Archiv 2008 von Robert Storch
 
 
Archiv

Das war 2008

Hier könnt ihr die Nachrichten aus dem Jahr 2008 nachlesen.

Zu den aktuellen Nachrichten von Robert Storch: Robert Storch - Aktuell

 
31.12.2008

Ein stolzer Tag

Kaum schreibe ich fünf Tage nichts auf diese Seite, kommen die ersten nervösen Fragen: Ey, du schreibst ja gar nichts auf deiner Seite, was ist denn los, was machst du?

Ganz einfach: Ich habe gearbeitet, geschrieben und trainiert.

Vor allem geschrieben habe ich wie ein Blöder, so dass ich jetzt stolz verkünden kann, dass ich die Arbeit an der Rohfassung meines Romans ganz cool sechs Stunden vor Jahresende gefinished habe. Insgesamt sind 693 Seiten zusammengekommen, alles in allem 375.380 Wörter.

Das Jahr 2009 wird im Zeichen der Überarbeitung dieser ganzen Seiten und Wörter stehen, 2010 oder 2011 wird sich dann zeigen, ob das Werk es wert ist, gedruckt zu werden.

 
12.12.2008

Bibracte

Auf Bibracte stieß ich im Verlauf meiner Romanrecherche. Diese Stadt war zur Zeit Caesars die Hauptstadt des gallischen Stammes der Haeduer, sie liegt in Zentralfrankreich. Der deutsche Wikipedia-Artikel zu dieser Stadt war wenig ergiebig, der französische dafür um so mehr. Also habe ich ihn ins Deutsche übersetzt, denn ich wusste: Darauf wartet die Welt und ganz besonders ihr, geschätzte Marathonstorch-Fans. Hier ist das Ergebnis: Wikipedia - Bibracte

Falls ihr noch Fehler findet, könnt ihr sie gleich auf Wikipedia verbessern.

 
03.12.2008

Clubläufer in Lissabon

Lang, lang ist's her: Im Februar spielte der Club in Lissabon auf. Damals machten sich die gutaussehenden und pfeilschnellen Clubläufer Ironhannes, DJ, Moses und Marathonstorch auf zu einem Trainingslauf durch die Parks und Gassen dieser wunderschönen Stadt. Schon zehn Monate später gibt's hier die ersten Beweisfotos:

Ironhannes, DJ und Robert Storch auf der Burg in Lissabon

Auf der Burg (Castelo de Sao Jorge) von links: DJ, Marathonstorch (der bestaussehendste von allen) und Ironhannes. Im Hintergrund breitet sich die Stadt über mehrere Hügel aus, was mich natürlich sofort an Rom und den zweiten Marathon der Geschichte erinnert hat.

 

Die Clubläufer Ironhannes, DJ und Robert Storch im Kreis ihrer Fans

Wir wollten eigentlich nur in Ruhe trainieren, aber dann wurden wir leider von einem wütenden Mob aufgehalten und zu diesem Foto gezwungen.

 

 
30.11.2008

Trainingsbericht

Schon vor dem Marathon im September hatte ich mir vier Wochen Laufpause verordnet, die ich leider auf sechs Wochen ausdehnen musste, da sich meine Verletzung, mit der ich den Marathon lief, als besonders hartnäckig herausstellte. Doch jetzt laufe ich wieder seit ein paar Wochen und es geht stetig bergauf.

Das Laufen steht zur Zeit jedoch hinter dem Krafttraining zurück. Mit dem Krafttraining habe ich drei Wochen nach dem Marathon begonnen und bis jetzt gute Fortschritte erzielt. Leider merke ich es beim Laufen, dass meine Beine bei diesen Krafteinheiten zusammengenommen mehrere hundert Kilo bewegen müssen. Deshalb muss ich mich immer noch bremsen, obwohl ich liebend gerne länger und öfter durch die herbstlich-winterlichen Fluren Steins laufen würde. Derzeit sieht meine Trainingswoche folgendermaßen aus:

Montag: Krafttraining

Dienstag: Ruhe

Mittwoch: langsamer Dauerlauf

Donnerstag: Krafttraining

Freitag: Ruhe

Samstag: Tempolauf

Sonntag: langsamer Dauerlauf

Bis Weihnachten werde ich noch nach diesem Muster trainieren, danach werde ich eine Krafteinheit wegfallen lassen und laufmäßig wieder durchstarten.

 
10.11.2008

LGA-Indoor-Marathon

Lauffans ist dieser Marathon ein Begriff: In 55 Runden geht’s durch die Landesgewerbeanstalt, in jeder Runde dürfen die Läufer ein paar Treppenstufen hoch- und runtersteigen. Ich war gestern dabei – als Zuschauer. Es hat sich gelohnt, wo sonst kommen die Läufer 55 Mal an ihren Fans vorbei?. Ironhannes war am Start, obwohl er nach einer langen Verletzung erst zwei Wochen im Training war. Es hat für den 4. Platz gereicht, auf den er sich mit einem Schlusssprint in der letzten Runde noch vorkämpfte. Diese letzte Runde von ihm sollte man unserer Fußballtruppe in der Endlosschleife vorspielen, 24 Stunden am Tag.

Es siegte dieses Mal Manfred Kilian in 3:07 Stunden. Auf den dritten Platz lief Pumuckl: Hier geht's zur Pumuckl-Seite

Die Clubläufer Christoph und Christoph belegten die Plätze 5 und 8, Dippi hielt die rotschwarzen Farben im Halbmarathon hoch.

Massig Bilder vom LGA-Marathon gibt's hier: Indoor-Bilder bei Runnersworld

Das beste Bild ist natürlich das hier: Ironhannes, Clubschal und Marathonstorch

Hier sind Läufer und Fans bei ein paar Lockerungsübungen nach dem Rennen zu sehen: Humba

 

 
03.11.2008

Ovids Schatten

Mit Spannung und Witz durch das Alte Rom: Das ist das Motto von Ovids Schatten - einem Roman, der zur Zeit des Tiberius in Rom spielt. Die ausführliche Rezension gibt's hier: Rezension von Ovids Schatten

 
19.10.2008

Ich unternahm heute eine kleine Radtour nach Wolkersdorf. Warum ausgerechnet nach Wolkersdorf? Weil dort das Wasserschloss steht, das Inspiration war für den Roman "Das Perlenmedaillon". Natürlich habe ich Bilder gemacht, ihr findet sie in der Rubrik "Historische Romane" unter der Rezension von "Das Perlenmedaillon".

Außerdem habe ich die Rubrik Lauftipps um ein paar Zeilen zum Thema Dehnen erweitert.

 
04.10.2008

Berlin-Marathon 2008

Es dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben: Haile hat's mal wieder geschafft, einmal mehr hat er ein sagenhaftes Rennen in den Berliner Asphalt gebrannt. Hier gibt's die letzten Kilometer zu sehen: Haile auf You Tube; wer will, kann es sich auch auf japanisch reinziehen: Haile - Version Fernost

Eine Zusammenfassung des Marathons gibt's hinter diesem Link: Zusammenfassung auf You Tube; hier wird auch Irina Mikitenko gewürdigt, die in Berlin die viertschnellste jemals von einer Frau gelaufene Zeit aufgestellt hat.

 
25.09.2008

Berlin-Marathon 2008

Am Sonntag ist es so weit: In Berlin geht Haile Gebrselassie wieder auf Weltrekordjagd. Zur Einstimmung empfehle ich, auf You Tube folgenden Suchbegriff einzugeben: "haile gebrselassie cnn reveal". Die 3-teilige CNN-Dokumentation bringt uns den Marathon-Weltrekordler näher - ein außergewöhnlicher Mensch, gerade weil er nicht nur laufen kann.

Die ARD bringt eine Zusammenfassung des Marathons um 13.15 Uhr, live wird er im RBB übertragen, auch per LiveStream im Internet ab 08:30 Uhr: http://www.rbb-online.de/

Bei den Frauen ist übrigens Irina Mikitenko am Start, Inhaberin des deutschen Rekordes und Mitfavoritin in Berlin.

 
25.09.2008

Der Saisonrückblick ist fertig. Ihr habt die Qual der Wahl: Wer genau Bescheid wissen will, kann den Rückblick in meiner Laufgeschichte lesen. Dort habe ich die Berichte, die ich jeweils kurz nach den Läufen schrieb, in den Text eingefügt.

Hier, in die Rubrik "Aktuelles", stelle ich die Kurzfassung ein:

Laufsaison 2008: Gut begonnen - stark nachgelassen

Bis Juni steigerte ich mich in atemberaubendem Tempo; ich war zuversichtlich, wieder an meine Leistungen von 2006 anknüpfen zu können, doch dann fällte ich eine Entscheidung, die mir die Krönung des Laufjahres vermasselte.

Aber der Reihe nach: Im Januar stieg ich ins Training ein: Zehn Minuten auf dem Ergometer; die Rippen, die ich mir Ende November gebrochen hatte, spürte ich bei jedem Atemzug. Am 18. Januar war es endlich wieder soweit: Robert Storch trabte drei Kilometer. Von da an ging es steil bergauf und am 14. Februar folgte das erste Highlight 2008: Am Tag des Club-Gastspiels in Lissabon lief ich mit Ironhannes, DJ und Moses zwei Stunden lang kreuz und quer durch die Hauptstadt Portugals, am Ende noch hoch auf die Burg.
Als beim Rückflug auf dem Flughafen viele Clubfans um mich herum husteten und schnieften, ahnte ich nichts Gutes. Es kam, wie es kommen musste: Eine Erkältung setzte mich zwei Wochen lang außer Gefecht. Insgesamt waren die Uefa-Cup Auswärtsspiele eine ungesunde Sache, schließlich hatte ich mir schon in St. Petersburg die Rippen gebrochen.
Trotz dieser erneuten Zwangspause wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben, beim Marathon in Fürth zu starten. Eine Woche lang holte ich mir im März ordentlich Grundlagenausdauer beim Skilanglaufen in Ramsau, danach steigerte ich daheim schnell die Laufumfänge: Ruckzuck war ich bei zweieinhalb-Stunden-Läufen - bis mein linkes Schienbein gegen diese hastige Steigerung protestierte. Mitten in einem zwei-Stunden-Lauf brach ich ab, lehnte mich gegen einen Baumstamm und sah ein, dass ich mir den Marathon in Fürth aus dem Kopf schlagen muss. Ich reduzierte meine Läufe, stattdessen radelte ich große Schleifen durch die fränkische Pampa. Ich kenne jetzt fast jeden Bauernhof zwischen Nürnberg und Ansbach.
Die Schienbeinschmerzen ließen nach, und so konnte ich mich am 4. Mai an das Comeback wagen: Der Halbmarathon in Ansbach sollte es sein. Ich schaffte es, mir das Tempo gleichmäßig einzuteilen, am Ende stand eine 1:20:07 Stunden und ein 2. Platz. Nicht schlecht - für den Anfang.
Voller Zuversicht reiste ich im Mai nach Oberstdorf. Während sich der Club aus der ersten Liga verabschiedete, tastete ich mich bei meinen Trainingsläufen langsam wieder an die zwei Stunden heran; außerdem standen natürlich ein paar Bergläufe auf dem Programm, aber wegen Schnee ging es noch nicht hoch hinaus.
15. Juni: Halbmarathon durch Fürth. Das Training der letzten Wochen zahlte sich aus: 1:18:55 Stunden - eine deutliche Steigerung gegenüber Ansbach, noch dazu auf einer anspruchsvolleren Strecke.
Alles sprach für ein erfolgreiches Laufjahr: Innerhalb von drei Monaten war ich an mein Halbmarathon-Niveau von 2006 herangelaufen - trotz der leichten Blessur am Schienbein. Ich hätte einfach nur so weitermachen müssen, dann wären Bestzeiten programmiert gewesen. Es gab also überhaupt keinen Grund, etwas zu ändern. Ich tat es trotzdem: JKrunning hieß das Zauberwort, das dafür sorgen sollte, dass ich von nun an noch effektiver trainiere. Also nichts wie anmelden beim Online-Coach, Fragebogen ausfüllen und nicht einmal eine Woche nach dem Halbmarathon in Fürth machte JK ernst: Am Freitag 8 * 1 Km in 3:40, mit einer Pause von 1:10 Minuten, am Samstag 10 Km in 37:30 Minuten. Das war zu viel für meinen Oberschenkelmuskel: Beim Auslaufen holte ich mir eine Zerrung.
Zwei Wochen lang musste ich mich auf langsame Läufe beschränken, der Nebelhorn-Berglauf war das erste ernsthafte Training nach der Zerrung, bei strömendem Regen geht’s bis auf 2200 Meter Seehöhe.
Eine Woche nach dem Nebelhorn-Berglauf: Der Einbruch am Altmühlsee... (ohne Worte)
Es folgen die schönsten Laufwochen des Jahres mit haufenweise unbezahlbaren Momenten: Drei Wochen lang mache ich die Berge rund um Ramsau am Dachstein unsicher; die vielen Berge verdrängen das Altmühlsee-Desaster.
Nach dem Trainingslager war ich topfit, noch mehr motiviert und zuversichtlich, beim Brombachsee-Marathon die 2:45 Stunden laufen zu können, JK wollte sogar noch mehr: Er versprach einen Trainingsplan für die 2:41 Stunden, ohne dass ich es gefordert hätte. Aber ich hörte es natürlich gern: Nach dieser Einschätzung des erfahrenen Lauftrainers war ich nicht nur 100% motiviert, sondern mindestens 120%. Das war zu viel. 100% reichen in der Vorbereitung, die 20% darüber sollte man sich für den Wettkampf aufsparen, und auch da nur für die letzten zehn Kilometer. Denn bei 120% Motivation schaltet das Hirn auf Durchzug und man zieht selbst die brutalsten Trainingspläne durch: 10 * 2 Km in jeweils 7:20 Minuten, 24 Km im 4:10er-Schnitt, 15 Km im 3:50er-Schnitt... JK hatte mir eigentlich sieben Tempoläufe in neun Tagen befohlen, aber die Quittung folgte schon nach dem dritten Tempolauf: Ich bekam muskuläre Probleme im Bereich zwischen Oberschenkel und Hüfte. So traf es sich gut, dass auch beim Club gerade mal wieder ein Trainer gehen musste. Fast zeitgleich stellte ich wieder von JK- auf Marathonstorchtraining um. Doch die Folgen des JK-Trainings machten eine sinnvolle Vorbereitung auf den Bbachsee-Marathon unmöglich: Die Schmerzen spürte ich selbst beim Gehen, also verbrachte ich die meisten Trainingsstunden auf dem Ergometer. Wenn ich doch einmal lief, konnte ich die ersten zwei-/dreihundert Meter nur humpeln, dann ließen die Schmerzen langsam nach und der Schritt wurde runder. Genau zwei Wochen vor dem Marathon wollte ich es wissen: Ein 30-Km-Testlauf sollte her, aber die Schmerzen wurden zu stark, bei Km 19 war Schluss.
In den nächsten zwei Wochen vergingen die Schmerzen zwar nicht, aber sie wurden einigermaßen erträglich, also lief ich doch noch meinen Marathon: Ich bin froh, ihn gelaufen zu sein, aber es ist natürlich auch bitter, elf Minuten langsamer zu laufen als vor zwei Jahren.
Doch jetzt geht der Blick nach vorne: Nach ein paar Regenerationswochen steht bis Weihnachten Krafttraining auf dem Programm, das erste Highlight 2009 soll der Weltkulturerbelauf am 3. Mai in Bamberg werden (Halbmarathon), danach folgt im Mai / Juni ein Marathon. Eigentlich wollte ich in Fürth laufen, aber nach der verheerenden Organisation im letzten Jahr (Link zum Storch-Test) werde ich noch ein paar Alternativen checken. Auf dieser Seite werde ich in den nächsten Monaten immer mal wieder ein paar Kleinigkeiten schreiben, v. a. in den Lauftipps, dazu die beliebten Rezensionen zu Historischen Romanen.

 
24.09.2008 Die Bilder vom Brombachsee sind online: Bildergalerie Brombachsee-Marathon 2008  
22.09.2008

Endlich wieder Marathon-Feeling!

Die Aussage in der Überschrift war die Hauptsache und zugleich das Positivste an meinem Brombachsee-Marathon 2008. Die Zeit war es leider nicht: 2:56 Stunden - vor zwei Jahren war ich elf Minuten schneller. Doch ich verlor die elf Minuten nicht am Tag des Marathons, sondern in den drei Wochen davor. Wegen meiner Tractuszerrung musste ich fast alle Einheiten auf das Ergometer verlegen. Und die Schmerzen, die ich sogar beim Gehen spürte, waren meiner Motivation nicht förderlich. Wenn mein Arzt mir nicht befohlen hätte, den Marathon zu laufen - ich wäre wahrscheinlich nicht angetreten. Im Grunde wollte ich in den Tagen davor nur noch, dass alles vorbei geht, ich zählte sogar die Stunden bis zur Erlösung. Kein Vergleich zu meinen bisherigen Marathons, als ich auf den großen Tag hinfieberte. Aber als ich am Tag vor dem Lauf in Pleinfeld aus dem Zug stieg, prickelte es doch etwas. Abends las ich noch die Erzählung von Caesars Marathon, ab da war ich endgültig voll konzentriert (oder fokussiert, um an einen gewesenen Clubtrainer zu erinnern). Denn wie sagte schon Pheidippides: Der Wille ist der Weg zum Sieg.
Auf dem Hauptdamm fiel der Startschuss, es hatte vielleicht gerade mal zehn Grad und graue Wolken verdeckten den Himmel. Mein Tractus verhielt sich ruhig, und so kämpfte ich gegen den 4er-Schnitt, auf den ersten zehn Kilometern gewann ich diesen Kampf noch, beim Halbmarathon war ich mit 1:25 Stunden knapp im Rückstand. Ich befand mich zu dieser Zeit auf dem 5. Platz, mit dem 6. im Schlepptau. Zu Beginn der zweiten Runde um den Kleinen Brombachsee fühlte ich mich gut; ich war zuversichtlich, den 5. Platz halten zu können. Doch gegen Ende der Runde, bei Km 30, fingen beide Oberschenkel an zu protestieren. Logisch: Ich konnte in meiner Vorbereitung keinen einzigen 30-Km-Lauf absolvieren und selbst eine 3-Stunden-Ergometereinheit kann einen 30-Km-Lauf nicht ersetzen. Deshalb hatte ich vollstes Verständnis für meine Oberschenkelmuskulatur. Aber ich hatte kein Einsehen mit ihr. Schritt für Schritt zwang ich meine Beine Richtung Ziel.

Die Schmerzen wurden immer stärker, jederzeit rechnete ich mit einem Krampf, ich wurde noch von drei Läufern überholt. Trotzdem: Die letzten Kilometer waren die schönsten. Es war der Tunnel, den ich die letzten zwei Jahre seit meinem letzten Marathon vermisst habe. Ein Marathon ist eben etwas völlig anderes als ein Halber. Und wegen diesem Gefühl werde ich den Marathon in guter Erinnerung behalten.
In guter Erinnerung bleiben werden mir auch die aus meiner Sicht reibungslose Organisation und die vielen engagierten Helfer an den Verpflegungsstellen. Auch an der Strecke war stimmungs- und zuschauermäßig mehr los als vor zwei Jahren. Ey Marathonläufer! Ich weiß, ihr wollt alle in Berlin laufen, oder in Frankfurt, Hamburg, New York, London, Boston, Chicago. Aber kommt doch erst einmal an den Brombachsee! Wer mehr über den Lauf erfahren möchte: Brombachsee-Marathon im Storch-Test

Das größte Hindernis erwartete mich nach dem Lauf: Das Zimmer in meiner Pension lag im ersten Stock. Wären die Treppenstufen drei Zentimeter höher gewesen, ich wäre nicht hinaufgekommen.

Fazit: Der Wille war da, doch der Unterschied zu Spiridon in Caesars Marathon war: Spiridon war top-trainiert, ich war es nicht.
Bilder vom Lauf folgen.

Fast hätte ich es vergessen: In Sachen Altersklasse hatte ich mal wieder Glück: Keiner der sieben vor mir platzierten Läufer war zwischen 30 und 35 Jahren alt, also bekam ich auf der Siegerehrung einen hübschen Gedenkstein:

Gedenkstein für den 1. Platz von Robert Storch in der Altersklasse M30 beim Brombachsee-Marathon 2008

Für mich ist die Laufsaison nun beendet, ich werde in den nächsten Tagen einen Gesamtrückblick auf dieses wechselhafte Laufjahr schreiben - natürlich mit ein paar topexklusiven Internas ;-).

 
18.09.2008

Klarstellung (wegen einiger besorgter Nachfragen):

Ich habe wegen meiner muskulären Probleme im Hüftbereich einen Arzt konsultiert und er hat mir für den Marathon grünes Licht gegeben. Die Chancen stehen also gut, dass ich das Ziel auf zwei Beinen erreiche. Und wenn alle Stricke reißen, wird mir Pheidippides zu Hilfe kommen. Er hat mich noch nie im Stich gelassen.

 
17.09.2008

Countdown

Am Sonntag ist es soweit: Mein Marathon-Comeback steht an! Leider hatte ich in den letzten Wochen mit muskulären Problemen zu kämpfen, so dass ich oft auf das Ergometer steigen musste anstatt zu laufen. Und es gab auch den ein oder anderen Tag, an dem ich nicht mehr damit rechnete, dass es mit dem Marathonstart etwas wird. Eine optimale Vorbereitung sieht natürlich anders aus und Spaß hat mir die Lauferei aufgrund der Schmerzen auch nicht mehr gemacht. Aber die 42 Km werde ich am Sonntag noch hinter mich bringen, am besten so schnell wie möglich.

 
12.09.2008 Ich, Claudius, Kaiser und Gott - so lautet der Titel eines Romans, den ich gelesen und rezensiert habe. Ausnahmsweise befehle ich diesen Roman nicht zum Kauf: Rezension "Ich, Claudius, Kaiser und Gott"  
09.09.2008 Heute war ein Foto von mir in den Nürnberger Nachrichten: Verwirrter Storch auf dem Clubgelände.  
27.08.2008 Mein Laufshirt ist jetzt auch auf der Vorderseite beflockt - leider aus einem traurigen Grund. Alles weitere in der Rubrik Club - sonst nix!  
17.08.2008

Robert Storch ist im Urlaub nicht nur gelaufen, er hat auch so einiges geschrieben:

Hier geht's zur Rezension des Romans "Das Perlenmedaillon" von Sabine Weigand.

In der neuen Rubrik Lauftipps schildere ich u. a. ausführlich die Bergläufe in und um Ramsau am Dachstein.

 
17.08.2008

Zurück aus Ramsau am Dachstein

Die vierzehn Haarnadelkurven hinauf zur Ursprungsalm waren die Highlights meines Trainingslagers. Wenn nach der vierzehnten Kurve die Alm aus dem Nebel auftaucht: Zweifellos ein unbezahlbarer Moment! Bei meinem ersten Lauf zur Ursprungsalm regnet es, oben bestelle ich erst einmal einen heißen Tee mit Zitrone. Beim zweiten Lauf ist es heiß, an den Gebirgsbächen fülle ich immer wieder meine Wasservorräte auf, trotzdem komme ich halb verdurstet oben an. Diesmal trinke ich einen halben Liter Hollersaft gespritzt und einen halben Liter Schiwasser. Zurück geht es mit dem Bus, beim ersten Mal ist er gefüllt mit Engländern und Holländern. Ich frage mich, womit ich das verdient habe. Bin ich etwa zu langsam gelaufen?
Auf der Ursprungsalm wurde übrigens ein Heidi-Film gedreht, kein Wunder, bei diesem Panorama:

Die Ursprungsalm vor einem herrlichen Bergpanorama, aufgenommen von Robert Storch

Ein weiterer Star aus dem Heimatfilm-Genre hat diese Alm ebenfalls schon beehrt: Arnold Schwarzenegger. Auf einem Bild von 1992 sieht man ihn, wie er vor der Alm die Wanderstiefel schnürt. Hasta la vista, Baby!
Ein weiteres Highlight war der Lauf auf die Planai, mein erster richtiger Berglauf in diesem Trainingslager. Beim Lauf von Schladming zur Planaistraße verlaufe ich mich, so dass ich erst nach neunzig Minuten den Fuß der Planaistraße erreiche. Sind ja nur noch 600 Höhenmeter. Die Steigung ist nicht steil, aber dafür zieht sie sich ewig lang hin. Die Bäche, die immer wieder die Straße kreuzen, retten mich, denn so kann ich immer wieder meinen Wasservorrat auffüllen. Nach insgesamt 2:36 Stunden laufe ich endlich auf der Bergstation der Planai-Seilbahn ein, so lange war der erste Lauf nicht geplant. Es ist immer wieder ein erhebender Moment, an Seilbahn-Stationen anzukommen: Nach stundenlanger Einsamkeit auf Feldwegen und Schotterpisten finde ich mich wieder inmitten von fetten Eltern und quengelnden Kindern (meistens auch fett). Auf dem Planaihof vertilge ich erst einmal einen großen Salat. Der ist auch bitter nötig, denn ich brauche noch Kräfte für den Schlussanstieg mit dem Rad von Schladming nach Ramsau.
Immerhin: Nach diesem Lauf konnte mich nichts mehr schocken. Und so folgten zahlreiche weitere Läufe, eine ausführliche Schilderung der Ramsauer Bergläufe gibt’s in den Lauftipps.
Ich konnte mein Training optimal durchziehen, dafür geht mein Dank an die Pension Alpenperle, in der ich mich drei Wochen lang wie zu Hause fühlte.
Die nächste Woche wird spannend: Jetzt wird sich herausstellen, ob die intensiven Bergläufe mir auch für die Läufe im Flachen etwas gebracht haben. Wenn dem so ist, kann es noch einen erfreulichen Saisonabschluss am Brombachsee geben.

Trainingslager-Statistik:
Lauf-Kilometer:
278. Das hört sich für drei Wochen nicht nach viel an, aber man muss bedenken, dass darunter etliche Bergkilometer sind, die zählen doppelt.

Rad-Kilometer:
237. Ohne die Bergab-Kilometer, die zählen nicht.

Trainingszeit gesamt (Laufen + Rad + Schwimmen):
40 Stunden.

 
23.07.2008

Panoramablick auf Ramsau am Dachstein, den Urlaubsort von Robert Storch

Dieses Hochplateau werde ich ab Samstag für drei Wochen unsicher machen. Keine Angst, ich werde in diesen Wochen nicht nur laufen, sondern auch schreiben, u. a. ein paar Beiträge für die Website, z. B. ein paar Lauftipps sowie eine Rezension zu "Das Perlenmedaillon" von Sabine Weigand. Ich kann sie jedoch erst nach meiner Rückkehr online stellen. Ihr könnt die drei Wochen nutzen, um Caesars Marathon zu lesen. Bis zum 16. August erwarte ich ein paar hundert Kritiken in meinem Postfach!

Aktuelles Bild aus Ramsau am Dachstein: Ramsau WM-Cam

 
21.07.2008 Freude! Freude! Freude! Auf der Seite von Jörg Behrendt bin ich auf Marathonstorch-Bilder beim Ansbacher Citylauf am 4. Mai gestoßen. Hier gehts zur Bildergalerie.  
20.07.2008

Altmühlsee-Halbmarathon 2008: Ab Km 8 wollte ich nur noch ankommen

Meine Stimmung vor dem Altmühlseelauf hätte besser sein können: Der Schock über den neuen Hauptsponsor des FCN wirkte immer noch nach. Es traf sich gut, dass beim Nebelhorn-Berglauf eine Woche zuvor schwarze Funktionsshirts verschenkt wurden. Es ist das passende Shirt nach dieser Nachricht, dachte ich mir. Und so kam es, dass Robert Storch erstmals nicht im Clubtrikot an den Start ging. Ob das von Dauer sein wird, weiß ich nicht. Hier zwei Links, die erklären, mit welchen Geschäften der neue Hauptsponsor u. a. die Millionen verdient, die er jetzt dem Club aufs Konto schaufelt:

Public Eye Global Award für AREVA

AREVAS Uranminen im Niger

Meine Meinung ist: Von solchen Leuten nimmt man kein Geld an! Ich habe diese Links bereits dem Club gemailt, aber ich bin sicher, die Jungs lesen das gerne zum zweiten, dritten, vierten und wasweißichwievielten Mal, also: Mail an den Club


Über den Lauf will ich nicht viele Worte verlieren. Ca. bis Km 8 war ich auf Kurs 1:17 Stunden, dann starb der Motor ab. Die Durchgangszeit bei Km 10 war 37:15 Minuten, Endzeit 1:23:25 Stunden. Mein Tempo auf den letzten 11 Kilometern rechne ich lieber nicht aus... Bei Km 20 machte ich den Fehler, auf die Uhr zu schauen: 1:18 stand dort, genau die Zeit, bei der ich vor zwei Jahren schon im Ziel war. So einen Einbruch habe ich noch nie erlebt. Anscheinend war der Trainingsrückstand durch die Zerrung größer als ich dachte.
Im Ziel ging das Martyrium weiter: Überall strahlende Gesichter, die Läufer beglückwünschen sich zu ihren guten Zeiten; ich suche nach einer Erdspalte, in der ich verschwinden kann, finde aber keine. Stattdessen macht mein Körper schlapp: Ich friere, beginne zu zittern, dazu Durchfall und Kotzen – das volle Programm. Zum Glück wohnen meine Großeltern und meine Tante in der Nähe. Meine Tante päppelt mich mit Hilfe von Decken, Wärmflaschen und heißem Tee wieder auf.
Wie geht es weiter? Der Start beim Brombachsee-Marathon ist fraglich. In meinem Urlaub / Trainingslager in Ramsau am Dachstein muss ich v. a. wieder den Spaß am Laufen zurückgewinnen.

Der Lauf am Altmühlsee war wie immer glänzend organisiert. Weitere Informationen zu diesem Lauf: Storch-Test Altmühlseelauf


 
17.07.2008
Was für ein schrecklicher Tag! Die Bekanntgabe des neuen Club-Hauptsponsors (ein Atomkraftwerksbauer) hat mich geschockt. Aber immerhin, es gab auch gute Nachrichten: Storchnachwuchs
 
16.07.2008

Auch heute hat sich wieder was getan: Ich habe in den Nebelhorn-Storch-Test meine neuesten Erkenntnisse einfließen lassen. Wer sich also schon mal für den Nebelhorn-Berglauf 2009 vorbereiten will, sollte hier nachlesen: Nebelhorn-Berglauf-Test

P.S.: Ich habe mich heute endgültig für den Altmühlsee-Halbmarathon am Samstag, 19.07. angemeldet. Mal sehen, ob das Berglauf-Doping hilft...

 
15.07.2008
Das Beweisfoto:  
Robert Storch kurz vor dem Gipfel des Nebelhorns

Nebelhorn-Berglauf 2008 - ich war dabei!

Zum Glück hat mich die Kamera in einer dynamischen Phase knapp unter dem Gipfelkreuz erwischt.

Beachtet auch das einzigartige Bergpanorama im Hintergrund!

Ich wurde inzwischen mehrfach gefragt: "Von dem Lauf, da kam doch was im Fernsehen, oder?"

Nein, vom Nebelhorn-Berlgauf kam nichts im Fernsehen. Das liegt daran, dass hier alle Läufer gesund ins Ziel kamen. Der Lauf, den ihr gesehen habt, ging auf die Zugspitze. Der Gipfel der Zugspitze lag noch einmal 700 Meter höher als das Nebelhorn. Deshalb war es dort kälter.

 
13.07.2008

Regenschlacht am Nebelhorn

Am Morgen genügte ein Blick aus dem Fenster um festzustellen: Die Tendenz geht Richtung zwanzig Liter. Es gießt, immer mal wieder ist Donnergrollen zu hören und das Nebelhorn macht seinem Namen alle Ehre: Es versteckt sich hinter einem dichten Nebelschleier. Blitz und Donner sollen im Gebirge gefährlich sein. Ob der Lauf überhaupt stattfindet?
Ich warte in der Pension bis eine halbe Stunde vor dem Start. Derweil erzählt der Hausherr von der Nordischen Ski-WM 2005 in Oberstdorf: Er hatte damals die Esten zu Gast, der 50-Km-Läufer Veerpalu schaufelte am Tag vor dem Start noch um 22 Uhr abends eine Riesenportion Spagetti in seinen Athletenkörper.
Im strömenden Regen laufe ich zum Marktplatz. Zum Glück gibt’s dort im nahegelegenen Kurpark eine Art überdachte Galerie, ca. fünfzig Meter lang. Dort trabe ich hin und her bis kurz vor 9:15 Uhr, der sich leider um zehn Minuten verschiebt. Also nochmal zurück zur Galerie, doch um 9:25 Uhr fällt endlich der Startschuss.
Gleich nach dem Start merkt man: Hier sind nur Freaks am Start. Keine langsamen Läufer in den vorderen Startreihen, die den Weg versperren. Aus den Oberstdorfer Fenstern lehnen sich Neugierige heraus, entweder sie klatschen oder sie halten eine Kamera im Anschlag.
Nach den Skisprungschanzen sind die Läufer unter sich: Der Anstieg zur Seealpe ist relativ gleichmäßig, ich finde mein Tempo, es liegt bei sechs bis sieben Minuten pro Kilometer. Nach den ersten Pfützen sind die Schuhe vollgesogen mit Regenwasser.
Nach der Seealpe auf knapp 1.300 Meter über Null führt die Strecke einen Kilometer lang flach dahin, ein letztes Verschnaufen, dann wird’s ernst.
Kurz nach Beginn des knüppelharten Anstiegs (gefühlte Steigung: 50 %) steht das "Noch-4-Km"-Schild, ich habe also 6,5 Kilometer geschafft, Zwischenzeit: 39:30 Minuten. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, an diesen Steilstücken zu gehen, aber dann gewinnt mein Läuferstolz: Es geht zwar nur Zentimeter für Zentimeter aufwärts, aber ich laufe, obwohl es nicht viel Sinn macht: Diejenigen, die im strammen Schritt gehen, sind genau so schnell. Nebel umfängt die Läufer, man hört das eigene Keuchen, das Prasseln des Regens und ab und zu ein "Muh!". Immer wenn ich eine Kurve erreicht habe, erwarte ich, endlich die Mittelstation Höfatsblick vor mir zu sehen, doch es geht immer noch weiter nach oben, noch eine Serpentine, noch ein Anstieg. Doch ich verliere den Glauben nicht und siehe da, nach einer Stunde Laufzeit geschieht das kaum noch für möglich Gehaltene: Die Station Höfatsblick taucht aus dem Nebel auf. Applaus empfängt die Läufer und schickt sie zum Endspurt auf die letzten zweihundert Höhenmeter.
Auf dem letzten Stück gibt es immer wieder kleine Flachstücke, auf denen sich meine Schritte anfühlen, als würde ich auf Eiern laufen. Spätestens jetzt bereue ich, zum Höfatsblick hinauf nicht ein paar Schritte gegangen zu sein. Ich verfluche meinen Läuferstolz.
Da steht es: Das Noch-1-Km-Schild. Meine Uhr zeigt 1:11 Stunden, vor zwei Jahren kam ich nach 1:20 Stunden ins Ziel. Neun Minuten für einen Kilometer? Das muss drin sein! Doch dann beginnt der Naturweg, die Felsen machen den Weg unregelmäßig, sie sind glitschig, dazu kommen Schneefelder. Hier trifft es mich doch: Ich muss gehen. Ich bringe die Beine nicht mehr vom Boden. Trotzdem schaffe ich es, immer wieder ein Stück zu laufen, dann wieder stapfe ich die Treppenstufen hinauf, am Ende steht eine 1:21 Stunden.
Der Regen ließ während des Laufs nicht nach und je näher der Gipfel kam, um so kälter wurde es. Bis zum Zieleinlauf war das Wetter das geringste Problem, zumal ich meinen langen Laufanzug (aka Ganzkörperkondom) übergezogen hatte. Doch kurz nach dem Ziel kriecht die Kälte und die Nässe in meinen Körper. Mein Weg führt nach dem Zielstrich sofort zur Seilbahn. Nur schnell wieder runter! Meine Zähne klappern. Auf der Mittelstation Höfatsblick treffe ich auf eine Frauen-Reisegruppe aus Schwabach. Ihre riesigen Rucksäcke lassen mich vermuten, dass sie mindestens eine zweiwöchige Tour quer durch die Alpen hinter sich haben, tatsächlich aber waren sie nur gestern unterwegs. Ohne sie hätte ich die Abfahrt nach Oberstdorf wohl nicht überlebt: Aus ihren reichhaltigen Vorräten versorgen sie mich mit Apfelschorle, Regencape und Magnesium. Sie fragen mich, wie alt ich bin.
"Dreißig", antworte ich.
Großes Gelächter.
"Der ist heute zehn Jahre älter geworden, weil er da raufgelaufen ist."
Noch größeres Gelächter.
In Oberstdorf sprinte ich zur Pension, unter der warmen Dusche taut mein Körper wieder auf.


Fazit: Eine Einordnung fällt schwer. Die Endzeit war eine Minute schlechter als vor zwei Jahren, außerdem hatte ich 2006 das Gefühl, ich hätte auch schneller laufen können; das war heute nicht der Fall. Allerdings waren die Bedingungen heute schlechter und die Zwangspause wegen der Zerrung hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht: Vor allem die schnellen Läufe fehlten mir, denn sie trainieren genau den Pulsbereich, in dem man sich in diesem Lauf wiederfindet (170 bis Maximum). Aber: Gerade wegen meines Trainingsrückstands im Tempo-Bereich war dieser Lauf eine wichtige Trainingseinheit.

Und das allerwichtigste ist: Mein Oberschenkel hat die Belastung ausgehalten! Ich hoffe, ich kann mich schnell erholen, dann wird am Samstag am Altmühlsee zur Attacke auf die Halbmarathon-Bestzeit geblasen.

Auf die vorderen Plätze hatte ich bei diesem Lauf keine Chance, wen mein Platz trotzdem interessiert, kann hier nachschauen: Ergebnisliste

Bilder folgen noch.

 
11.07.2008 Morgen früh geht's los Richtung Oberstdorf! Am Sonntag werden dann 1400 Höhenmeter hinauf zum Nebelhorn in Angriff genommen. Der Wetterbericht könnte besser sein: 10 - 20 Liter sollen am Sonntag auf den Quadratmeter runterkommen. Sonntag Abend werdet ihr hier an dieser Stelle erfahren, wieviel Liter es tatsächlich waren.  
08.07.2008

Jetzt könnnen die Wettkämpfe kommen. Ich habe mein Laufshirt beflocken lassen: Laufshirt mit Beflockung

Ich bräuchte noch einen Punkt vor "DE". Wer einen Punkt übrig hat, bitte an mich schicken: mail@marathonstorch.de

Und wer ist dieser Pheidippides? Hier steht die Antwort

 
06.07.2008
Seit zwei Wochen schlage ich mich mit einer fiesen Zerrung herum. Ich holte sie mir nicht bei einer Tempoeinheit, sondern beim Auslaufen auf den letzten Schritten. Ich hoffe, es gelingt mir, mich nächste Woche wieder an das Wettkampftempo heranzutasten, dann kann ich in einer Woche wie geplant in Oberstdorf starten.
 
04.07.2008

Eine neue Rubrik ist online: Läufe im Storch-Test

Eine weitere Rubrik mit Lauf- und Trainingstipps ist geplant. Außerdem hoffe ich, demnächst an Bilder von meinem Lauf durch Lissabon zusammen mit Ironhannes, DJ und Moses zu kommen.

 

28.06.2008

 

Pflicht für alle Storch-Fans: Storchenradweg durch das Altmühltal

 

 
22.06.2008
Endlich! Die Erzählung über den zweiten Marathon der Geschichte habe ich komplett überarbeitet, sie kann ab sofort hier nachgelesen werden: Caesars Marathon
 

16.06.2008

 

Sonntag, 15. Juni: Halbmarathon durch Feindgebiet

Trotz FCN-Trikot gelingt es mir, mich in die erste Startreihe des Fürther Halbmarathons zu schmuggeln. Ich fühle mich gut. Gefährlich! Jetzt ja nicht zu schnell anlaufen! Ich befolge den selbst erteilten Rat und treffe den ersten Kilometer in genau 3:45 Minuten. Zehn, zwanzig Meter vor mir setzt sich eine Gruppe mit Ironhannes an der Spitze ab. Für einen Moment spiele ich mit dem Gedanken ranzulaufen, aber ich konzentriere mich lieber darauf, mein eigenes Tempo zu gehen. Also geht’s mit gleichbleibender Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone und über eine Autobahnbrücke, auf der Tartanbahn des LAC Quelle wird eine kurze Ehrenrunde gedreht und dann ist man auch schon im Stadtwald.
Es folgen fünf Kilometer auf angenehm zu laufenden Waldwegen. 6. Platz. Die Spitzengruppe um Ironhannes zieht davon, nur der 5. bleibt in Reichweite. Ein paar kleine Anstiege fordern die Läufer, aber das Gute ist: Es geht auch wieder bergab. 10-Km-Durchgangszeit: 37:30 Minuten.
Nach dem Stadtwald führen Teerstraßen zum Kanal. Immer noch zeigt mir der 5. die Hacken, bei Kilometer 15 gehe ich nach 56 Minuten durch. Eine Hochrechnung ergibt: Heute sind die 1:20 Stunden fällig!
Vom Damm des Kanals geht es in einer steilen Abfahrt hinunter. Der Läufer vor mir bremst auf diesem Schuss ab, ich lasse meinen Beinen freien Lauf und fliege an ihm vorbei. Als es wieder flach wird, muss ich mich jedoch erst wieder von dieser rasanten Abfahrt erholen, wirklich wahr: Man kann sich auch bergab verausgaben. Die Strafe folgt auf dem Fuß: Seitenstechen. Es begleitet mich bis ins Ziel.
Jetzt beginnt das Chaos: Es geht durch die Fürther Straßen, ständig um Kurven herum, über Teer, Kopfsteinpflaster und durch eine Baustelle. Ich halte mich an die blauen Pfeile auf dem Pflaster, trotzdem wäre ich ein paar Mal beinahe falsch abgebogen, aber ein Mal warnt mich der Läufer hinter mir, ein anderes Mal schreit ein Helfer im letzten Moment: "Links!". Ständig bin ich damit beschäftigt, nach dem richtigen Weg zu suchen, auf das Rennen kann ich mich kaum noch konzentrieren. Doch dann ist es tatsächlich so weit: Die Zielgerade! Ich ziehe einen kräftigen Spurt durch, mich überholt niemand mehr. 1:18:55 Stunden. Ich renne als 5. durchs Ziel, jedoch gingen zwei Läufer hinter mir später über die Startlinie und rücken mit ihren Netto-Zeiten an mir vorbei. Also 7. Doch die ersten beiden Läufer tauchen nicht in der Ergebnisliste auf (s. u.), also wieder 5. In meiner Altersklasse reichte es für den 1. Platz, ich bekam dafür einen Fresskorb mit Nudeln, Müsliriegeln, Rotwein und Prosecco. Prost!

Fazit: 100%ig sicher bin ich mir nicht, ob ich überall richtig abgebogen bin, aber meine Zwischenzeiten sprechen dafür, dass ich die richtige Route gefunden habe. Bis Km 15 bin ich gleichmäßig durchgelaufen, nach dem Seitenstechen hatte ich einen leichten Durchhänger, aber dabei ging es nur um ein paar Sekunden, auch die ständige Suche nach dem richtigen Weg hat mich die ein oder andere Sekunde gekostet; im Endspurt habe ich dann meine Stärke ausgespielt. Ich war 70 Sekunden schneller als sechs Wochen früher in Ansbach, wo die Strecke flach und weniger anspruchsvoll war. Eine deutliche Steigerung also, die weiterhin Hoffnung auf ein geiles Laufjahr macht. Den nächsten Halbmarathon werde ich in fünf Wochen um den Altmühlsee laufen. Dort wird zwar kein buntes Familienprogramm für Jung und Alt geboten, eine Hüpfburg gibt es ebenso wenig wie Cheerleader, aber dafür stimmt die Strecke.

Ein Erlebnis der besonders ärgerlichen Art hatte Ironhannes: Er hatte gerade die Konkurrenz niedergekämpft und wollte die letzten Kilometer noch genießen, als der Fahrer des Führungsfahrrads anhielt und sich fragend zu ihm umdrehte. Er hatte sich verfahren. Ohne Worte. Letztendlich hatte er eine Abkürzung genommen und Hannes kam viel zu früh nach 1:09 Stunden an der Fürther Freiheit an. Auf der Siegerehrung wurde er als Sieger geehrt, in der Ergebnisliste taucht sein Name jedoch nicht auf.

Hier gibt's Bilder. Einfach in der Suchmaske meine Startnummer eingeben: 4596

 
05.05.2008

Sonntag, 4. Mai: Das Comeback in Ansbach

Der Lauf hatte von allem etwas: Am Anfang eine Runde durch die Innenstadt, vorbei an der Residenz und vielen Zuschauern, dann ging’s raus in die Landschaft, durch kleine Dörfer und vorbei an mit Löwenzahnblüten übersäten Wiesen. In Schmalenbach haben mich sogar ein paar Schafe supportet ("Määäh!").

Während der Anfangsrunde durch die Innenstadt bin ich an 8. / 9. Position. Nach der Innenstadt überhole ich ein paar Läufer, die zu schnell angegangen sind, dann biegt noch ein Schwung auf die 10 km-Runde ab und schon bin ich Dritter. 500 Meter vor mir verschwindet das Führungsfahrrad hinter dem nächsten sanften Hügel, also ist klar: Gegen den Spitzenreiter ist kein Kraut gewachsen. 20, 30 Meter vor mir jedoch läuft der Zweite. Ich finde mein gleichmäßiges Tempo und laufe es durch, der Abstand zum Zweiten bleibt gleich, bei Km 10 stehen 37:45 Minuten auf meiner Uhr. Hier muss ich mich durch die 10-Km-Läufer drängeln, die vorher eine kleine Abkürzung genommen hatten.

Km 13: Plötzlich höre ich Schritte hinter mir. Schock! Einholen lasse ich mich nicht! Also ziehe ich ein wenig an, der Läufer vor mir lässt ein wenig nach, bei Km 16 überhole ich ihn. Zweiter! Aber der Läufer, der mich bei Km 13 geschockt hat, bleibt mir auf den Fersen, er folgt in 40 Metern Abstand. Ab und zu schaue ich mich um, er holt nicht weiter auf.

Ein Kilometer vor dem Ziel lauert eine böse Überraschung: Eine Unterführung, der Anstieg danach ist kurz, aber giftig und reicht aus, um mich erst einmal blau werden zu lassen. Gott sei Dank erhole ich mich schnell und die Angst, der Dritte könnte mich doch noch einholen, tut ihr übriges. Ich laufe auf einer breiten Straße durch ein Wohngebiet. Ab und zu zweigen Straßen ab. Ich hoffe jedes Mal, dass jetzt die Abzweigung zum Ziel kommt, aber die Streckenposten winken mich immer gerade aus durch. Ich gebe die Hoffnung auf, dass diese Straße jemals enden wird. Doch dann erblicke ich eine Leuchtreklame. Das muss das Brückencenter sein! Brückencenter = Ziel! Tatsächlich: Kurz danach biege ich auf die Zielgerade. Die Zuschauer und ich geben noch einmal alles, aber vergeblich: Kurz vor der Ziellinie springt die Uhr auf 1:20. Doch der Ärger währt nur kurz, ich freue mich trotzdem über meinen ersten Zieleinlauf seit Silvester 2006. Im Ziel haben sich genügend Clubberer eingefunden, die mich beklatschen und auch der Sprecher ist hocherfreut: "Du sprichst mir aus der Seele!", ruft er ins Mikrofon. "Der Club bleibt in der 1. Liga!"
Eine Stunde später fragt er mich auf der Siegerehrung, was es mit diesem "Laufen für den FCN" auf sich hat. Ich erkläre es und nutze die Gelegenheit, mich bei den Helfern und Organisatoren für ihre Arbeit zu bedanken. Außerdem erzähle ich die Geschichte von den Schafen, die mich in Schmalenbach anfeuerten. Das ist ein Lacher.

Fazit: Die Bestzeit ist zwar noch zwei Minuten weg, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meinem Comeback und zuversichtlich, dass ich die zwei Minuten in den nächsten Monaten noch reinhole. Der Lauf war außerdem eine willkommene Ablenkung vom Abstiegs-Drama.

Die Ergebnisliste

Ansbacher Citylauf 2008 - Bildergalerie

 
19.04.2008
Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für das Comeback in Ansbach am 4. Mai auf Hochtouren. Die Erwartungen für den Halbmarathon sind nicht hoch, trotzdem ist die Vorfreude groß.