergalerie kann man erahnen, dass der Rennverlauf ebenso abwechslungsreich war wie die Strecke.

 
05.07.2009

Relaxing Marathonstorch

Montag: 30 Minuten Ergometer.

Dienstag: Ruhe

Mittwoch: Saunieren in der örtlichen Wellness-Oase.

Donnerstag: Krafttraining Oberkörper, 60 Minuten Ergometer.

Freitag: Stabilisationsübungen, Lauf-ABC und 5 Minuten Barfußlauf.

Samstag: Stabi-Übungen, 6 Km lockerer Dauerlauf.

Sonntag: Krafttraining Oberkörper, 2 Stunden mit dem Rad am Kanal entlanggerollt (55 Km), 7 Minuten Barfußlauf

Der gröbste Muskelkater war schon Anfang der Woche überstanden, allerdings sind die Beine immer noch ein bisschen schwer.

Die Bildergalerie zum Metropolmarathon ist noch in Arbeit!

 
30.06.2009

Metropolmarathon 2009: Der viel zu lang geratene Bericht

Die Woche vor dem Marathon:

Montag: 10 Km in 40:49 Minuten. Es lief gut, aber dann machte ich eine falsche Bewegung und es zog wieder in den Rücken. Meine Lust, einen Marathon zu laufen: Null!

Dienstag: 15 Km in 4:33 Min/Km. Wieder eine Blase gelaufen. Die Einlagen müssen zum zweiten Mal nachgearbeitet werden. Die Lust, einen Marathon zu laufen, sinkt auf unter Null.

Mittwoch: 6 * 1 Minute schnell.

Donnerstag: Nach den paar Metern vom Vortag habe ich immer noch seltsam schwere Beine. Deshalb ersetze ich den geplanten 10-Km-Lauf durch 45 Minuten Ergometer.

Freitag: Ruhe

Samstag: 30 Minuten lockerer Dauerlauf. Ich finde mich damit ab, morgen einen Marathon laufen zu müssen. Wird schon irgendwie gehen.

 

Der Marathontag:

Am Sonntagmorgen stoße ich auf der Suche nach Motivationsvideos auf den Bekele-Song. Unbedingt auf den Link klicken und anschauen! Link: Bekele-Song auf You Tube

Nach der Fahrt in der mit drahtigen Läufern und pummeligen Stockmenschen gut gefüllten U-Bahn schlage ich auf der Fürther Freiheit auf.

Ein Vorteil des Metropolmarathons ist: Man trifft viele bekannte Gesichter. Eines davon gehört Robert Wimmer (Link: Vorstellung Robert Wimmer). Er kommt gerade vom Transeuropalauf, der dieses Jahr von Süditalien zum Nordkap führte. Zum Auslaufen hängt er noch ein Marathönchen dran. Zur Vorbereitung auf den Transeuropalauf ist er übrigens 12 Stunden auf einem Laufband gelaufen: 145,2 Km, Weltrekord. Mich fragt er, ob heute die 2:35 Stunden drin sind. Er hat wohl noch meine Zeiten aus 2006 im Kopf und denkt, ich hätte mich seitdem gesteigert.

Das Rennen:

Der Startschuss fällt und auf einmal sind alle Zweifel der letzten Wochen vergessen. Wie bei jedem Marathon muss ich mich zu Beginn bremsen. Ich laufe einen 4er-Schnitt und fühle mich bis Km 20 richtig locker, als wäre ich gerade aus dem Bett gestiegen.

Unterhaltung bietet die Rivalität zwischen Nürnberg und Fürth, die ich provoziere, weil ich im FCN-Trikot durch Fürth laufe. Am Playmobilstadion bin ich gezwungen, zwischen zwei Riesenfahnen der Aufstiegsverweigerer durchzulaufen, von Fahnenschwenkern und dem Dutzend weiterer grün-weiß Gekleideter dringen ein paar unflätige Worte an meine Ohren. Ich versuche erst gar nicht, an dieser Verpflegungsstelle etwas zu trinken zu bekommen. In Vach kleben Zettel an Verkehrsschildern: "Verreck Verreck Nürnberg-Dreck". Auch beliebt sind Sprüche wie: „Du hast das falsche Trikot an!“ – Eine Frau gibt sich erschrocken: „Oh Gott, FCN, da darf ich nicht klatschen.“ - Ich nehme diese Sprüche nicht allzu ernst, einem Fürther würde es in Nürnberg nicht anders gehen. Den meisten Zuschauern ist diese Rivalität aber egal, sie applaudieren auch dem rotgewandeten Marathonstorch. In jedem Dorf haben sich ein paar Leute am Straßenrand eingefunden, hie und da finden kleine Feste statt, meistens allerdings sind sie nicht gut besucht. Beim Jahrtausendmarathon 2007 haben sich Presse und Läufer in Lobeshymnen über die gute Stimmung überschlagen, inzwischen scheint die Marathon-Euphorie abgeflaut zu sein und deshalb ist es vielleicht gut, dass im nächsten Jahr die Strecke von Fürth nach Nürnberg führen soll.

Beim Halbmarathon laufe ich auf Ironhannes (sechsmaliger Sieger des Nürnberger Stadtlaufs und x-facher Ironman: www.ironhannes.de) auf, zusammen mit Markus Spägele bilden wir eine 3er-Gruppe der Plätze 4 bis 6. Die Führung wechselt ständig, auf Autobahnbrücken, Feldwegen und Landstraßen. Ich bin bergab der Schnellste, dafür laufen mir die anderen davon, wenn es mal wieder leicht bergauf geht. Die Beine werden schwerer, die Luft dünner, um den Km 30 muss Ironhannes abreißen lassen, aber auch ich werde ab Km 30 langsamer: Ich falle auf 4:10 - 4:15 Min/Km zurück, Markus Spägele muss ich ziehen lassen, dafür hole ich den Läufer ein, der lange Zeit auf Platz 3 lag. Er ist ein Fan der Aufstiegsverweigerer, mit dem ich mich schon vor dem Lauf unterhalten habe, sein Kommentar beim Überholvorgang: Komm Storchi, mach's wie der Club: Stürm auf Platz 3! Ich bin tot.“ - Leider habe ich den dritten Platz nicht mehr drauf: Im rechten Oberschenkel setzt ein fieses, einen Krampf androhendes Ziehen ein, einige Kilometer laufe ich nur noch in 4:30 Min/Km.

Jeder, der wissen will, wie lang eine halbe Stunde werden kann, sollte einen Marathon laufen. Am Anfang geht alles unheimlich schnell: Ein Kilometer nach dem anderen fällt: Jedes Mal, wenn ich das 4-, 9-, oder 16-Km-Schild sehe, denke ich mir: Was? Schon wieder ein Kilometer geschafft?“ - Bei Km 34 kann ich mir nicht vorstellen, wie es mir gelingen soll, noch 8 verdammte Kilometer zu laufen. Es geht am Europakanal entlang, schnurgeradeaus. Ich versuche mich aufzurichten: Ist ja nur noch ein bisschen mehr als 30 Minuten, dann warte ich sehnsüchtig auf das 35-Km-Schild. Wo bleibt es denn? Habe ich es verpasst? Ungeduldig blicke ich auf mein GSP-Gerät: 34,4 Km ... So geht das bis Km 39, hier setzt sich die Erkenntnis durch, dass es keinen Sinn macht, ständig auf die Uhr zu glotzen, die Kilometer werden dadurch nicht kürzer. Also Augen zu und durch.

Ironhannes packt wie immer sein Kämpferherz aus und zieht an mir vorbei. Während wir durch Fürther Häuserschluchten auf die Innenstadt zulaufen, versucht er, mich mit FCN-Rufen zu motivieren. Für ein paar Sekunden versuche ich, an ihm dranzubleiben, aber ich erkenne schnell die Aussichtslosigkeit meines Bemühens. So geht es auf einem sicheren 5. Platz die letzten Kilometer durch Fürth - oft über fieses Kopfsteinpflaster, ständig um Kurven herum, an Stimmungsnestern und Halbmarathonläufern vorbei.

Ich werfe mich nach 2:53 Stunden als Fünfter über die Ziellinie, das abrupte Stehenbleiben tut mir nicht gut: Ich schwanke, halte mich kurz an DJ fest, finde aber zum Glück schnell mein Gleichgewicht wieder und schleppe mich erstmal zu den Getränkeständen, dann zur Massage, anschließend lasse ich vom roten Kreuz noch meine Blase desinfizieren.

Auf die Altersklassen-Siegerehrung muss ich einige Stunden warten. Der Metropolmarathon ist wieder einmal ein gutes Beispiel für den Unsinn einer Altersklassenwertung: Ich bin Erster der AK 30. Spontan würde man denken, die vor mir platzierten Läufer wären unter 30-Jährige. Weit gefehlt: Drei von vier vor mir platzierten Läufern sind aus der AK 40! Trotzdem lohnt sich die Warterei am Ende, schließlich erhalte ich als Preis u. a. einen Freistart am Metropolmarathon 2010: Hier soll der Start in Fürth sein und das Ziel in Nürnberg. Da ist eine Teilnahme natürlich Pflicht. Und wenn ich es recht überlege: Die Altersklassenwertung ist spitze!

Bilder folgen noch!

 

Fazit: Wenn man schon einmal 2:43 Stunden gelaufen ist, kann man über eine 2:53 natürlich nicht restlos begeistert sein. Die Erklärung für die 10 Minuten Differenz ist einfach: In den 10 Wochen vor dem Rom-Marathon 2006 lief ich 1032 Km, dieses Mal nur 733 Km. Natürlich wäre ich dieses Jahr auch gerne mehr gelaufen, aber nach den Verletzungen der letzten Jahre muss ich mich zurücknehmen.

Trotzdem: Es war einfach ein geiler Lauf! Die Voraussetzung dafür war, dass einige Läufer meiner Leistungsklasse am Start waren. Sich mit diesen Läufern zu messen, ist der Sinn eines Wettkampfs und der wurde hier voll erfüllt.

 

Danksagungen:

Mein besonderer Dank geht an die Supporter, die mich teils an der Strecke stehend, teils auf dem Fahrrad begleitend immer wieder angefeuert haben: Tim, Erfolgsfan, Racer, Hannes und meine Eltern. Beim Weltkulturerbelauf habe ich geschrieben, dass ich wegen der vielen Zuschauer zwar nicht schneller gelaufen bin, aber es einfach mehr Spaß gemacht hat. Dieses Mal bin ich mir sicher, dass ich ohne Unterstützung langsamer gewesen wäre: Ich hätte mich auf den letzten Kilometern etwas zurückgenommen.

Pheidippides: Er hat uns diesen wunderschönen Lauf geschenkt.

Auch die Organisation hat in diesem Jahr funktioniert, wenngleich die Ausschilderung der Strecke nicht immer eindeutig war. Aber es hat sich immer ein Streckenposten gefunden, der uns gerade noch rechzeitig auf den richtigen Weg lotste. Trotzdem ist so etwas riskant: Wenn ein Streckenposten schläft,  ist der GAU da.

 

Wie geht's weiter?

In den nächsten drei Wochen werde ich wenig laufen. Wenn ich danach wieder ernsthaft trainieren kann, dann ist der Mallorca-Marathon am 18. Oktober ein lohnendes Ziel.

Womit ich schnell wieder anfangen will, ist Stabilisationstraining, Krafttraining und Lauf-ABC. Es hat sich in der Vorbereitung auf den Metropolmarathon wieder einmal gezeigt, dass mein Schwachpunkt im Kraftbereich liegt. Mit einem rechtzeitigen Einlagenwechsel hätte ich wahrscheinlich keine Probleme bekommen, aber es kann auf der anderen Seite auch nicht sein, dass mich diese Kleinigkeiten sofort aus der Bahn werfen. Wenn meine Muskulatur stärker gewesen wäre, hätte mein Fuß nicht so empfindlich reagiert.

 

 
28.06.2009

Gepackt: Der Metropolmarathon 2009

Meine Zielzeit: 2:53 Stunden - 5. Platz. Sub 2:50 waren leider nicht möglich. Vielleicht hätte ich es geschafft, wenn die letzten Vorbereitungswochen nicht so holprig verlaufen wären. Außerdem war die Strecke nicht ohne - aber das wusste ich vorher. Trotzdem bin ich stolz, vor allem auf den Kampf, den ich geliefert habe. Im Ziel hatte ich wackelige Beine - ich hätte keine Sekunde schneller laufen können.

Ein ausführlicher Bericht und Bilder folgen.

 
21.06.2009

Ein alter Mann versucht zu laufen

Montag: Ruhe (vor dem Sturm)

Dienstag: 30-Km-Crescendo: Die ersten 10 Km in 4:38 Min/Km, die zweiten 10 in 4:19, die letzten 10 in 4:05. Eigentlich wollte ich die letzten 10 in 4:00 laufen, aber das war nicht drin. Ob mit diesem Ergebnis ein Marathon unter 2:50 Stunden drin ist? Wohl eher nicht. Diese Einheit hat keinen Spaß gemacht, auch weil ich mir mit meinen neuen Einlagen eine fette Blase lief.

Mittwoch: Krafttraining für Rumpf und Oberkörper. Ich war den Tag über ziemlich platt.

Donnerstag: 90 Minuten Ergometer. Ich fühle mich zwar wieder fit, aber meinen Beinen und der Blase verordne ich noch ein wenig Schonung.

Freitag: 12 Kilometer lockerer Dauerlauf in 4:52 Min/Km. Als ich mich morgens herunterbeugte, um meinen Fahrradhelm aufzuheben, zog es plötzlich im Bereich des oberen Rückens. Mir ist so etwas schon öfter passiert, allerdings meistens wenn ich bei Kälte gelaufen bin. Immerhin spüre ich es am Abend beim Laufen nicht.

Samstag: Ruhe

Sonntag: 90 Minuten Ergometer. Eigentlich war ein Lauf geplant, aber der Rücken macht leider immer noch Schwierigkeiten: Er meldet sich bei bestimmten Bewegungen. Obwohl ich ihn am Freitag beim Laufen nicht spürte, förderte der Lauf den Heilungsprozess wohl nicht, deshalb heute Ergometer. Immerhin: Am Abend sind die Rückenschmerzen verschwunden.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 43,2

Fazit: Keine schöne Laufwoche. Es ist zwar keine ernsthafte Verletzung dabei, aber die ständigen kleinen Zipperlein nerven gewaltig. Ich habe den Eindruck, dass durch meine Probleme mit dem Fuß in der ersten Juniwoche irgendetwas aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Deshalb wird es jetzt Zeit, dass nächste Woche der Marathon kommt. Danach sind dann ein paar Wochen Pause angesagt, in der hoffentlich wieder alles ins Gleichgewicht kommt.
Und bis zum Marathon? Ich hoffe, ich kann am Montag und Dienstag noch zwei Läufe absolvieren, die mich etwas fordern. Wenn das gelingt, kann ich trotz der letzten holprigen Wochen guten Mutes an den Start gehen.

 

 
15.06.2009

Wieder auf dem Weg

Montag: 10 lockere Kilometer.

Dienstag: 3 Stunden Ergometer. Dieses Straftraining habe ich mir selbst eingebrockt durch meinen Einlagen-Leichtsinn.

Mittwoch: 15 Km in 4:45 Min/Km. Ab Km 9 spürte ich meinen Fuß ab und zu noch leicht. Vermutlich lag es am unebenen Untergrund auf dem Feldweg.

Donnerstag: 15 Km, zunächst in 4:25 Min/Km, gegen Ende in 4:15 Min/Km. Keine Schmerzen!

Freitag: Krafttraining für Rumpf und Oberkörper.

Samstag: 3*3 Km, Trabpause 5 Minuten. In den ersten beiden Intervallen kann ich den 3:45er-Schnitt ohne Probleme halten. Im dritten Intervall wird’s ernst, da hier wieder ein giftiger Anstieg lauert. Nachdem ich beim letzten 3-Km-Intervalltraining im April eine 1:24 Minuten lief, will ich nun die 11:15 Minuten knacken. Ich werfe alles in die Schlacht und erlege die 11:15: Es werden 11:08 Minuten.

Sonntag: 20 Km in 4:29 Min / Km.

 

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 75,5

 

Fazit: Die drittletzte Woche vor dem Marathon sollte eigentlich die längste und damit schönste Laufwoche werden. Wegen meinem Zipperlein wurde daraus leider nichts. Ärgerlich! Immerhin konnte ich am Wochenende noch einmal richtig Gas geben.

Noch zwei Wochen bis zum Marathon!

 
11.06.2009

Die Übeltäter

Die perfiden Missetäter, die meine Schmerzen im rechten Fuß verursachten, wurden dingfest gemacht. Hier ein Fahndungsfoto:

Meine Schuheinlagen - der Vergleich zwischen den alten Einlagen (oben) und den neuen Einlagen (unten)

Oben liegt eine meiner alten Einlagen, unten die neue. Bei der alten ist die Pronationsstütze so gut wie abgelaufen. Da ich starker Pronierer bin, knickte ich bei jedem Schritt nach innen, deshalb die Schmerzen an der Innenseite des Fußes. Nicht rechtzeitig die Einlagen zu wechseln, war natürlich ein Anfängerfehler von mir. Ich musste mich einige Tage zurücknehmen, aber mit den neuen Einlagen läuft's jetzt wieder, heute 15 Kilometer weit, am Anfang 4:25 Min/Km, am Ende 4:15 Min/Km.

Die Wurzel des Übels ist natürlich, dass ich überhaupt diese Pronationsstütze brauche. Zur Zeit hört und liest man viel von Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, der vor zweihundert Jahren zur Welt kam. Ich musste in den letzten Tagen an diese Theorie denken und fragte mich: Wie kann es sein, dass nach Jahrmillionen von Survival of the fittest so ein verkrüppelter Senk-, Spreiz-, Platt- und Wasweisichnochallesfuß bei mir herauskommt? Wie gelang es Menschen mit solchen Füßen, sich fortzupflanzen?

 

 
08.06.2009

Das erste Zipperlein

Montag: 4*2 Km in 3:35 Min/Km - Lief gut, das letzte Intervall rannte ich in 7 Minuten, also 3:30 Min/Km; danach war ich zwar erschöpft, aber nicht so kaputt wie bei den 8*1 Km vor drei Wochen.

Dienstag: 15 Km in 4:30 Min/Km

Mittwoch: 10 Km in 4:14 Min/Km. Am dritten Lauftag in Folge habe ich meistens langsame Läufe gemacht, dieses Mal war es ein wenig schneller. Ist mir schwer gefallen nach den Belastungen der beiden Vortage. Ein Ruhetag ist jetzt fällig.

Donnerstag: Ruhe

Freitag: 15 Km in 3:54 Min/Km. Das war auch für den Kopf wichtig: Pro Kilometer sechs Sekunden schneller als das geplante Marathontempo. Ich habe das Tempo drauf.

Samstag: 30 Km in 4:59 Min/Km. Dieses Mal habe ich mich gezwungen, langsam zu laufen. Es hat geklappt. Leider spürte ich auf den letzten Kilometern ein leichtes Ziehen unterhalb des rechten Knöchels.

Sonntag: Krafttraining Oberkörper.

 

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 90,5

Fazit: Insgesamt eine ziemlich schnelle Woche, vielleicht bekam ich auch deshalb am Samstag dieses fiese Ziehen. Am Sonntag spürte ich bei ein paar Laufschritten zwar nichts mehr, aber ein Druckschmerz ist weiterhin da. Deshalb werde ich diese Woche weniger laufen und dafür ein oder zwei Ergometereinheiten ins Training nehmen.

 

 
31.05.2009

Trainingswoche 25.05. bis 31.05.

Montag: Ruhe.

Dienstag: Lockere 10 Km, Oberkörperkrafttraining.

Mittwoch: 13 Minuten Barfußlauf, Beinkrafttraining.

Donnerstag: Fahrtspiel 60 Minuten.

Freitag: 20 Km in 4:27 Min/Km.

Samstag: 25 Km in 4:50 Min/Km.

Sonntag: Oberkörperkrafttraining.

Gesamt-Wochen-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 71,8

Fazit: Eine unspektakuläre Woche - wie geplant. Ich fühle mich topfit und habe das Gefühl, ich könnte noch viel mehr laufen, aber wegen meinen Verletzungen in der Vergangenheit halte ich mich zurück. Es sind jetzt noch vier Wochen bis zum Metropolmarathon. Die nächsten zwei Wochen werde ich mich noch einmal fordern - zunächst mit Tempo, dann mit Kilometern.

 

 
31.05.2009

Trauerzeit beendet

Der Club ist aufgestiegen - zum 7. Mal geht's rauf in Liga 1. Zeit, den Trauerflor von meiner Club-Seite zu verbannen und die Bilder vom Siegeslauf nach dem Pokalfinale 2007 online zu stellen: Club - sonst nix!

 
29.05.2009

Bilder aus Bamberg

Vor beinahe einem Monat rannte ich durch die Gassen von Bamberg, jetzt ist die langersehnte Bildergalerie zum Weltkulturerbelauf online: Weltkulturerbelauf 2009

 
27.05.2009

Bilder aus Weißenburg

Die Bildergalerie zu meinem 10-Km-Lauf in Weißenburg ist online: Bildergalerie Weißenburger Altstadtlauf 2009

Mein Dank für die Bilder geht an Jörg Behrendt.

 
25.05.2009

Der Weg zur Bestzeit

Hier erst einmal meine Trainingswoche von Montag bis Samstag:
Montag: Pyramide: 1-2-3-2-1 Km in 3:45 Min/Km mit jeweils 4-5 Minuten Trabpause. Es schüttet wie aus Kübeln, sogar meine GPS-Uhr verliert zwischenzeitlich den Kontakt zum Satelliten, so dass ich auf mein Gefühl angewiesen bin. Das hat man davon, wenn man sich auf diese Maschinen verlässt. V. a. auf dem 3-Km-Abschnitt muss ich natürlich kämpfen, aber ich schaffe das angestrebte Tempo.

Dienstag: Krafttraining für Rumpf und Oberkörper.

Mittwoch: Um kurz nach 5 Uhr startet mein erster 30-Km-Lauf seit September. Eigentlich will ich 5:00 Min/Km laufen, aber auf meiner Uhr steht immer 4:51 oder 4:52. Nach jedem Blick auf die Uhr nehme ich mir vor, langsamer zu laufen – ohne Erfolg. So steht am Ende der 30 Km ein Schnitt von 4:52 Min/Km.

Donnerstag: Beinkrafttraining; 15 Km in 4:33 Min/Km, danach 13 Minuten Barfußlauf.

Freitag: 15 Km in 4:55 Min/Km. Nach den insgesamt 62 Km von Mittwoch bis Freitag habe ich schwere Beine.

Samstag: Ruhe

Insgesamt also alles andere als eine Tapering- oder Regenerationswoche. Trotzdem sind am Sonntagmorgen die Beine wieder locker. „Könnte klappen mit den 37:30“, denke ich mir im Zug nach Weißenburg.

Die Strecke führt auf einer 2-Km-Runde fünf Mal durch die mittelalterliche Altstadt: Am Gotischen Rathaus vorbei, an der Stadtmauer und – besonders schön – dem Seeweiher entlang. Es gibt keine giftige Steigung, aber es ist auch nie eben, immer geht es etwas auf und ab, ein paar Schritte muss man über Pflaster laufen.

Entsprechend meinem Ziel (37:30 Minuten) nehme ich mir 3:45 Min/Km als Anfangstempo vor. Natürlich wird es mal wieder schneller (3:34). Egal, ich fühle mich gut, also weiter so. Nach der ersten von fünf Runden zeigt mein Forerunner nur 1,9 Km. Ab hier ist klar: Das werden heute kurze 10 Km.

Ab Km 2 warte ich darauf, für mein hohes Tempo bestraft zu werden. Aber - Überraschung! - die Km 2 bis 8 verlaufen absolut unspektakulär, fast schon eintönig: Immer im Bereich von 3:39 bis 3:42 Min/Km. Mein gleichmäßiges Tempo führt dazu, dass ich auf den letzten 8 Kilometern noch drei oder vier Läufer überhole, die zu schnell angegangen sind oder vielleicht auch den warmen Temperaturen Tribut zollen müssen. Am Ende habe ich sogar noch Kraft für eine Beschleunigung: Km 9 renne ich mit 3:35 Minuten schon etwas schneller, die letzten 600 Meter rase ich in einer Pace von 3:28 Min/Km, obwohl es netto noch 12 Meter bergauf ging. Insgesamt stürme ich als 6. ins Ziel, Zeit: 34:58 Minuten. Beinahe eine Minute schneller als die bisherige 10-Km-Bestzeit!

Mein Forerunner zeigt im Ziel jedoch nur 9,62 Km an, die Durchschnittspace betrug laut diesem High-Tec-Gerät 3:38 Min/Km. Die wahre Streckenlänge wird wohl irgendwo in der Mitte liegen, denn auch der Forerunner misst nicht auf den Meter genau. Jedenfalls ergibt die Geschwindigkeit von 3:38 Min/Km hochgerechnet auf die 10 Km eine Zeit von 36:20 Minuten. Immer noch eine Zeit, die ich nicht für möglich gehalten hatte. Sie ist beinahe drei Minuten schneller als meine 10-Km-Zeit Ende März!
Hier geht's zur Bildergalerie Weißenburger Altstadtlauf 2009.

Gesamt-Wochen-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 90,2

Fazit: Vor dem Lauf wusste ich nicht wo ich formmäßig stehe und ich war mir auch nicht sicher, ob mein Training der letzten Wochen ideal war. Beide Fragen wurden am Sonntag eindeutig beantwortet: Ich bin gut drauf und muss einfach nur auf dem eingeschlagenen Weg weitertrainieren. Für die sub 2:50 beim Metropolmarathon bin ich optimistisch.

Interessant ist auch, dass mich die 62 Kilometer von Mittwoch bis Freitag bei dem 10-Km-Lauf anscheinend überhaupt nicht oder nur wenig störten. Der Grund liegt wohl darin, dass ich sie in einem völlig anderen Tempobereich lief.

Weißenburg ist eine meiner Lieblingsstädte. Das Besondere an ihr ist: Sie hat aus vielen Geschichtsepochen etwas zu bieten:

  • Römisches Reiterkastell und Thermen; Limesmuseum, v. a. bekannt durch den dort ausgestellten Römerschatz.
  • Karlsgraben (Fossa Carolina): Zwischen Treuchtlingen und Weißenburg liegt die europäische Wasserscheide; diese wollte Karl der Große durch einen Kanal überbrücken. Entgegen früherer Gelehrtenmeinung soll das seinen Architekten und Bauarbeitern auch gelungen sein: Der Kanal war einige Jahre in Betrieb (Wiki-Artikel zum Karlsgraben)
  • mittelalterliches Stadtbild der ehemaligen Freien Reichsstadt: Stadtmauer, Gotisches Rathaus, Kirchen, unversehrt von Industrialisierung und Weltkrieg.
  • Wülzburg: Eine bombastische Renaissancefestung (Wiki-Artikel zur Wülzburg).

Wahrscheinlich gibt es in den nächsten Tagen noch Bilder aus Weißenburg.

 
24.05.2009

Bestzeit!!!

34:58 Minuten- das ist meine offizielle Zeit beim 10-Km-Wettkampf in Weißenburg. Allerdings war die Strecke wohl etwas zu kurz - mein Forerunner zeigte im Ziel nur 9,62 Km. Hochgerechnet auf 10 Km ergibt das eine Zeit von 36:20 Minuten. Das ist immer noch eine Zeit, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Wenn ich sie nicht selbst gelaufen wäre - ich könnte es nicht glauben.

Morgen gibt's den ausführlichen Bericht.

 
22.05.2009

CEP-Kompressionsstrümpfe (compression sportsocks)

Seit etwas mehr als zwei Wochen trage ich Kompressionsstrümpfe von cep. Meine Erfahrungen damit waren sehr positiv: Hier geht's zu meinem Erfahrungsbericht über die CEP-Kompressionsstrümpfe

 
19.05.2009

Garmin Forerunner 305

Seit mittlerweile vier Monaten bin ich stolzer Besitzer eines Garmin Forerunner 305, eine GPS-Uhr mit Pulsmesser. Zeit, meine Erfahrungen zu berichten: Garmin Forerunner 305

 
18.05.2009

Meine Trainingswoche: Viel Licht und ein wenig Schatten

Montag: 8 * 1 Km in 3:30 Min/Km. Ich bekomme mal wieder die Grenzen aufgezeigt. Bis zum 4. Intervall bleibe ich unter 3:30, im 5. und 6. Intervall geht’s auf 3:32, im 7. Intervall breche ich auf 3:41 ein. Immerhin: Im letzten Intervall wird noch einmal eine 3:34 rausgepresst, danach bekomme ich beim Auslaufen kaum mehr die Beine vom Boden, ich brauche beinahe 10 Minuten für einen Kilometer. Trotzdem gut, dass ich mal wieder an die Grenze gegangen bin (vielleicht sogar ein bisschen darüber hinaus).

Dienstag: 15 Km in 4:20 Min/Km. Anfangs spürte ich noch die gestrigen Intervalle in den Beinen, aber nach drei, vier Kilometern lief’s. Nach 15 Km noch zwölf Minuten Barfußlauf.

Mittwoch: Krafttraining für Rumpf und Oberkörper.

Donnerstag: Morgens Beinkrafttraining, anschließend 28 Km in 4:58 Min/Km. Es läuft richtig gut, auch danach keine besonders schweren Beine. Ich vertrage den langen Lauf auf jeden Fall besser als vor dem Weltkulturerbelauf, vielleicht auch wegen meinen neuen CEP-Kompressionsstrümpfen.

Freitag: Ruhe

Samstag: 17 Km in 3:59. Ich musste mehr kämpfen als ich gedacht hätte.

Sonntag: 10 Km in 4:43. Eigentlich wollte ich 15 Km laufen, aber am Samstagabend addierte ich meine Wochenkilometer und musste feststellen, dass ich schon fast 80 Km auf dem Tacho habe. Also nur noch 10 lockere Kilometer.

Gesamt-Kilometer (incl. Ein- und Auslaufen): 89,3

Fazit: Die Kilometer wurden wieder ordentlich gesteigert, v. a. der lange Lauf lief lockerer als gedacht. Bei den Tempoeinheiten am Montag und Samstag hatte ich dagegen zu kämpfen, vermutlich habe ich während der Regenerationswoche nach Bamberg in diesem Bereich ein paar Prozent an Form eingebüßt.

 
13.05.2009

Im Bauch des Imperiums

Der Roman "Im Bauch des Imperiums" von Susanne Cho spielt im Rom zur Zeit Neros. Meine Meinung zu diesem Werk erfahrt ihr hier: Rezension von "Im Bauch des Imperiums"

 
09.05.2009

Bereit für neue Taten

Die vergangene Woche stand im Zeichen der Regeneration. Diese war auch bitter nötig, denn mich plagte nach dem Auf und Ab durch die Domstadt ein heftiger Muskelkater, der erst am Mittwoch nach einem Besuch in der örtlichen Wellnessoase wieder schmerzfreies Laufen möglich machte. Jetzt habe ich die ersten entspannten Läufe hinter mir und fühle mich erholt genug, in die heiße Phase der Marathonvorbereitung einzutreten. Bis zum Metropolmarathon sind es noch sieben Wochen, abzüglich der zwei Taperingwochen vor dem Marathon bleiben mir also noch fünf Trainingswochen. Eigentlich wollte ich nach drei Belastungswochen immer eine Regenerationswoche einschieben, aber bei fünf ausbleibenden Wochen geht dieser Rhythmus nicht auf.

So werde ich es lösen: Am 24. Mai, also in zwei Wochen, werde ich mit dem Weißenburger Altstadtlauf einen 10-Km-Wettkampf bestreiten, den ich direkt aus dem Training heraus laufe. Nach diesem Wettkampf werde ich mir Ruhe gönnen, aber ich hoffe nicht, dass eine ganze Woche zur Regeneration nötig ist. Danach habe ich noch über zwei Trainingswochen bis zum Tapering.

Warum ich in Weißenburg laufe, hat noch einen anderen Grund: Nach meinem Halbmarathon in Bamberg ist eindeutig bewiesen, dass der FCN gewinnt, wenn ich am gleichen Tag einen Wettkampf laufe. Am 24. Mai hat der Club sein letztes Saisonspiel. Es kann also nichts mehr schiefgehen.

Bleibt die Frage, welche Zeit ich beim Metropolmarathon anpeile. In meinem Bericht zum Weltkulturerbelauf schrieb ich, dass mir bis zur Topform noch zwei Klassen fehlen. Mein Ziel ist es, mich bis zum Metropolmarathon noch um eine Klasse zu steigern, bis zum Mallorca-Marathon im Oktober dann um eine weitere Klasse. In Zeiten ausgedrückt heißt das: Beim Metropolmarathon sub 2:50, in Mallorca sub 2:45 Stunden. Diese ehrgeizigen Ziele werde ich nur erreichen, wenn alles optimal verläuft - vom Training bis zum Wetter am Wettkampftag. Eine weitere Unsicherheit in Fürth ist die Strecke: Ich habe dazu noch kein Höhenprofil gefunden, aber es ist auf jeden Fall eine wellige Strecke, wenn auch vermutlich nicht so bergig wie der Weltkulturerbelauf.

 
07.05.2009

Der Weltkulturerbelauf im Storch-Test

Ich habe ein paar nüchterne Fakten zum Halbmarathon durch Bamberg zusammengetragen. Ihr findet sie im Storch-Test.

Die Bilder aus Bamberg folgen noch!

 
04.05.2009 Im Zuschauerspalier durch das fränkische Rom

Der Halbmarathon durch Bamberg – das fränkische Rom – sollte den Schlusspunkt setzen hinter drei trainingsreiche Belastungswochen.

Nachdem ich mir die Startnummer gesichert habe, bleiben mir noch ein paar Stunden zum Start. Zeit, den Zielbereich des Laufs zu erkunden. Dort herrscht bereits wegen diverser Bambini- und Schülerläufe reger Betrieb. Jede Menge gut gelaunter Kinder laufen mir über den Weg, dazu stolze Eltern, die ihre Kinder mit den Finisher-Medaillen fotografieren. Schade, dass es diese Bambini- und Schülerläufe zu meiner Zeit (also kurz nach dem Krieg) noch nicht gab, dann wäre ich vielleicht ein paar Jahre früher zum Laufen gekommen. Schließlich wird mir der Trubel zu viel und ich flüchte in die Institutskirche: Beten kann nicht schaden vor einem Lauf.

Wie immer gehe ich den ersten Kilometer zu schnell an: 3:39. Von Km 2 bis 5 muss ich netto 150 Höhenmeter hinauf zur Altenburg überwinden (brutto sind es mehr Höhenmeter, da es zwischendurch zwei Mal bergab geht). Die Altenburg erhebt sich außerhalb des Bamberger Stadtkerns, vielleicht steht sie auf einem der sieben Hügel, auf denen Bamberg erbaut sein soll. Dank meiner GPS-Uhr weiß ich immer, wie viele Höhenmeter es noch bis oben sind. Ich achte darauf, ja nicht in den roten Bereich zu kommen, deshalb laufe ich Kilometer 5 nur in 4:53 – so komme ich noch halbwegs entspannt auf der Altenburg an. Für einen Blick auf Bamberg bleibt keine Zeit, denn schon kommt die Abfahrt: Ich laufe meinen schnellsten jemals in einem Wettkampf gelaufenen Kilometer: 3:08. Es geht durch ein Gewirr von Gassen: Links, rechts, 90 Grad, über Brücken mit Eisengittern, dann wieder Pflaster, 125 Grad... Und hinter jeder Kurve steht der Mob und klatscht, pfeift, trommelt, schreit. Mein Clubtrikot ruft wie immer Zuschauerreaktionen hervor: Ungefähr 9 Mal wird mir zugerufen, dass der Club gewonnen hat, manchmal sogar mit Ergebnis: „Der Glubb hat aans null gwunna!“ - Außerdem Zig-FCN-Anfeuerungsrufe und ein Mal „Scheiß Club“. Fazit: Bis auf einen Verwirrten ist Bamberg fest in Clubhand!

Was bin ich froh, als ich bei Km 9 das Ufer der Regnitz erreiche! Endlich ein gerader und flacher Weg, wenn auch auf Schotter. Es beginnt der Kampf mit dem 4er-Schnitt, mal liege ich drüber, mal drunter. Der brutalste Moment des Laufes wartet bei Km 17, als ich schon wieder über Bamberger Pflastersteine laufe: Der Dom erhebt sich vor mir. Und da muss ich noch rauf? Die Beine werden schwach, da hilft nur: Augen zu und durch! Dann – bei Km 19 – kommt er tatsächlich, der Domberg: Und siehe da, es sind doch nur 35 Höhenmeter, alles halb so wild, ich laufe den vorletzten Kilometer in 4:19 Minuten. Auf der Abfahrt vom Domberg ist noch einmal höchste Konzentration gefordert, denn er ist - natürlich - gepflastert; ein falscher Schritt und die Bänder sind durch. Keine einfache Sache bei einem Tempo von 3:22 Minuten/Km auf dem letzten Kilometer. Auf den Läufer vor mir hole ich ein wenig auf, für ein paar Augenblicke hoffe ich, ihn noch einholen zu können, aber dann zieht auch er an und ich muss mein Vorhaben begraben, genieße aber trotzdem den rauschenden Empfang auf dem Maxplatz, für mich steht endgültig fest: Die Stimmung in Bamberg stellt selbst den Berlin-Marathon in den Schatten, und zwar um Meilen! Am Ziel dann die Gewissheit: Selbst gestoppte Netto-Zeit 1:24:01 (Brutto-Zeit 1:24:04). Ich habe den Kampf gegen den 4er-Schnitt gewonnen!

Fazit: Vor 5 Wochen lief ich einen 10-Km-Testlauf im 3:54er-Schnitt, jetzt einen wesentlich anspruchsvolleren Halbmarathon im 4er-Schnitt. Ich habe mich um eine Klasse gesteigert, aber zu meiner Topform fehlen noch zwei Klassen. Insgesamt ein erfreulicher Fortschritt, wenngleich ich mir erhofft hatte, auf dem Flachstück zwischen Km 9 und 19 etwas deutlicher unter den 4 Minuten/Km zu bleiben. Aber ich muss ja noch ein Ziel haben für den nächsten Weltkulturerbelauf in zwei Jahren: Sub 1:20.

Meine Beine fühlen sich einen Tag nach dem Lauf an wie nach einem Marathon, vor allem die Waden protestieren gegen jeden Schritt. Aber macht nichts: Jetzt ist sowieso eine Regenerationswoche eingeplant. Wie es danach weitergeht, werde ich bald hier bekanntgeben. Und vielleicht gibt's auch noch ein paar Fotos aus Bamberg.

 
30.04.2009

Trainingswoche 24.04. bis 30.04.

Freitag: 13,6 Km in 4:27.
Samstag: Ruhe
Sonntag: Während im TV der London-Marathon lief, führte ich Stabilisations- und Kräftigungsübungen durch, anschließend ein kleiner Lauf: 14 Km in 4:37, nach Km 6 drei Sprints bergauf; anschließend noch 13 Minuten Barfußlauf.
Montag: Nach meiner Ankunft in Rostock geht’s nach Warnemünde, dort laufe ich 25 Km in 4:48 Min/Km auf der Strandpromenade und über ruhige Straßen entlang der Ostsee.
Dienstag: Krafttraining für Rumpf und Oberkörper
Mittwoch: Vor dem Frühstück ein paar kurze Intervalle am Rostocker Stadthafen: 20 * 70 Sekunden schnell, 30 Sekunden langsam, danach 13 Minuten Barfußlauf.
Donnerstag: Morgens Krafttraining, nach meiner Rückkehr aus Rostock abends noch ein mittelschneller 15 Km-Lauf (4:22 Min/Km), der bis Sonntag sicher wieder aus den Beinen ist.

Gesamtkilometer: 82,8

Fazit: Es war die erste Trainingswoche mit 5 Läufen statt bisher vier, deshalb musste ich die Länge der Läufe kürzen, nur dem richtig langen Lauf blieb eine Streichorgie erspart. Der 25-Km-Lauf war bei einem Tempo von 4:48 Min/Km konditionell natürlich kein Problem, allerdings spürte ich ihn stark in den Beinen, zwar nicht während dem Lauf, aber danach. Den anschließenden Ruhetag hatte ich nötig. Ich hoffe, ich kann mich im Lauf des Mai besser an diese langen Läufe gewöhnen. Immerhin: Die Ein-Stunden-Läufe sind kein Problem.
Am Sonntag steht mit dem Weltkulturerbelauf das erste Laufhighlight des Jahres an. Ich laufe ihn nach drei Belastungswochen, es sind also keine Wundertaten zu erwarten.

 

Der Vergleich mit dem vorhergehenden Drei-Wochen-Zyklus ergibt folgende Zahlen:

  Km vorletzter Belastungszyklus Km letzter Belastungszyklus Steigerung
1. Woche: 66,6 72 8,1%
2. Woche: 60,8 81,9 34,7%
3. Woche: 75,5 82,8 9,7%
Gesamt: 202,9 236,7 16,7%
 
26.04.2009

Der Mann aus St. Petersburg

Ich habe mal wieder ein Buch von Ken Follett gelesen. Für meine Verhältnisse ein Roman, der fast schon in der Gegenwart spielt: 1914, kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs. Hier geht's zur Rezension von "Der Mann aus St. Petersburg"

 
24.04.2009

Trainingswoche 17.04. bis 23.04.

Freitag: 15 Km in einer Stunde, also im 4:00er-Schnitt. Lief ziemlich locker durch, ich hatte es mir schwerer vorgestellt. Ich hätte den 4er-Schnitt noch ein paar Kilometer durchhalten können, wenn auch nicht bis 42,2 Km. Aber das kommt noch.

Samstag: Die letzte lange Radeinheit vor dem Metropolmarathon. Der Regen zwang mich auf das Ergometer. Sechs Stunden wurde gekurbelt, danach noch 12 Minuten Barfußlauf. Davor hatte ich schon Kraftübungen durchgeführt.

Sonntag: 15 Km in 4:14 Min/Km. Obwohl die Einheiten von Freitag und Samstag nicht ohne waren, hat mir dieser doch recht zügige Lauf Spaß gemacht. Ein gutes Zeichen!

Montag: Ruhe

Dienstag: Der lange Lauf, 26 Km in 2:10 Stunden, am Ende zwei Mal den Nemsdorfer Berg hochgesprintet. Einfach herrlich!

Mittwoch: 13 Minuten Barfußlauf und 60 Minuten lockeres Ergometerkurbeln.

Donnerstag: Zu Beginn ein paar Laufkraftübungen, anschließend munteres Fahrtspiel, insgesamt war ich eine Stunde unterwegs.

Gesamt-Kilometer (inkl. Ein- und Auslaufen sowie Barfußläufe): 81,9 Km

Fazit: 1,9 Kilometer über das Ziel hinausgeschossen. Zum Ausgleich fehlte ein richtig scharfer Lauf unter 4:00 Min/Km.

 
20.04.2009

London-Marathon 2009 am 26. April

Am Sonntag startet die deutsche Ausnahmeläuferin Irina Mikitenko als Titelverteidigerin beim London-Marathon. Die Konkurrenz ist hart: Insgesamt sind neun Frauen am Start, die bereits unter 2:22 Stunden liefen. Leider fehlt die Weltrekordhalterin Paula Radcliffe wegen einem Zehenbruch, aber es wird trotzdem ein spannendes Rennen werden. Also einschalten: Sonntag, 26. April, 09.30 Uhr, Eurosport.

Bei den Männer versammelt sich ebenfalls die Weltspitze in London (bis auf Haile und Viktor), der Olympiasieger Samuel Wanjiru will die 2:04 Stunden angreifen.

 

 
19.04.2009

RSS-Feed

Das Web 2.0 hält auch auf der Marathonstorch-Seite Einzug: Hier klicken, um den Marathonstorch-RSS-Feed zu abonnieren.

 

 
16.04.2009

Frühlingsgefühle

Es wird Frühling: In der zurückliegenden Trainingswoche brachte ich das letzten Rumpfkrafttraing im Fitnessstudio hinter mich. Außerdem stand endlich der erste Zwei-Stunden-Lauf auf dem Programm.

Karfreitag: 7*1 Km in 3:35 Min/Km. Diese schnellen Einheiten mache ich gerne direkt nach einer Ruhephase, wenn ich noch frisch bin. Im 5. Intervall war ich unkonzentriert und ich lief nur 3:36. Zur Strafe musste ich das nächste Intervall in 3:30 laufen.

Karsamstag: 20 Km in 4:35 Min/Km. Hier bekam ich das Ergebnis meines Selbstversuchs gezeigt: Ich hatte mich nämlich nach der gestrigen Einheit nicht gedehnt, weil die Laufbibel empfiehlt, nach intensiven Einheiten nicht zu dehnen. Jetzt spürte ich meine Waden so stark wie noch nie. Also wieder dehnen, nach jeder Einheit.

Ostersonntag: Großkampftag: Nach dem morgendlichen Krafttraining führte eine herrliche Radtour durch die frühlingshafte fränkische Pampa auf dem Zenntalradweg nach Bad Windsheim und zurück, 149 Km, 6 Stunden. Erfreulich: Ich habe gegen Ende nicht abgebaut, außerdem habe ich mich durch all die Reklametafeln diverser Gaststätten nicht ablenken lassen: „schattiger Biergarten“, „Pyraser Jubeltrunk“, „Eis mit Eierlikör“ - alles wurde konsequent ignoriert. Abschließend noch 11 Minuten Barfußlauf.

Ostermontag: 12 Km, ganz locker in 5:30 Min/Km.

Dienstag: Das letzte Mal Rumpfkrafttraining an den Geräten.

Mittwoch: Endlich wieder ein langer Lauf! 24 Km in zwei Stunden. Mühsam ernährt sich der Marathonstorch: Gegenüber dem letzten langen Lauf zwei Km draufgepackt, oder anders gesagt: 10 Minuten. Bei Km 18 sprintete ich den Nemsdorfer Berg hoch, um für den Bamberger Domberg zu üben.

Donnerstag: 12 Minuten Barfußlauf, 45 Minuten Ergometer.

Insgesamt 72 Laufkilometer – genau im Soll.

 
11.04.2009

Kuhweiher

Darauf hat die Laufwelt gewartet: In meiner Laufgeschichte habe ich ein Bild hinzugefügt, das den Kuhweiher zeigt - dort drehte ich meine ersten Laufrunden, dort wurde die Grundlage gelegt für spätere Erfolge. Hier klicken: Meine Laufgeschichte. Es ist das erste Bild am linken Seitenrand.

 
09.04.2009

Durchgeschnauft

Wie angekündigt habe ich es diese Woche ruhiger angehen lassen:
Sonntag: 1 Stunde Ergometer
Montag: 1 Stunde in 4:35 Min/Km
Dienstag: Barfußlauf 10 Minuten; Krafttraining
Mittwoch: 1 Stunde in 5:00 Min/Km
Donnerstag: Rumpfkrafttraining

Ausblick:
Meine nächsten drei Trainingswochen beginnen jeweils am Freitag und enden am Donnerstag. Nach dem Ende der dritten Trainingswoche steht am Sonntag, 3. Mai, der Halbmarathon in Bamberg an.
Da ich in den vergangenen drei Belastungswochen Umfang und Intensität großzügig gesteigert habe, will ich jetzt erst einmal auf weitere Sprünge verzichten. Ich werde also versuchen, die Laufkilometer zwischen 70 und 80 zu halten.

 
08.04.2009

Bewegungsanalyse

Bereits Ende Januar unterwarf ich mich einer Bewegungsanalyse. Ich kann diese Analyse jedem empfehlen, der immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat und nicht genau weiß, woran es denn eigentlich liegt. Was genau es damit auf sich hat, könnt ihr hier nachlesen: Lauftipps - Bewegungsanalyse

 
05.04.2009

Fortschritte! Meine Trainingswoche:

Montag: 18 Kilometer in 4:56 Min/Km

Dienstag: 20 Kilometer in 4:35 Min/Km

Nach dem 10 Km-Testlauf vom Samstag hieß es Anfang der Woche erst einmal Kilometer sammeln. Das habe ich durch diese beiden Einheiten erreicht.

Mittwoch: 5-Stunden-Radtour, 116 Km. Gegen einen fiesen Gegenwind kämpfte ich mich am Main-Donau-Kanal entlang nach Norden bis kurz vor Forchheim, dort bog ich Richtung Höchstadt an der Aisch ab. In Höchstadt suchte ich vergeblich nach dem Aischtalradweg, bis ich schließlich entnervt aufgab und mich über ein paar Dörfer nach Herzogenaurach durchschlug. Von dort ging's wieder am Kanal entlang Richtung Süden. Der Weg am Kanal ist mit Schlaglöchern gepflastert. Vielleicht kann man hier ein paar Euros aus dem letzten Konjunkturpaket locker machen? Nach der Radtour lief ich mich noch neun Minuten barfuß aus.

Donnerstag: Rumpfkrafttraining. Nach der gestrigen Radtour fühle ich mich etwas müde, der Laufruhetag tut mir gut.

Freitag: Es wird wieder angegriffen: 3*3 Km-Intervalle. In den ersten beiden Intervallen konnte ich den Schnitt von 3:45 Min/Km halten, ohne den Puls auf über 170 jagen zu müssen. Im letzten Intervall lag ein knackiger Anstieg, deshalb reichte es nur zu einem Schnitt von 3:48 Min/Km. Das Erfreuliche: Vor einem Monat, am 5. März, absolvierte ich haargenau das gleiche Intervalltraining. Hier hatte ich in den ersten beiden Intervallen wesentlich mehr Mühe, den 3:45er-Schnitt zu halten, im letzten Intervall schaffte ich dann mit allerletzter Energie einen 3:57er-Schnitt. Insgesamt war ich jetzt auf dem letzten Intervall 30 Sekunden schneller als vor einem Monat! Und das, obwohl ich mir am 6. März eine Wadenzerrung zuzog, nach der ich eine Woche lang kürzer treten musste. Aber drei Wochen Marathonstorch-Training genügten, um diesen deutlichen Fortschritt zu erzielen.

Samstag: Endlich! Der erste einigermaßen lange Lauf! 22 Km in 4:55 Min/Km.

Fazit: In den letzten drei Wochen habe ich den Umfang deutlich erhöht und auch das Tempotraining kam nicht zu kurz. Meine maximale Wochenkilometeranzahl in diesem Jahr lag zuvor bei 50 Km, in den letzten drei Wochen lief ich 67, 61 und 76 Km. Nach dieser Steigerung ist bis Ostern durchschnaufen angesagt, ich werde nur zwei kurze Laufeinheiten absolvieren.

 
28.03.2009

39:06

Die Zeit von 39:06 Minuten durch 10 Kilometer kalten Regen sagt vor allem eines: Es gibt noch viel zu tun! In den letzten 10 Tagen lief ich einige Tempoeinheiten; was fehlte, waren die langen Läufe, bisher lief ich maximal 20 Kilometer. Aus Rücksicht auf diverse Muskeln und Sehnen habe ich mir bisher die Grundlagenausdauer auf Skiern oder auf dem Ergometer geholt. Aber diese Einheiten können die langen Läufe offensichtlich nicht 1:1 ersetzen.

Im April werde ich das tun, was Pheidippides befiehlt: Laufen, laufen, laufen, also den Kilometerumfang erhöhen, vor allem mit langen Läufen. Mal sehen, was dann in am 03. Mai in Bamberg herausspringt...

 
27.03.2009

Rückzieher

Der für morgen geplante Stadtwaldlauf führt zum Großteil über Waldwege. Leider hat es in den letzten Tagen viel geregnet und auch für morgen ist Regen angekündigt. Um auf dem schlammigen Untergrund kein Verletzungsrisiko einzugehen, werde ich den Testlauf auf meine asphaltierte 10-Km-Hausstrecke verlegen.

Archiv

Die Nachrichten aus 2008 habe ich ins Archiv verfrachtet, ihr könnt sie unter dem Link in der ersten Zeile dieser Seite aufrufen.

 

 
26.03.2009

Die Bestzeit feiert 3. Geburtstag

Kaum zu glauben: Schon drei Jahre ist es her, als mich meine nicht mehr ganz jugendlichen Beine federleicht in 2:43 Stunden durch Rom trugen. Aus diesem festlichen Anlass habe ich ein Video auf YouTube gestellt, das mich bei Km 42 vor dem Kolosseum zeigt. Hier klicken: Robert Storch auf den letzten Metern des Rom-Marathons 2006

 
25.03.2009

Wettkämpfe 2009

Nach meiner Wadenzerrung habe ich mich Schritt für Schritt wieder an das Wettkampftempo herangetastet. Am 18. März stand das erste Intervalltraining auf dem Programm: 10 * 1 Km in jeweils 3:45 Minuten. Es war ein harter Kampf, aber letztendlich lief ich auch im letzten Intervall noch die 3:45 Minuten. Eine weitere wichtige Tempoeinheit war ein 12-Km-Tempolauf in 4 Minuten/Kilometer, dazwischen streute ich Läufe im 4:35er-Schnitt und eine lange Ergometer-Einheit ein. Gestern schließlich wurden zum ersten Mal die 3:35 Minuten/Kilometer geknackt: Bei einem Intervalltraining von 6 * 1 Kilometer.

Von meiner Bestform bin ich zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber dennoch wird es jetzt Zeit, mal wieder ins Wettkampfgeschehen einzugreifen: Am Samstag, 28. März, werde ich den Stadtwaldlauf Fürth über 10 Kilometer laufen.

Außerdem habe ich meine Hauptwettkämpfe für 2009 festgelegt. Als ersten Marathon werde ich mir nun doch den Metropolmarathon in Fürth am 28. Juni vornehmen, trotz der suboptimalen Organisation im letzten Jahr. Aber immerhin wurden die Fehler unumwunden zugegeben, so dass ich hoffe, dass für dieses Jahr die entsprechenden Schlüsse gezogen werden. Als Vorbereitungswettkampf ist der Weltkulturerbelauf in Bamberg (Halbmarathon) am 03. Mai vorgesehen. Im Herbst geht’s dann auf Mallorca, dort steigt mein zweiter Marathon am 18. Oktober.

Alle Termine im Überblick: Lauftermine von Robert Storch

 
14.03.2009

Das Spiel der Könige

Seit meiner letzten Buchrezension vom 03.11.2008 ist eine halbe Ewigkeit vergangen. Das kommt davon, wenn man sich einen dicken Schmöker vornimmt (fast 1200 Seiten), aber so gut wie nie Zeit zum Lesen hat. An der Lektüre lag es jedoch nicht: Rebecca Gablés vorerst letzter Teil der Waringham-Familiengeschichte war ebenso unterhaltsam und kurzweilig wie seine beiden Vorgänger. Hier geht's zur Rezension von Rebecca Gablés "Das Spiel der Könige"

 
09.03.2009

Entwarnung

Wade und Fibulaköpfchen sind gezerrt, aber es besteht keine ernstzunehmende Strukturschädigung des Muskels. Der Arzt hat sogar gemeint, dass ich vorsichtig laufen kann, solange es dadurch nicht schlimmer wird. Also bin ich gerade drei Kilometer getrabt. Lief ohne Probleme, aber bis ich wieder Vollgas geben kann werden wohl noch ein paar Tage vergehen.

In den letzten Tagen sind bei mir aus aktuellem Anlass ein paar Gedanken zum Thema „Verletzungspause“ hochgekommen, die ich den tausenden wissbegierigen Läufern, die jeden Tag hier vorbeischauen, nicht vorenthalten will:

Verletzungspause = Trainingspause?

Eine Laufpause schlägt nicht nur auf die körperliche Fitness durch, sie ist auch ein mentales Problem: Eben noch hatte ich das Training der nächsten Wochen im Kopf. Ausführlichst hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich das Training am schlauesten zyklisiere, hatte die ersten Trainingseinheiten und die ersten Fortschritte hinter mir und dann warf ein einziger Fehltritt alles über den Haufen: Eben fühlte ich mich noch stark und kerngesund, plötzlich tut jeder Schritt weh. Da ist es nur logisch, dass einer der ersten Gedanken ist: Zum Teufel mit der Lauferei!

Aber wie so oft ist er erste Gedanke nicht der beste, denn: Läufer ist man nicht nur, wenn man läuft. Meint man es mit seinem Sport ernst, dann ist man 24 Stunden am Tag Läufer, 365 Tage im Jahr, gerade wenn man verletzt ist. In einer Laufpause trennt sich die Spreu vom Weizen, hier entscheidet sich: Nimmst du die Lauferei ernst oder bist du nur ein Schönwetterläufer? Ein Schönwetterläufer sagt sich: Jetzt kann ich ja sowieso nichts machen, also lege ich die Beine hoch. Der Schönwetterläufer hat nach zwei Wochen Laufpause nicht nur die Form verloren, sondern auch noch zwei, drei Kilos mehr auf den Rippen. Der Wiedereinstieg ins Laufen fällt dann noch schwerer, manche lassen es gleich ganz bleiben.

Zum Glück bin ich kein Schönwetterläufer, deshalb achte ich darauf, die Laufpause so gut wie möglich zu überbrücken. Erstes Ziel ist dabei natürlich die Förderung des Heilungsprozesses, das ist von Verletzung zu Verletzung unterschiedlich. Mein zweites Ziel ist es, mich so fit wie möglich zu halten, damit mir der Wiedereinstieg ins Laufen so leicht wie möglich fällt. Um das zu erreichen, achte ich vor allem auf folgendes:

  • Das Gewicht! Ich lag nach meinem Rippenbruch eine Woche im Krankenhaus. Hier gab es ständig etwas zu Essen: Morgens, mittags, nachmittags, abends, und jedes Mal Riesenportionen. Und das obwohl ich den ganzen Tag nur im Bett lag. Der Kuchen, der am Nachmittag serviert wurde, sah verführerisch aus, aber ich ließ ihn immer zurückgehen, denn ich wollte mein Gewicht halten. Es fällt schwer: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und er isst gern die Menge, die er immer isst, deshalb muss man mit Verstand an die Sache rangehen und bewusst die ein oder andere Leckerei weglassen, die man sich sonst nach einem Zwei-Stunden-Lauf gönnt.
  • Laufpause heißt nicht Trainingspause! Zwar kann kein anderes Training das Laufen voll ersetzen, aber meistens gibt es doch ein paar Möglichkeiten, seinem Körper etwas Gutes zu tun: Hat man z. B. eine Verletzung an den Beinen, kann man Oberkörper und v. a. den Rumpf kräftigen, z. B. durch Sit-ups und die Standwaage. Und dann gibt es natürlich die Alternativsportarten, um das Herz-/ Kreislaufsystem nicht völlig zu vernachlässigen: Mein Favorit ist das Ergometer, eine weitere Möglichkeit ist Schwimmen.

In einer Verletzungspause nicht völlig abzuhängen zahlt sich aus! Ich habe im Jahr 2007 ab März nie ein Lauftraining über mehr als zwei Monate durchziehen können, aber irgendetwas tat ich dann doch immer, v. a. Krafttraining und Ergometer. Ende Februar 2008 fiel mir der Wiedereinstieg ins Laufen leicht, Anfang Mai lief ich einen Halbmarathon in 1:20:07, Mitte Juni war ich dann mit 1:18:55 fast wieder auf dem Niveau meiner Bestzeit.

 
07.03.2009

Zwangspause

Gestern rutschte mir mein linker Fuß auf einem schlammigen Feldweg weg. Während ich in den Dreck flog, hörte ich ein fieses Knacken in der Wade. Jetzt spüre ich in der Wade ein Ziehen bei jedem Schritt, ich rechne mit mindestens einer Woche Laufpause, wahrscheinlich mehr.

 
05.03.2009

Areva zum Zweiten

Dank eines aufmerksamen Lesers gibt es weitere Neuigkeiten zu Areva:

Der Milliardenpoker zwischen Siemens und Areva ist in vollem Gang: Siemens setzt Areva unter Zugzwang. Die Essenz des Artikels: Areva hat Probleme, Siemens mit zwei Milliarden auszuzahlen, aber irgendwie wird man sich schon einigen und zur Not springt der französische Steuerzahler ein.

Und hier gibt's noch ein wenig Zickenkrieg: Areva beschimpft Siemens

 
03.03.2009

Areva

Es gibt Neuigkeiten vom unsäglichen FCN-Trikotsponsor. Gut, so neu ist die Nachricht nicht mehr, aber besser spät als gar nicht.

In Frankreich hat dieses Unternehmen seinen Atommüll in Steinbrüche, Seen und auf Felder gekippt: Artikel aus der Nürnberger Zeitung. Wenn man sieht, wie rücksichtslos Areva schon in Frankreich arbeitet, kann man sich ausmalen, wie sie in der Dritten Welt mit ihren Rückständen umgehen.

 
02.03.2009

Nordische Ski-WM

Gestern hat Tobias Angerer nach 48 Kilometern noch ein Mal richtig durchgezogen und sich mit einem kraftvollen Finish die Bronzemedaille über die 50-Km-Distanz im Langlauf erkämpft. Eine beeindruckende Energieleistung im fünften Wettkampf in zwei Wochen. Überhaupt gehören für mich die deutschen Skilangläufer zu den besten deutschen Athleten der letzten zehn Jahre: Tobias Angerer, Axel Teichmann, René Sommerfeldt und Jens Filbrich liefern Jahr für Jahr Weltklasseleistungen ab, die drei Erstgenannten gewannen in vergangenen Jahren sogar den Gesamtweltcup. Dafür meinen fetten Respekt!

 
27.02.2009

Skilanglaufen - der Loipentest

Wie versprochen hat Andy einige Loipen im Bayerischen Wald einem gnadenlosen Test unterzogen: Skilanglauf in den Lauftipps.

 

 

24.02.2009

Trainingslager Bodenmais: Offizieller Bericht

1. bis 3. Tag: Nach dem Check-In in der Pension werfe ich die Koffer ins Zimmer, klemme die Skier unter die Arme und steige in den Bus Richtung Loipenzentrum Bretterschachten; mit dabei sind Stefan D. und Andy, der Stollnator:

Stefan, Andy und Robert Storch am Loipenzentrum Bretterschachten

Stefan, Andy und Marathonstorch am Loipenzentrum Bretterschachten

Die Loipen sind gut präpariert, aber ziemlich ausgetreten und vereist, Neuschnee täte ihnen gut. Ich mache nur eine kleine Eingewöhnungsrunde, auch die nächsten beiden Tage stehen im Zeichen der sanften Gewöhnung an den ungewohnten Bewegungsablauf, der Muskelkater bleibt trotzdem nicht aus.
4. Tag: Ein Orkan ist angekündigt. Da trifft es sich gut, dass ich sowieso einen Ruhetag vorgesehen habe. Während es draußen stürmt, wird drinnen im niegelnagelneuen Bad in Bodenmais gebadet und sauniert.
5. Tag: Schneealarm! Also nichts wie raus und um sechs Uhr eine kleine Barfußrunde durch den Neuschnee drehen. Mit Skilanglauf wird’s jedoch nichts an diesem Tag: Die Loipen am Bretterschachten sind gesperrt, weil der Orkan ein paar Bäume gefällt hat. Also muss ich ohne Skier, aber mit Laufschuhen durch den tiefen Schnee laufen, es geht durch den verschneiten Wald in und um Bodenmais.
6. Tag: Wieder Schneegestöber. Am Morgen entscheide ich mich, ca. 45 Seiten aus meinem Roman zu streichen. Dieser Handlungsstrang war einfach nicht dramatisch genug und hatte auch kein Potential, spannender zu werden. Anschließend wühle ich mich 11 Km lang mit voller Power durch den Neuschnee (Durchschnittspuls 162). Die chinesische Biathlonmannschaft verfolgt uns hier in Bodenmais überall: Sie hielten hier im Dezember/Januar ein Trainingslager ab und in jedem Restaurant, in dem sie speisten, hinterließen sie ein Mannschaftsfoto mit Danksagung. Heute waren wir chinesisch essen. Kein Wunder, dass dort auch ein Bild hing.

Foto der chinesischen Biathlonmannschaft in Bodenmais


7. Tag: Die erste richtig lange Tour: 30 Km rund um Zwieslerwaldhaus. Eine romantische Loipe durch tiefverschneite Wälder: Es kann keinen schöneren Winter geben!

Winterimpressionen von der Loipe Zwieslerwaldhaus

Winterimpressionen von der Loipe rund um Zwieslerwaldhaus


8. Tag: Ein Ruhetag tut nach der gestrigen Tour not. Andy und ich fahren nach Straubing, wo es so gut wie keinen Schnee gibt, aber dafür einen Römerschatz: Alemannen ließen im dortigen Grenzland im 3. Jahrhundert n. Chr. ein paar römische Paraderüstungen, Statuetten, Werkzeuge und Waffen mitgehen, packten sie in einen Kessel und vergruben ihn. Ausgebuddelt wurde der Kessel 1950. Nach der Römerschatz-Besichtigung machen wir auf Ratschlag unserer Gastgeberin Frau Graf einen Abstecher nach Metten, dort gibt es eine barocke Klosterbibliothek zu bestaunen. Einst wurden dort Bücher aus längst vergangenen Jahrhunderten gelagert und studiert, sie wanderten jedoch mit der Säkularisation ab 1802 nach München oder wurden verbrannt. Die Mönche haben danach die Bibliothek wieder aufgefüllt, u. a. mit Büchern von Julius Caesar.
9. Tag: 11,13 Km in 55:59 Minuten, wieder Durchschnittspuls 162, wegen besseren Bedingungen (kein Neuschnee) wesentlich schneller als das letzte Mal, trotzdem nur ein Schnitt von 5 Minuten / Km. Ich hätte eigentlich erwartet, mit Skiern schneller zu sein als beim laufen ohne Skier. Stimmt aber nicht, ich bin nun mal Läufer. Beim Chinesen gab’s nach dem Essen einen Glückskeks, darin stand: „Ein unerwartetes Ereignis wird dir Freude bringen.“ – Damit stand fest: Der Club gewinnt heute. Tja, nur 2:6 verloren. Das ist der Beweis: Glückskekse lügen!
10. Tag: Vier Trainingseinheiten an einem Tag: Morgens Krafttraining, am Vormittag zwei Stunden skilanglaufen, nachmittags eine halbe Stunde laufen ohne Skier, abends noch eine halbe Stunde schwimmen.

Robert Storch auf der Auerhahnloipe Richtung Schareben

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?


11. Tag: Schnee, Schnee, Schnee. Schon über Nacht kam ein halber Meter Neuschnee dazu und auch tagsüber schneite es fast ohne Unterlass. Schneite es einmal nicht, wehten Windböen den Schnee von den Bäumen herunter und mir ins Gesicht. Das Loipenspurgerät für die Hirschensteinloipe in Sankt Englmar war mit diesen Schneemassen wohl überfordert: Vier Stunden kämpfte ich mich durch teilweise nur rudimentär erkennbare Loipen. Es war der erste Lauf in diesem Trainingslager, zu dem ich mich überwinden musste, aber nur zu Beginn: Als ich mich nach drei Stunden mit einem tief gefrorenen Mars-Riegel stärkte, nahm ich mir vor, jetzt noch eine Stunde Gas zu geben. Danach lief es besser und es machte trotz der schlechten Loipenqualität wieder Spaß.

Robert Storch beim Nachwachsen auf der Hirschensteinloipe in St. Englmar

Marathonstorch beim Nachwachsen der Skier auf der Hirschensteinloipe in St. Englmar


12. Tag: Mal wieder ein Bade- und Saunatag.
13. Tag: Die Königsetappe. Leider war die Bayerwaldloipe nicht wie erwartet gespurt und so mussten die drei Loipen im Langlaufzentrum Scheiben (2,5 Km, 4,5 Km und 7 Km) herhalten: Jede Loipe durchfuhr ich mindestens drei Mal, bis die fünfzig Kilometer nach fünf Stunden voll waren. Die letzte Stunde ging ich mit grimmiger Entschlossenheit an, sie hatte Ähnlichkeit mit dem Tunnel auf den letzten Kilometern eines Marathons: Bäume und Schnee, überall weiß, immer nur Schnee, Bäume und vor mir die Spur und die Skier…
14. Tag: Muss ich noch erwähnen, dass es geschneit hat? Am Morgen laufe ich mal wieder barfuß durch den Schnee. Danach entscheide ich mich, nach der gestrigen Königsetappe die Skier im Skiraum zu lassen und mal wieder die Laufschuhe zu schnüren. Ich lief von Bodenmais aus ca. 7 Km und ca. 500 Höhenmeter hinauf zum Loipenzentrum Bretterschachten. Zum Glück hatte es aufgehört zu schneien und die Straße war freigeräumt, so dass entgegenkommende Autofahrer mir nur den Vogel zeigen, aber sonst nicht gefährlich werden konnten.
15. Tag: Vor der Abreise noch eine letzte Langlauf-Runde in und um Bodenmais, an einigen Anstiegen wird der Puls noch einmal auf 165 hochgejagt.

Nach einem Trainingszyklus überlege ich mir immer, was ich noch hätte besser machen können. Meistens fällt mir etwas ein, aber dieses Mal nicht. Der Wechsel zwischen Ruhe und Belastung stimmte und vor allem die langen Touren über drei, vier und fünf Stunden setzten einen starken Reiz für die Grundlagenausdauer. Ganz nebenbei hat sich auch mein gereiztes Knie beruhigt. Den Grobtrainingsplan für die nächsten Wochen werde ich bald an dieser Stelle ausbreiten.

Jetzt habe ich von vielen unvergesslichen Touren und Trainingseinheiten geschrieben, aber auch die Gastfreundschaft in der Pension von Frau Graf werde ich in guter Erinnerung behalten. Das Frühstücksbuffet präsentierte jeden Morgen so viele Leckereien, dass mir jedes Mal die Auswahl schwer fiel, weil ich am liebsten das gesamte Buffet leergeräumt hätte.

Das war’s noch nicht mit Winterimpressionen: In den nächsten Tagen folgt ein Gastbeitrag von Andy, dem Stollnator. Er wird einige Loipen, die wir befahren haben, kritisch unter die Lupe nehmen und sie exklusiv auf der Marathonstorch-Seite dem gnadenlosen Stollnator-Test unterziehen.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf den Großen Arber:

Blick auf den Großen Arber von der Loipe Bretterschachten

 
21.02.2009

Rückkehr aus dem Wald

Da fährt man im Winter in den Bayerischen Wald und dann das: Schnee!

Ab Mitte der ersten Woche schneite es gefühlte zwei Tonnen Schnee pro Tag und Quadratmeter, so dass genügend Loipen für meine insgesamt 216 Skilanglaufkilometer gespurt waren, allein 50 Kilometer davon entfielen auf die Königsetappe. Nebenher bin ich ab und zu noch ohne Skier gelaufen.

Ein ausführlicher Bericht über das Trainingslager incl. Bilder folgt in den nächsten Tagen.

 
05.02.2009

Offizielle Abmeldung

Damit die Dopingfahnder wissen, wo sie mich ab Samstag finden, hier meine offizielle Abmeldung: Mein Aufenthaltsort vom 07. bis zum 21. Februar ist Bodenmais im Bayerischen Wald.

Dort locken viele viele Loipenkilometer. Das Skilanglaufen kommt mir gelegen, da mein Knie vom Laufen ohne Skier im Moment wieder mal etwas gereizt ist.

 
02.02.2009

Bilder, Bilder, Bilder

Auf der Marathonstorch-Seite hat sich etwas getan: Ich habe einige Bilder eingefügt, z. B. bei den Historischen Romanen. Es sind die Porträts der historischen Figuren, die in den Romanen auftreten. Ein Klick auf die Bilder führt euch zu den passenden Wikipedia-Artikeln.

Wer sehen möchte, was meinen Rippen im Herbst 2007 zum Verhängnis wurde, sollte in der Laufgeschichte auf das Bild der Isaakkathedrale klicken. Allein der Anblick dieses Geländers lässt mich den Atem einsaugen.

Falls mir im Eifer des Gefechts bei all den Änderungen ein paar Fehler unterlaufen sind, bin ich wie immer für einen Hinweis dankbar.

 
29.01.2009

Auf nach Bodenmais!

Es ist gebucht! Vom 07. bis zum 21. Februar werde ich in Bodenmais logieren, tagsüber werde ich meistens skilanglaufen, und zwar hier: Bretterschachten. Über 100 Km Loipen - da wird auch für mich was dabei sein.

 
19.01.2009

Laufbibel

In den letzten Tagen führte ich mir die Laufbibel zu Gemüte - ein umfangreiches Werk von 500 Seiten über das Laufen. Ich habe einige Anregungen bekommen, die ich in den nächsten Wochen nach und nach umsetzen werde. Mal sehen, ob's was bringt, ich werde darüber berichten. Eine Umstellung betrifft die Armarbeit: Ich achte darauf, die Arme vor dem Körper weit nach oben zu ziehen, so wie die Typen hier: Haile und Paul - Durch den "Marionetteneffekt" führt das zu besserem Kniehub. Insgesamt kommt mir der Laufstil so flüssiger vor. Achtet auch mal drauf, vielleicht geht es euch genau so.

In der letzten Woche war ich knapp 50 Kilometer unterwegs, dazu kamen noch Krafttraining sowie Laufkraft- und Stabilisationsübungen. Das wird die nächsten Wochen so weitergehen. Da uns der fränkische Winter mal wieder im Stich gelassen hat, steht im Februar wahrscheinlich ein Skitrainingslager an.

 
07.01.2009

Die Schlacht bei Bibracte

In der Wikipedia wurde eine weitere Wissenslücke geschlossen. Hier gehts zur Schlacht bei Bibracte: Wikipdia-Artikel über die Schlacht bei Bibracte