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Hochspannung und Rätselspaß
Im Mittelpunkt von "Sakrileg" steht die Suche nach dem Heiligen Gral. Robert Langdon und seine Mitstreiterin Sophie Neveu werden auf die Fährte des Grals gesetzt; auf dieser Fährte führt die Lösung eines Rätsels stets zum nächsten Rätsel. So wird es garantiert nie langweilig, zumal der Leser selbst die Möglichkeit bekommt, die Rätsel zu lösen, wenn z. B. eine Matrix abgedruckt wird, mit deren Hilfe ein Code entschlüsselt werden kann.
Doch der Roman ist weit mehr als eine Schatzsuche, denn Robert Langdon jagt nicht nur den Heiligen Gral, er ist auch selbst Gejagter: Die Polizei und ein Albino-Mönch sind hinter ihm her. Diese Handlung fügt der Schatzsuche noch einen hochspannenden Thriller voller Wendungen hinzu, der die Hauptfiguren in Museen, Banken, Bibliotheken, Kirchen und auf Flugplätze führt.
Dan Brown bedient sich vieler Mittel, um Spannung zu erzeugen, manchmal allerdings etwas plump: So bekommt z. B. Robert Langdon zu Beginn das Foto einer Leiche zu sehen, das als "grässlich" beschrieben wird. Bevor der Leser erfährt, was genau daran grässlich ist, wird Foto erst ein Dutzend Mal angesprochen, bis Langdon endlich vor der Leiche steht und sie beschreibt.
Und natürlich wird ein Kapitel immer an einer spannenden Stelle unterbrochen. Es geht dann in einem anderen Handlungsstrang weiter. So wird eine Szene in mehrere Szenen aufgeteilt, immer unterbrochen durch den Wechsel der Perspektive.
Manchmal wird auch ein Stück der Handlung weggelassen. Das Rätsel ist, was in diesen Leerstellen geschah. Ab und an umschifft der Autor mit Hilfe dieser Leerstellen Handlungen, die nur schwer zu erklären sind. Beispiel Prolog: Die Handlung bricht ab, als der Museumsdirektor Saunière noch wenige Minuten zu leben hat. Im nächsten Kapitel ist er tot. Wie es ein Mann mit einem Bauchschuss geschafft hat, sich in den letzten Minuten seines Lebens noch selbst zu beschriften und nach einer Zeichnung von da Vinci zu platzieren - das zu erklären, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.
Die größte Schwierigkeit bestand für den Autor vermutlich darin, das hanebüchene Komplott, das dem Heiligen Gral zugrunde liegt, plausibel darzustellen. Es ist ihm halbwegs gelungen: Im Kontext des Romans erscheint der Zusammenhang zwischen dem Heiligen Gral und Maria Magdalena nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen, wie er es in Wirklichkeit ist, auch wenn einige Fragen offen bleiben: So wird beim Nachvollziehen der Blutslinie Maria Magdalenas von Sarah, der Tochter Magdalenas, direkt zu den Merowingern gesprungen. Wer waren die Nachfahren in den 500 Jahren dazwischen? Wieder so eine Leerstelle.
Für mehr als die spannende Grundlage eines Romans sollte man diese Gralstheorie also nicht halten. Irreführend finde ich die Bemerkung im Vorwort: "Alle Dokumente sind wirklichkeits- bzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben." Diese Formulierung ist vermutlich juristisch wasserdicht, aber sie suggeriert Tatsachentreue, die Dan Brown nicht bietet.
Dan Brown schreibt einfach, ohne Schnörkel, ohne ein überflüssiges Wort. Vor allem wenn man (wie ich) die etwas ausschweifende Schreibe in Historischen Romanen gewöhnt ist, sticht dieses Merkmal sofort ins Auge.
Was dieser Roman nicht bietet: Die Beziehungen zwischen den Figuren sind allenfalls oberflächlich. Auch in das Innenleben der Figuren bekommt der Leser keinen tiefen Einblick, im Vordergrund steht die spannende Handlung.
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