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Feuer und Stein - von Diana Gabaldon |
Die Handlung der Highland-Saga beginnt im Jahr 1945 – dort verweilt sie jedoch nicht lange, denn bald tritt die Hauptfigur und Ich-Erzählerin Claire in einen Steinkreis, der sie zweihundert Jahre in die Vergangenheit befördert. Diese Zeitreise ist bis auf ein Intermezzo von Nessie der einzige Phantasy-Aspekt in diesem Buch, der Hauptteil der Handlung kann als Historischer Roman durchgehen: Claire betritt das Schottland kurz vor dem Zweiten Jakobitenaufstand 1745: Das Hochland wird von einigen Clans beherrscht, im Grenzgebiet zu England sorgen Rotröcke für Ordnung. Die politischen Verwicklungen spielen jedoch nur eine Nebenrolle, im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte der Ich-Erzählerin Claire mit Jamie, einem von den Engländern geächteten Hochlandschotten. Dieser Handlungsstrang kommt jedoch sehr zäh ins Rollen: Auf den ersten 250 Seiten ist Jamie ständig verletzt und wird von Claire verarztet. Als erfahrener Leser ahnt man, dass die Autorin mit diesen Beiden noch etwas vorhat, aber bis Seite 250 entwickelt sich nichts zwischen ihnen, ihr Verhältnis bleibt höflich, aber distanziert. Es lohnt sich jedoch, bis Seite 250 durchzuhalten, denn ab diesem Zeitpunkt wird die Beziehung zwischen Claire und Jamie leidenschaftlich und emotional: Sie lieben sich, streiten und versöhnen sich wieder. Außerdem sind die Beiden ständig Bedrohungen ausgesetzt, vor allem durch den Hauptmann eines englischen Dragonerregiments. Bald steht Claire vor der Wahl: Geht sie zurück zum Steinkreis, um zu ihrem Mann im Jahr 1945 zurückzukehren, oder bleibt sie bei Jamie? Die Stärke des Romans besteht in vielen wundervollen, atmosphärisch dichten Szenen, die einfach schön zu lesen sind, auch wenn in ihnen nicht immer etwas Wichtiges oder Hochspannendes passiert: Es finden sich romantische, idyllische Passagen, in denen geliebt wird, dann wieder dramatische und zum Teil grausame Szenen. Für Abwechslung ist gesorgt. Dies alles wird unterstützt durch den Erzählstil der Ich-Erzählerin Claire, die ihre Geschichte locker, manchmal auch witzig und selbstironisch schreibt. Claire ist der Schlüssel zum großen Erfolg dieses Romans, vor allem bei Frauen. Die Schlüsselstelle findet sich am Anfang des Buches, als Claire im Jahr 1945 durch eine Kleinstadt in den schottischen Highlands spaziert: Sie bleibt vor einem Schaufenster stehen, in dem Vasen ausgestellt sind. Auf einmal überwältigt sie das Gefühl, diese Vasen kaufen zu müssen, sie stürmt in den Laden. Es ist ein Drang, den wohl jede Frau kennt, was bei dieser Zielgruppe für eine hohe Identifikation mit der Hauptfigur sorgt. Männer haben es dagegen schwerer: Sie laufen Gefahr, Minderwertigkeitskomplexe zu bekommen, wenn Claire beschreibt, wie gut gebaut und großartig bestückt Jamie ist. Fazit: Den zweiten Teil der Highland-Saga muss ich nicht sofort lesen, aber irgendwann bestimmt. |
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